Sisseln
Licht an – einer fällt hin – Licht aus

Dem Theaterverein Spielleute Sisseln gelang es, mit dem Stück «Reini Närvesach» das Publikum bestens zu unterhalten und restlos zu verblüffen. Der lang anhaltende Applaus am Schluss zeigt die grosse Begeisterung des Publikums.

Hans Christof Wagner
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Keinen Durchblick mehr: Margot Schmid (Rosemarie Weber), Harry Wächter (Thomas Binkert), Stefan Schmid (Edgar Kuprecht), Lumi (Simon Suter), Tante Käthi (Vreni Windisch), Madelaine Schmid (Michaela Moser).

Keinen Durchblick mehr: Margot Schmid (Rosemarie Weber), Harry Wächter (Thomas Binkert), Stefan Schmid (Edgar Kuprecht), Lumi (Simon Suter), Tante Käthi (Vreni Windisch), Madelaine Schmid (Michaela Moser).

Hans Christof Wagner

Warum nur stand auf der Bühne ein Staubsauger im Weg? Das dürfte sich am Samstagabend so mancher Zuschauer gefragt haben. Als das Lustspiel in drei Akten schliesslich begann, gab es die Antwort: Madelaine Schmid (Michaela Moser), die Hausherrin, stolperte darüber und fiel hin. Licht aus, Szene zu Ende. War es nur eine Slapstick-Einlage zu Beginn?

Jedenfalls hatten die Zuschauer der Premiere in der ausverkauften Turnhalle den Vorfall bald vergessen. Dafür war das Treiben auf der Bühne einfach zu turbulent. Kaum eine Minute verging, ohne dass es an der Türe klingelte und skurrile Typen im Haus auftauchten. «Reini Närvesach» ist einer dieser Komödien, deren Komik davon lebt, dass jemand zum falschen Moment an einem Ort ist, eine Szene beobachtet, die er missdeutet, oder Personen für etwas hält, was sie nicht sind. Der Zuschauer wird dabei Zeuge, wie sich die Akteure immer dichter in einem Netz von Lügen verfangen, wie die Verwechslungen und Missverständnisse immer mehr an Dynamik gewinnen. Und am Ende drängt sich die Frage auf: Wie kommen die aus dieser Geschichte bloss wieder heraus?

Lachen garantiert

Den Akteuren des Theatervereins Spielleute Sisseln gelang das bei der Premiere mühelos. Seit mehr als 19 Jahren bereichern sie schon das Kulturleben der Gemeinde mit ihren spritzigen Komödien. Darunter sind wie Peter Dietwyler, Edgar Kuprecht, Thomas Binkert und Rosemarie Weber «alte Hasen» mit ihrem routinierten Spiel. Bei jedem neuen Stück stehen aber auch Neulinge auf der Bühne, bei «Reini Närvesach» Petra Kneubühl als vorwitzige Putzfrau und Marianne Maurer als resolute Hauswartin. Immer wieder Extra-Lacher und Szenenapplaus bekamen Simon Suter und Manuel Lustenberger.

Das lag an ihrem guten Spiel, aber auch den schrägen Rollen, die sie verkörperten – den begriffsstutzigen – Mechaniker Lumi und den beflissenen Pfändungsbeamten Anton Meier.

Pedantisch und altmodisch musste Vreni Windisch als Tante Käthi agieren. Hatte Vreni Windisch vergangenes Jahr bei «Chrampf im Altersheim» Regie geführt, wollte sie bei «Reini Närvesach» lieber selbst auf der Bühne stehen. Die künstlerische Leitung übernahm daher zum ersten Mal Nicole Grossmann, die ihre Erfahrung als Souffleuse und Regieassistentin einbrachte. Apropos soufflieren - die Einflüsterungen vom Bühnenrand brauchte es gar nicht, so textsicher war das zehnköpfige Ensemble. 34 Proben gingen der Premiere am Samstag voraus.

Weitere Vorstellungen

Besucher der beiden noch kommenden Vorstellungen (7./8.November, jeweils 20 Uhr) können sich auf mehr als zwei Stunden Kurzweil auf der Bühne freuen und auf einen Schluss, der den Zuschauern in Erinnerung ruft, warum in der ersten Szene die Hausherrin über einen Staubsauger stolperte.