Stromverbrauch
Licht kostet und Licht verschmutzt – wie das Fricktal dagegen ankämpft

In den zertifizierten Energiestädten wird nachts sparsam beleuchtet. Ziel ist es, die Lichtverschmutzung zu reduzieren und den Stromverbrauch zu senken. Nicht alle Gemeinden handhaben dies jedoch gleich. Eine Rundschau.

Susanne Hörth
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Die Erde aus dem Weltall betrachtet. Sämtliches Licht, das auf diesem Bild zu sehen ist, ist Lichtverschmutzung. Denn in den Himmel abgestrahltes Licht erfüllt keinen Zweck.

Die Erde aus dem Weltall betrachtet. Sämtliches Licht, das auf diesem Bild zu sehen ist, ist Lichtverschmutzung. Denn in den Himmel abgestrahltes Licht erfüllt keinen Zweck.

NASA

Ab September wird in Baden fast auf dem ganzen Stadtgebiet die Strassenbeleuchtung jeweils von Donnerstag bis Sonntag, nachts von 1 bis 5 Uhr ausgeschaltet. Damit werden zum einen Energie und Kosten gespart, zum anderen wird der Lichtverschmutzung entgegengewirkt.

Im Fricktal sind gleich sechs Gemeinden mit dem Label Energiestadt ausgezeichnet: Kaiseraugst, Magden, Rheinfelden, Stein, Zeihen und Wölflinswil. Wie wird hier mit der nächtlichen Beleuchtung umgegangen? «Als Energiestadt ist die Effizienz der Strassenbeleuchtung für Rheinfelden wichtig», erklärt Stadtschreiber Roger Erdin.

Die Stadt Rheinfelden hat die Strassenbeleuchtung in den vergangenen Jahren sukzessive erneuert und in energetischer Hinsicht verbessert. «Neben effizienteren Leuchtmitteln, kommen heute bei neuen Leuchten LED-Lampen zum Einsatz, arbeiten wir in den Quartieren mit der sogenannten Nachtabsenkung.» Bei dieser werden die Beleuchtungen mit einem modernen Steuerungssystem durch eine gezielte Leistungsreduktion gedimmt.

Stromverbrauch und –kosten können so erheblich gesenkt werden, erklärt Erdin. Im vergangenen Jahr hat WWF Schweiz die Effizienz der Strassenbeleuchtung der Schweizer Gemeinden und Städte untersucht. «Dabei zeigte sich, dass die Rheinfelder Beleuchtung im Gemeindevergleich sehr fortschrittlich ist.»

Weniger Lichtverschmutzung

In der Energiestadt Stein bleibt das Licht die ganze Nacht an. «Eine Ausschaltung der Strassenbeleuchtung kann ich mir aus Sicherheitsgründen nicht vorstellen», sagt Gemeindeammann Hansueli Bühler. «Unsere Bemühungen als Energiestadt gehen in Richtung energiesparender Leuchtmittel.»

Stein hat als eine der ersten Gemeinden im AEW-Gebiet die Umstellung von Quecksilberdampflampen auf Natriumdampflampen mit flächendeckender Nachtabsenkung realisiert. Hansueli Bühler: «Damit konnten wir die Lichtverschmutzung deutlich reduzieren und den Stromverbrauch um rund 40 Prozent senken.» Die aktive Energiekommission befasse sich jetzt mit dem nächsten Schritt, der Umrüstung auf LED. «Die ersten LED-Leuchten stehen bereits. Ich gehe davon aus, dass wir auch diese Umstellung schrittweise vornehmen werden.»

In Magden ist, so Gemeindeschreiber Michael Widmer, das Abschalten der Strassenbeleuchtung nachts aktuell kein Thema. Energiesparen hingegen schon. «Die Strassenbeleuchtung erfolgt bei uns mittels Natriumdampflampen, was einer energieeffizienten Beleuchtung entspricht», erklärt Widmer.

Seit dem Jahr 2006 wurde in der Gemeinde in der Zeit von 22 bis 5 Uhr vom Modus «jede zweite Lampe abgeschaltet» auf «alle Lampen angeschaltet, jedoch mit einer Stromabsenkung von 40 Prozent» umgestellt. «Dieser Wechsel wurde unter anderem gemacht, um eine gleichmässige Beleuchtung auf allen Strassen zu erreichen und damit die Sicherheit beziehungsweise das subjektive Sicherheitsgefühl zu erhöhen», nimmt Michael Widmer wie zuvor auch schon Hansueli Bühler auch auf das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung Bezug. In Magden seien zudem alle Armaturen ersetzt worden, die mehr als 30 Jahre alt waren.

Abschalten in der Nacht

«Mit diesem Wechsel und dem Ersatz der alten Lampen konnte der Stromverbrauch deutlich gesenkt werden. Im Rahmen des Ausbaus der Kantonsstrasse K496 (Wintersingerstrasse) ist erstmals vorgesehen, auf einem Teilabschnitt LED-Leuchten einzusetzen.» Weil die Natriumdampflampen in gutem Zustand sind und nur unwesentlich mehr Strom brauchen als LED-Lampen, ist in Magden kein grossflächiger Wechsel auf LED-Beleuchtungen vorgesehen. In Zeihen (00.45 bis zirka 5.30 Uhr) und Wölflinswil (00.30 bis 5 Uhr) werden die Strassenlampen an den Gemeindestrassen kurz nach Mitternacht abgeschaltet.