Wölflinswil
Lebensrettung auf Knopfdruck: So funktioniert ein Defibrillator

Ein grosser Kreis interessierter Personen liess sich von Fachmann Peter Sägesser informieren, wie ein Defibrillator angewendet wird.

Peter Bircher
Merken
Drucken
Teilen
Die richtige Handhabung eines Defibrillators interessiert.

Die richtige Handhabung eines Defibrillators interessiert.

bi

Der Samariterverein Wölflinswil-Oberhof hatte die Idee, den eben im Vorraum der Mehrzweckhalle installierten Defibrillator (AED) der interessierten Dorfbevölkerung mit allem Drum und Dran vorzuführen. Die junge Präsidentin Monika Winkler konnte einen grossen Kreis Interessierter begrüssen und der Kursleiter des Vereins, Peter Sägesser aus Erlinsbach, blendete voll in die Praxis und instruierte über die fachgerechte Anwendung.

«Das Gerät kann eine grosse Hilfe sein, aber im ersten Moment ist die Erhaltung und Überwachung des Kreislaufes das Wichtigste», führte Sägesser aus. Bereits die Lagerung einer bewusstlosen Person ist entscheidend wichtig. Am besten ist die Lage auf festem Grund, das heisst am Boden, damit sofort mit den Thorax-Kompressionen begonnen werden kann.

Es geht um Minuten

In den allermeisten Fällen ist – auch wenn der Standort des AED noch so ideal ist – der Soforteinsatz des Gerätes nicht möglich. Mit jeder verstrichenen Minute schwinden die Erfolgsaussichten um rund 10 Prozent, eine Person mit Kreislaufstillstand zu retten. Die unmittelbare, rasche und kompetente Hilfe ist mit den Thorax-Kompressionen möglich. Selbstverständlich ist dann alles darauf zu setzen, möglichst rasch mit dem AED zu defibrillieren. Der Faktor Zeit ist auch sehr entscheidend, weil das Gehirn zwingend auf eine genügende Sauerstoffzufuhr angewiesen ist. Nach nur drei bis vier Minuten können sonst die Gehirnzellen einen nicht zu behebenden Schaden davontragen.

Profi vor Ort?

Es wird immer illusorisch sein, dass professionelle Rettungsdienste im entscheidenden Moment vor Ort sind. Die Alarmierung und die Anfahrtszeit fressen Minuten. In unserm dezentral besiedelten Land ist es auch undenkbar, dass möglichst alle in der Nähe von Notfallzentren wohnen oder arbeiten.

Also ist es wichtig, dass Menschen vor Ort wissen, was zu tun ist. Wichtige Helferdienste können hier die Samariter und die Feuerwehrleute leisten. Das situationsgerechte Handeln will gelernt sein. Hier erfüllen die Samaritervereine eine wichtige Aufgabe. Es wurde an diesem Abend auch demonstriert, wie man Bewusstlose fürs Erste einmal richtig lagert – ein entscheidender Faktor, damit wirksam mit der Ersten Hilfe begonnen werden kann. Das wurde von Michel Graber sehr gut demonstriert. Er ist Mitglied des örtlichen Vereins und zugleich Chef der Betriebssanität in einer grösseren Firma. So kann man Synergien nutzen.

Eine wichtige präventive Massnahme ist das regelmässige Blutdruckmessen. Bei vielen Menschen ist dieser erhöht und liegt über der kritischen Grenze von 140/90 mm Hg (Bluthochdruck, Hypertonie). Bluthochdruck spürt man nicht, deshalb weiss ein Drittel der Betroffenen auch nichts davon.

Die Frühdefibrillation durch Laien mit dem automatischen externen Defibrillator (AED) verbreitet sich immer mehr. Auch Dörfer haben mehr und mehr mindestens einen AED-Standort. Die Kosten für ein Gerät liegen bei rund 4000 Franken bei einer Aussenstation mit Stromanschluss. Wie Abwart Franz Meier ausführte, war der Vorraum von Schulanlage und Turnhalle, der zugleich Mehrzweckraum für viele Anlässe ist, ideal für den AED-Standort. Auch deshalb, weil sich das Lehrschwimmbecken in der Nähe befindet.