Fricktal

Leise rieselt das Geld: Gemeinden bewilligten dieses Jahr Kredite über 45 Millionen

Auch wenn viele Gemeinden in diesem Jahr Kredite von wenigen 100000 Franken beantragten, kommt gesamthaft die stolze Summe von 45 Millionen zusammen. Archiv

Auch wenn viele Gemeinden in diesem Jahr Kredite von wenigen 100000 Franken beantragten, kommt gesamthaft die stolze Summe von 45 Millionen zusammen. Archiv

Die Fricktaler Gemeinden haben in diesem Jahr Kredite über 45 Millionen bewilligt – am meisten Rheinfelden.

Alle Jahre wieder – oder besser: alle Jahre zweimal entscheidet der Souverän an den Gemeindeversammlungen über die Anträge des Gemeinderates. Oft geht es dabei um Investitionen, sprich: um Geld. Die AZ macht Ende Jahr Kassensturz und hat die Kreditanträge sämtlicher 32 Fricktaler Gemeinden zusammengestellt. Fazit dieser computerbasierten Milchbüechlirechnung: Insgesamt haben die Fricktaler in diesem Jahr über Kredite von knapp 45 Millionen Franken befunden.

Im Sommer lagen Projekte vor, die 18 Millionen Franken an Investitionen auslösen werden, vor wenigen Wochen an den Winter-Gemeindeversammlungen solche über 27 Millionen Franken. Zurückgewiesen wurden in diesem Jahr nur wenige Kreditbegehren. Das kann man durchaus als Zeichen deuten, dass die Gemeinderäte ihre (Vor-)Arbeit gut gemacht haben. Man kann auch, frei mit Cäsar (Lateiner mögen wegsehen!) sagen: Veni, vidi, finanzi. Oder, mit Nero gestikuliert: Daumen hoch.

Die hohe Summe, gerade jene an den Winter-Gemeindeversammlungen, erstaunt doch etwas. Denn die Amtszeit geht Ende Jahr zu Ende und oftmals werden Projekte, die hohe Investitionen nach sich ziehen, erst in der neuen Legislatur vorgelegt. Insgesamt treten Ende Jahr acht Gemeindeammänner im Fricktal ab; in ihren Gemeinden wurden insgesamt 9,2 Millionen Franken bewilligt.

Umgerechnet auf die Bevölkerung bedeuten die Kredite: Im Fricktal haben die Stimmberechtigten in diesem Jahr pro Kopf Investitionen von rund 566 Franken bewilligt. Allerdings handelt es sich um Brutto-Kredite: An vielen Projekten wird sich der Kanton oder müssen sich die Landeigentümer beteiligen; beispielsweise an Strassen- und Erschliessungsprojekten. Die effektiven Kosten, die auf die Gemeinden zukommen, sind somit deutlich tiefer.

Mit Abstand am meisten Geld haben die Rheinfelder in diesem Jahr gesprochen: insgesamt 9,52 Millionen Franken. Damit werden unter anderem die Liegenschaft am Zollrain 1 saniert (2,5 Millionen) und Wasserleitungen ersetzt (1,8 Millionen).

Rheinfelden legte dem Souverän gesamthaft sieben Kreditbegehren vor. «Dörfs es betzeli meh si?», fragte sich Laufenburg – und kam mit elf Kreditbegehren. Allerdings lagen alle im fünf- und sechsstelligen Bereich, sodass sich die Gesamtsumme «nur» auf rund zwei Millionen Franken beläuft.

Einen Nuller gelandet

Viele Kreditbegehren legten auch Eiken (10), Hornussen, (8), Oberhof und Frick (je 7) den Stimmberechtigten vor. Frick war auch jene Kommune mit den zweithöchsten Kreditanträgen: Insgesamt entschieden die Stimmberechtigten über Investitionen von 8,2 Millionen Franken. Nicht alle goutierten sie: Den Kredit über 249'000 Franken «für die Planung der Erneuerung der Quartier-Erschliessung Zwidellen», wie es in der Botschaft genitivaffin heisst, lehnten sie ab. Den grössten Teil des Geldes verschlingen dabei zwei Projekte: der Um- und Ausbau des Mehrzweckgebäudes Racht mit 3,5 Millionen Franken und Ausbau der Ackerstrasse für das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) mit 2,3 Millionen Franken. An diesen Kosten werden sich das FiBL und die weiteren Grundeigentümer beteiligen (müssen).

Neben Frick und Rheinfelden legten vier weitere Gemeinden Kredite von mehr als zwei Millionen Franken vor, sieben solche von einer bis zwei Millionen. Mehr als die Hälfte der Gemeinden (18) beantragte dem Souverän Kredite von bis zu einer Million Franken. Eine Gemeinde landete derweil einen Nuller: Herznach hatte in diesem Jahr kein einziges kreditrelevantes Geschäft.

Das heisst nun nicht, dass es in diesen Gemeinden nichts zu reden gab, im Gegenteil: In Gipf-Oberfrick sorgte das Oberstufenthema in den letzten Monaten für viel Gesprächsstoff. Die Gemeinderäte von Frick und Gipf-Oberfrick wollten die Oberstufe zusammenlegen. Dagegen formierte sich Widerstand, der sich in der IG «Pro Oberstufe» artikulierte. Ihr Tenor: Die Schule muss eigenständig bleiben. Das sah auch der Souverän so und lehnte, zum zweiten Mal, ein Zusammengehen mit der Oberstufe von Frick ab.

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