Schifffahrt

Leinen los auf dem Rhein: Für den «Löwen von Laufenburg» könnte es die letzte Saison sein

Die Kaiseraugster Fähre startete schon am Karfreitag in die neue Saison. Wie viele Fahrgäste sie transportiert, ist stark vom Wetter abhängig. (Archiv)

Die Kaiseraugster Fähre startete schon am Karfreitag in die neue Saison. Wie viele Fahrgäste sie transportiert, ist stark vom Wetter abhängig. (Archiv)

Fähren und Personenschiffe starten in die Saison. Jürgen Schroff, Kapitän des «Löwen von Laufenburg», sucht nach einem Nachfolger.

Frühlingszeit ist Schifffahrtzeit. Kaum steigen die Temperaturen in den zweistelligen Bereich, wird der Rhein wieder zum beliebten Ausflugsziel. Die Kaiseraugster Fähre startete schon am Karfreitag als erste in die Saison. Ihr Pendant in Mumpf legt traditionell am 1. Mai zum ersten Mal vom Ufer ab.

Die Mumpfer Rheinfähre, die vom Pontonierverein betrieben wird, wurde während der Winterpause restauriert – auch hinsichtlich des 800-Jahre-Dorfjubiläums. «Wir haben einzelne Bretter ersetzt, neue Bänkli montiert und das Boot neu gestrichen», sagt Fährichef Benjamin Winter.

Jeweils an Sonn- und Feiertagen und während des Mumpfer Fischessens ist die Fähre zwischen Mumpf und Bad Säckingen unterwegs. «Es ist sehr wetterabhängig, ob an einem Tag viele Leute kommen oder nicht», sagt Winter. Vor allem an schönen Tagen kämen auch viele Velofahrer, die sich mit der Fähre ans deutsche Ufer bringen lassen, um dort ihre Tour fortzusetzen.

Vom Wetter abhängig

In Kaiseraugst hat der Fährbetrieb ebenfalls eine lange Tradition. Seit 1995 ist die Ortsbürgergemeinde für die «Fähri» zuständig. Auch Max Heller, seit 28 Jahren einer von 18 Fährleuten, weiss, dass das Fährgeschäft immer den Witterungsverhältnissen ausgesetzt ist. «Wenn es kalt ist, kommt fast niemand. Und wenn es zu heiss ist, baden die Leute lieber im Rhein.»

Neben den fahrplanmässigen Fahrten quer über den Rhein nach Herten und wieder zurück, führt die Kaiseraugster Fähre auch Anlässe für Gruppen durch. Für solche Fahrten – sogenannte Schlaufenfahrten – reicht ein Bootsausweis nicht mehr aus. Die Fährleute müssen dann im Besitz eines Hochrheinpatents sein. «Fünf von unseren Leuten haben ein solches Patent», sagt Heller, nicht ohne Stolz. Mit allen durchgeführten Fahrten kommt die Kaiseraugster Fähre so auf rund 6000 Fahrgäste im Jahr.

Von Ortsbürgern finanziert

Dass die Ortsbürgergemeinde jährlich für das anfallende Defizit von rund 30 000 Franken aufkommt, geht für den ehemaligen Gemeindepräsidenten Heller in Ordnung. «Die Ortsbürgergemeinde hat das Geld, um die Tradition aufrechtzuerhalten.»

Neben den traditionsreichen Fähren haben sich auch Personenschiffe ihren Platz auf dem Rhein gesichert. Eines davon ist der «Trompeter von Säckingen». Am 1. Mai beginnt für das Schiff, das Platz für 90 Personen bietet, die Saison. Bis es seine Frequenzhöhepunkte erreicht, dauert es aber noch eine Weile. «Die meisten Gäste kommen dann, wenn in der Schweiz und in Deutschland Sommerferien sind», sagt Kapitän Johann-Peter Michlmayr.

Ein paar Kilometer rheinaufwärts ist der «Löwe von Laufenburg» stationiert. Eine Winterpause hat das Schiff von Kapitän Jürgen Schroff nicht gemacht. Zwar läuft der offizielle Fahrplan erst seit den Ostertagen wieder, in der kalten Jahreszeit konnte der «Löwe» trotzdem von Gesellschaften gebucht werden. Die Frage ist hier allerdings, wie lange noch. Kapitän Schroff ist 67 und hätte den Betrieb gern schon vor zwei Jahren abgegeben. Doch ein geeigneter Nachfolger fehlt. «Ich werde so lang weitermachen, bis sich ein Käufer findet», sagt er. Der Kapitän hofft, dass das Schiff bei einem Besitzerwechsel in der Region Laufenburg bleibt. Sicher ist dieses Szenario aber nicht. «Ich habe drei Schiffsmakler engagiert. Die suchen nun international nach einem Käufer», sagt Schroff.

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