Fricktal

Lichtere Felder sollen für eine bessere Hasenpopulation sorgen

Der Bestand an Feldhasen soll im Aargau wieder wachsen.

Der Bestand an Feldhasen soll im Aargau wieder wachsen.

Damit die Feldhasenpopulation steigt, gibt es Zuschüsse für dünnere Getreidesaat. Dies soll dafür sorgen, dass weniger Hasen von Füchsen und anderen Tieren gefressen werden.

Hasen sind in der Region nur an Ostern allgegenwärtig. In freier Wildbahn dagegen ist die Zahl der Feldhasen seit Beginn des Jahrtausends deutlich zurückgegangen. Wurden im Frühjahr 2001 im Aargau noch 3063 Feldhasen gezählt, halbierte sich die Zahl bis 2010 beinahe. Der bisherige Tiefpunkt wurde dann 2014 mit 982 gezählten Tieren erreicht.

Nicht ganz so drastisch, aber ebenfalls rückläufig, waren die Zahlen im Zeitraum von 2001 bis 2014 im Fricktal. Im Bezirk Rheinfelden sank die Zahl der Feldhasen von 331 auf 82 und im Bezirk Laufenburg von 346 auf 179. Lichtblick ist die bislang letzte Zählung im Frühjahr 2016, bei der sowohl kantons- als auch fricktalweit ein leichter Anstieg der Feldhasenpopulation festgestellt wurde.

Junge Hasen werden gefressen

Wissenschaftlich nachgewiesene Gründe für den Rückgang gebe es bisher nicht, sagt Reto Fischer von der kantonalen Sektion Jagd und Fischerei. Man vermute jedoch, dass die Zerschneidung von Lebensräumen, eine intensivere landwirtschaftliche Nutzung der Wiesen und Störungen durch freilaufende Hunde eine Rolle spielen.

Hinzu kommt, dass vor allem die jungen Hasen von Katzen, Füchsen, Krähen oder auch Störchen gefressen werden. Vom Menschen wird der Feldhase dagegen nicht gejagt. «Die Jäger verzichten freiwillig seit über 15 Jahren auf eine Bejagung», so Fischer.

Im Baselbiet hat sich in den letzten zehn Jahren der Verein «Hopp Hase» mit der sinkenden Hasenpopulation befasst und gezeigt, «dass man den Feldhasen auch in unserer intensiv genutzten Landschaft noch wirkungsvoll fördern kann», wie Fischer sagt.

Ein Lösungsansatz von «Hopp Hase» findet nun auch im Aargau Anklang: Feldhasen soll ermöglicht werden, ihre Jungen dort zur Welt zu bringen, wo weniger Fressfeinde lauern. Ideal dafür sind Getreidefelder – allerdings nur solche, die nicht zu dicht gesät sind, damit die Häsinnen in der Setzzeit überhaupt noch Zugang finden.

Aufnahme in Förderprogramm?

Dünner ausgesäte Getreidefelder begünstigen jedoch das Unkraut. Deshalb sollen Landwirte, die weniger dicht säen, nun Zuschüsse erhalten. Solche Förderprojekte sind derzeit in Zeihen und im Seetal im Gang. Ein weiteres in Aristau wurde bereits abgeschlossen. «Aufgrund der Resultate aus den Förderprojekten vom Verein ‹Hopp Hase› soll die Massnahme ‹dünn gesätes Getreide› nun in den Katalog von möglichen Massnahmen in Labiola-Gebieten aufgenommen werden», so Reto Fischer.

Das Labiola-Programm fördert Leistungen in den Bereichen Biodiversität und Landschaft. Gelingt die Aufnahme ins Programm, so «könnte die Massnahme grossflächig im Kanton Aargau umgesetzt werden».

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