Kirchliche Jugendarbeit
Licht in das Ungewisse bringen: Wie sich die Juseso Fricktal verändern muss

Seit über 40 Jahren gibt es die Juseso im Fricktal. Getragen wird die kirchliche Fachstelle für Jugendarbeit mit Sitz in Rheinfelden von den 24 römisch-katholischen Kirchgemeinden des Fricktals. Fürs Weiterbestehen muss sie nun aber neu strukturiert werden.

Susanne Hörth
Drucken
Teilen
Zu den traditionellen Juseso-Events gehört auch das jährliche Ostertreffen.AZ/Archiv

Zu den traditionellen Juseso-Events gehört auch das jährliche Ostertreffen.AZ/Archiv

az

Seit über 40 Jahren gibt es die Juseso im Fricktal. Getragen wird die kirchliche Fachstelle für Jugendarbeit mit Sitz in Rheinfelden von den 24 römisch-katholischen Kirchgemeinden des Fricktals.

Nun haben gleich drei dieser Kirchgemeinden an ihren Versammlungen den Austritt aus dem Zweckverband beantragt. Zwei haben den Austritt beschlossen. «Erwartet haben wir es nicht, vor allem nicht in der Deutlichkeit in Möhlin», sagt Daniela Leimgruber von der Geschäftsstelle. Als eher einen Zufallsentscheid bezeichnet sie jenen in Zuzgen. Dort war es gerade eine Stimme, die quasi als Zünglein an der Waage, den Ausschlag, gegeben hatte.

In Zeiningen wurde ein Rückweisungsantrag gestellt. «Rein operativ, mit gewissen Anpassungen, wird sich an unserer Arbeit für die Jugendlichen vorläufig nichts ändern», so Daniela Leimgruber. «Die Kündigungszeit beträgt zwei Jahre.» Das heisst, der Austritt von Möhlin und Zuzgen wird erst 2018 erfolgen.

Gleichwohl sind sich alle Verantwortlichen bewusst, dass unabhängig von den Austrittanträgen der drei Kirchgemeinden etwas verändern muss. «Die ganze Struktur muss überdacht werden. Die Juseso muss sich entwickeln.» Es sei aber der falsche Zeitpunkt, jetzt über Austritte aus dem Zweckverband zu entscheiden. «Weder die Kirche noch wir wissen, wie es weitergeht.» Daniela Leimgruber spricht damit insbesondere die geplanten Pastoralräume an. Fünf davon sind im Fricktal geplant. Und in jedem soll ein Jugendkonzept Bestandteil sein.

Grosse Unsicherheit

Bereits im März dieses Jahres hat das Leiterteam der kirchlichen Jugendarbeit im Fricktal bei einer Medienkonferenz betont, dass diese angedachten Pastoralräume sie vor neue Herausforderungen stellen würden. «Es ist denkbar, dass die Juseso sogar aufgelöst wird», wurde damals eine mögliche Auswirkung der künftigen, grösseren Gebilde aufgezeigt.

Der Juseso ist es ein grosses Anliegen, dass trotz der Veränderungen auch in Zukunft ein gutes Angebot für die Jugendlichen im Fricktal vorhanden ist. Dass dieses mit den Pastoralräumen auch wirklich geboten werden kann, ist zurzeit noch nicht viel mehr als ein Wunschdenken. Entsprechende Konzepte gibt es noch nicht. Im Fricktal ist es bisher gerade einmal der Pastoralraum AG 18 mit den Kirchgemeinden Möhlin, Wegenstetten-Hellikon, Zeiningen und Zuzgen, bei dem bereits mit der Projektarbeit gestartet wurde. Jene in der Umgebung Laufenburg beginnt im kommenden Jahr. Es gibt daneben aber auch Kirchgemeinden wie Kaiseraugst, die sich gegen ein Mitmachen beim Pastoralraum sträuben. Und andere Gemeinden, die einfach mal weitermachen wie bisher und abwarten, was vom Bistum gefordert wird.

«Es kann durchaus sein, dass es bis in zwei Jahren auch bei den Pastoralräumen anders aussehen wird», macht Daniela Leimgruber deutlich, dass vieles heute ungewiss ist. Der Juseso weiterhin anzugehören, bedeute auch, für deren weitere Zukunft mitentscheiden zu können. Zu entscheiden, in welche Richtung die Arbeit mit den Jugendlichen künftig gehen soll.

Möhlin reisst ein Loch in die Kasse

Abwarten und der Dinge harren, die da noch kommen könnten, will die Juseso nicht. Dazu müssen sich die Juseso-Verantwortlichen intensiv mit dem Heute wie auch der Zukunft auseinandersetzen. «Es liegt jetzt auch ganz sicher an uns, klar zu kommunizieren. Zu sagen, was das Ganze für Auswirkungen hat.» Mit dem Austritt, insbesondere von Möhlin, fehlt auch ein beachtlicher Betrag in der Juseso-Kasse. Geld, das für die vielfältigen Aufgaben gebraucht wird. Seit 2007 wird zudem ein Platz zur Ausbildung von qualifizierten Berufsleuten in der Jugendarbeit angeboten.

Die Angebote der Juseso richten sich nicht nur an katholische Jugendliche. Es werden auch immer wieder regionale Anlässe und Projekte organisiert, die für die Jugendlichen aller Konfessionen offen sind.

Auf zwei Ebenen tätig

Früher war die Juseso als reine Organisatorin von Lagern, Projekten, Workshops und so weiter tätig. Später kam dann auch das Vorortsein in den Kirchgemeinden dazu: «Wir sind in verschiedenen Bereichen in den Dörfern dabei, beispielsweise bei der Firmbegleitung», so Leimgruber. Ob es diese Begleitung künftig auch bei Pastoralräumen noch braucht, wird sich in den künftigen Besprechungen und Planungen zeigen müssen.

Bei diesen Zukunftsplanungen ist wichtig, die Bedürfnisse, aus den Kirchgemeinden zu spüren und aufzunehmen. «Im Januar wollen wir deshalb auch damit beginnen, bei den Kirchgemeinden entsprechende Abklärungen zu machen.» Trotz aller Unsicherheiten die Zukunft betreffend, geht die Arbeit für und rund um die Jugendlichen ungebrochen weiter. Ganz dem aktuellen Motto: «Wir le(g)ben los!» entsprechend.

Aktuelle Nachrichten