Zu Jahresbeginn präsentiert die Theaterbühne des Turnvereins Zuzgen unter der Regie von Murielle Kälin, Nina Kyburz, Simon Hürbin und Tanja Sacher eine Aufführung, die sich messen kann mit jedem Musical in einer Grossstadt: «Hello Dolly» von Michael Steward und Jerry Hermann.

Mitreissender, professioneller Gesang, herrliche Soli, gekonnte, schauspielerische Leistung, ein Ad-hoc-Orchester unter Leitung von Simon Hürbin, ausgewählte Requisiten, schöne Kostüme, die nicht nur punktgenau in die Zeit von 1890 passen, sondern auch von den Mitgliedern des Turnvereins überwiegend selbst genäht wurden. Kurz: Die Zuschauer dürfen eintauchen in das letzte Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts, ins turbulente Geschehen der Metropole New York.

Auf der Suche nach einer Frau

Der übellaunige, verschrobene Hagestolz und reiche Geschäftsmann Horace Vandergelder (Thomas Sacher) will ein zweites Mal heiraten. Doch das ist bei einem solch mürrischen Typen nicht so einfach.

Deshalb nimmt er die Dienste der lebenslustigen, quirligen Heiratsvermittlerin und Witwe Dolly (Tanja Sacher) in Anspruch. Dolly will, jedoch eher vordergründig, Vandergelder mit der Hutladenbesitzerin Irene Molloy (Lea Hasler) verkuppeln.

Aber eigentlich sieht sie sich selbst als passende Kandidatin für diesen knurrigen Schlacks. Herrlich, wie sie mit Witz und Charme ganz in ihrem Sinn dabei die Fäden zieht. Auch Hutladenbesitzerin Molloy hat völlig andere Pläne.

Auch daneben geht es drunter und drüber: In Vandergelders Geschäft arbeiten die beiden recht armen Schlucker Cornelius (Lorenzo Pedrocchi) und Barnaby (Daniel Pfarrer), umwerfend ihr Humor und ihre Tappigkeit.

Auch die beiden suchen ihr Glück in New York, nutzen dazu die Abwesenheit ihres Dienstherren. Dass es dabei zu jeder Menge Verwicklungen und Turbulenzen kommt, liegt nahe. Und Ermengard, Nichte von Vandergelder (Daniela Brogli), ist zum Weinen traurig, denn der Onkel will von ihrem Herzallerliebsten, dem mittellosen Künstler Ambrose (Micha Binkert), absolut nichts hören. Doch da kennt er Dolly nicht, die immer eine – manchmal auch hinterlistige – Lösung hat.

Seit Jahren ein Musical

Die Handlung gerät völlig aus dem Ruder, als alle Akteure in Dollys Stammlokal «Harmonia-Garten» aufeinandertreffen – Cornelius und Barnaby mit ihren Angebeteten Irene Molloy und Minnie, Dolly mit Vandergelder, Ermengard und Ambrose, der stets fröhliche Barbier Francois (Stefan Gysin). Dabei versteht es die lebensfrohe Witwe Dolly stets, den Gang der fulminante Ereignisse nie aus der Hand zu geben.

Anspruchsvolles Schauspiel zeigt die Theaterbühne des Turnvereins Zuzgen seit 1961. Gesungen wurde schon immer. Vor acht Jahren entschied sich das Ensemble zu einem Quantensprung hin zum Musical. Alle Akteure sind Laien, einige von ihnen mit gesanglicher oder musikalischer Ausbildung. Die Proben begannen bereits im Sommer.

«Hello Dolly» in der Turnhalle Zuzgen: Freitag, 8. Januar; Samstag, 9. Januar; Samstag, 16. Januar; Sonntag, 17. Januar; Freitag, 22. Januar; Samstag, 23. Januar, jeweils 20 Uhr.