Rund 1000 Kürbisse verwandelten den Mettauertaler Ortsteil Etzgen im Herbst 2017 in ein orangenes Lichtermeer. Die Kürbisbeleuchtung feierte ihren zehnten Geburtstag – sogar ein Team des Schweizer Fernsehens berichtete live über den Anlass. Es war die bis dato letzte Ausgabe der Kürbisbeleuchtung. Im Januar 2018 gab das Organisationskomitee bekannt, dass der Anlass künftig nur noch alle zwei Jahre – nächstes Mal 2019 – stattfinden würde. Und nun steht sogar dahinter ein grosses Fragezeichen. In einem Schreiben an die mitmachenden Vereine, das der AZ vorliegt, heisst es: «Das OK hat entschieden, keine weitere Etzger Kürbisbeleuchtung zu organisieren und daher auf die geplante Durchführung vom 8. und 9. November 2019 zu verzichten.»

«Die Veranstaltung ist mit viel Aufwand verbunden und benötigt das Engagement der Dorfvereine und vieler Helfer», sagt OK-Präsident Pascal Kläusler auf Anfrage. Die Luft sei nach so vielen Jahren etwas draussen, eine gewisse Ermüdung bei den Involvierten spürbar. Das sei auch der Grund gewesen, wieso man 2018 entschied, eine Pause einzulegen.

Erfolglose Suche

Kommt hinzu, dass nach der Jubiläumsausgabe gleich mehrere Mitglieder aus dem OK ausgetreten waren. Zwar konnte in der Zwischenzeit ein neues Mitglied gewonnen werden. «Leider ist es uns jedoch auch nach intensiver Suche nicht gelungen, weitere Personen für das OK zu finden und jemand Verantwortlichen für den Bau zu engagieren», heisst es im Schreiben an die Vereine weiter. Der Entscheid, künftig auf die Kürbisbeleuchtung zu verzichten, sei nicht leicht gefallen, sagt Kläusler. «Nach langen Diskussionen sind wir uns aber sicher, dass er für uns richtig ist.»

Er habe Verständnis, sagt Thomas Vetter, Mitinitiator und ehemaliges OK-Mitglied. Auch er spricht von einer gewissen Ermüdung. «Es ist immer schwieriger geworden, einerseits Mitwirkende und andererseits geeignete Lokalitäten für die Beizli zu finden. Das ist bekannt.» Trotzdem habe er auch mit Erstaunen und Bedauern auf die Nachricht reagiert, dass die Kürbisbeleuchtung nun vor dem Aus steht. «Das ist ein einzigartiger Anlass, der das Dorf zusammengeschweisst hat und eine riesige Ausstrahlungskraft weit über die Region hinaus hatte», sagt er.

Entscheidung am 10. Mai

Einen kleinen Hoffnungsschimmer für die Kürbisbeleuchtung gibt es allerdings noch. Mit dem Schreiben an die Vereine verbunden war nämlich der Aufruf, sich zu melden, falls «es Gruppierungen geben sollte, welche die Organisation übernehmen möchten.» Möglich ist, dass dies zumindest für die Ausgabe diesen Herbst gelingt. Thomas Vetter jedenfalls kündet an, sich umhören zu wollen. «Ich werde prüfen, inwieweit ich mich selber engagieren könnte und wer allenfalls mithelfen würde.»

Eine Entscheidung fällt am 10. Mai. Dann findet die nächste Sitzung des OKs statt und bis dann hat das OK auch die Meldefrist für mögliche neue Organisatoren angesetzt. In den nächsten Tagen werde ausserdem die Etzger Bevölkerung mit einem Flyer über die Gründe und allfällige weitere Schritte orientiert, sagt Kläusler.