Foodsharing

Leerstehende Telefonzelle als «Laden» um Essen vor dem Wegwerfen zu retten

Béa Bieber und Michael Sailer an der Foodsharing-Station.

Béa Bieber und Michael Sailer an der Foodsharing-Station.

Am Bahnhof Rheinfelden gibt es eine erste Foodsharing-Station. Dort können Lebensmittel abgegeben und mitgenommen werden.

Es ist ein «Laden», der 24 Stunden offen steht. Eine Kasse gibt es dort nicht. Kunden und Verkäufer im herkömmlichen Sinne auch nicht. Bei einer Foodsharing-Station, einer Anlaufstelle zum Essenteilen, ist vieles anders. Jetzt hat die GLP Rheinfelden/Fricktal eine solche am Bahnhof Rheinfelden eingerichtet. Es ist laut den Initianten, Béa Bieber und Michael Sailer, die dritte im Aargau, die in Zusammenarbeit mit dem Verein Madame Frigo entstanden ist.

Weil heutzutage alle mit dem Smartphone telefonieren, wurde dafür eine schon seit zwei Jahren leer stehende Telefonzelle im Bahnhofsgebäude «zweckentfremdet». Darin stehen jetzt ein Kühlschrank und ein Gestell. Bieber: «Jedermann ist eingeladen, darin noch einwandfreie Lebensmittel zu deponieren oder daraus zu entnehmen – kostenlos.» In die Station rein dürfen Obst, Gemüse, Backwaren, verpackte und verschlossene Produkte. Draussen bleiben müssen Alkohol, Fleisch, Fisch, gekochte Speisen, Tiefkühlkost und schon Geöffnetes. Ziel ist es, Lebensmittelverschwendung zu verhindern. Ein Geben und Nehmen also – nur so können solche Lebensmittelteil-­Stationen funktionieren. Davon, dass es in Rheinfelden funktioniert, sind Bieber und Sailer überzeugt. «Der Bahnhof ist der ideale Ort dafür mit den Menschenmengen, die dort täglich ein- und aussteigen.» Nur wenn der Stationsort gut erreichbar sei und das Deponieren und Holen ohne grossen Aufwand vonstattengehe, mache es Sinn, betonen die beiden.

Während Madame Frigo den Kühlschrank stellte, muss die Rheinfelder GLP den Strom zu dessen Betrieb selbst zahlen. Laut Bieber sind die Stromkosten in der Miete für die von der SBB zur Verfügung gestellte Telefonzelle enthalten – 120 Franken pro Jahr.

Das Unternehmen habe diese zuvor neu streichen und mit einer Steckdose versehen lassen, berichtet die Grünliberale, die wie Sailer im Oktober für den Grossen Rat kandidiert. Die GLP-Grossratskandidaten sollen Bieber zufolge auch die Stationspaten sein. Deren Job: Lebensmittel kontrollieren, Kühlschrank putzen, Beschädigtes reparieren.

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