Rheinfelden

Lichttherapie: Ein bisschen Sommer im Winter

Bringen Licht ins Dunkel: Françine und Harald Panter. hcw

Bringen Licht ins Dunkel: Françine und Harald Panter. hcw

Die dunkle Jahreszeit schlägt vielen Menschen aufs Gemüt. Harald und Françine Panter aus Rheinfelden haben ein Mittel dagegen: Licht. Ihr Ziel ist es, die Lichttherapie in der Zähringerstadt zu etablieren.

Die beiden haben zu Anfang Jahr das Unternehmen von Friedrich Wolff, Wolff Superlicht, übernommen. Und damit wollen Harald und Françine Panter richtig durchstarten. Ihr Ziel ist es, die Lichttherapie in der Zähringerstadt zu etablieren.

Sie suchten schon Kontakt zu Rheinfelden medical, dem Marketing-Kooperationsprojekt der vier grossen Gesundheitsbetriebe in der Stadt – Gesundheitszentrum Fricktal, Reha Rheinfelden, Klinik Schützen und Parkresort.

Harald und Françine Panter wollen Unternehmen und Hotels für ihre Produkte begeistern. Geräte der Firma könnten Grossraumbüros erhellen und Mitarbeiter motivierter und leistungsfähiger machen.

Hotelgäste aus Übersee hätten die Möglichkeit, mit einer Lichtbehandlung ihren Jetlag zu überwinden. «Licht führt im Gehirn zur Ausschüttung von Serotonin, auch Glückshormon genannt. Es verdrängt das Melatonin, das Schlafhormon», erklärt Harald Panter.

Solarium neu erfinden

Wie Licht auf den menschlichen Körper wirkt, das interessiert Friedrich Wolff schon fast sein ganzes Leben. Der 75-jährige Deutsche hat 1975 die Sonnenbank erfunden und ist damit reich geworden. 1993 bekam er einen Schlaganfall und als Folge davon die Parkinson-Krankheit. Er verkaufte alles.

Doch blieb er rastlos, angetrieben von dem Wunsch, das Solarium nochmals neu zu erfinden – gesund, ohne die UV-Strahlen, die Haut und Augen schädigen. Ende 2011 verliess er das Familienanwesen in Riehen, liess sich in Rheinfelden nieder und eröffnete eine Werkstatt an der Salinenstrasse und ein Verkaufsgeschäft in der Fröschweid.

Als er die Panters kennen lernte, ging es eigentlich nur darum, dass sie ihm ein Vertriebskonzept erstellen. Doch es kam gleich zum Verkauf der Firma. Jetzt wirkt Wolff weiter im Hintergrund und kann sich, entbunden von der Last des operativen Geschäfts, der Entwicklung neuer Prototypen widmen. «Er ist ein Bastler, der nachts aufsteht und Ideen aufzeichnet», sagt Harald Panter.

Geräte für Industrie und Private

Alles, was im Ladengeschäft in der Fröschweid steht, hat Wolff ersonnen: Lichtpyramiden, ein Weihnachtsbaum aus Licht, dreieckige Gebilde und die deckenhohe Lichtdusche, die sie Luxarium nennen.

Ein solches Gerät steht auch im Therapieraum der Firma. Hier kann jeder einmal die Wirkung des Kunstlichts auf sich selbst ausprobieren. Ausziehen muss sich dafür im Unterschied zur Sonnenbank niemand.

«Das meiste Licht wird ohnehin über die Augen aufgenommen, und Bräunung steht hier nicht im Vordergrund», sagt Françine Panter. Diese Lichtdusche kostet 9700 Franken.

So stellen sich die Panters zwei Standbeine für ihre Firma vor: funktionale Grossgeräte für den therapeutischen Einsatz gegen Hautkrankheiten, Schlafstörungen und seelische Erkrankungen in Arztpraxen und Spitälern; verspielte und schmückende Kleingeräte für den Privatgebrauch zu Hause oder unterwegs.

Entworfen und gebaut werden die Apparate in der Werkstatt von Wolff Superlicht, die sich mittlerweile im Theodorhofsweg befindet und wo vier Mitarbeiter an technischen Lösungen feilen. LED heisst hier das Zauberwort.

Hier wird getüftelt und ausprobiert. Harald und Françine Panter können sich hier vieles vorstellen: «Wir haben im Moment zwischen 30 und 40 Ideen in der Pipeline», sagen sie.

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