«Die Römer in Laufenburg» heisst die Ausstellung, die derzeit im Museum Schiff zu sehen ist. Doch auch die Sizilianer mit Wurzeln in Leonforte haben den Bezirkshauptort bereichert. Bereits zum 20. Mal finden am kommenden Samstag die Feierlichkeiten zu Ehren von San Giuseppe, dem Schutzpatron von Menschen in Not, öffentlich statt. Der Anlass ist mittlerweile derart gut etabliert und schweizweit bekannt, dass er in die Liste der lebendigen Traditionen des Bundesamtes für Kultur (BAK) aufgenommen wurde.

Die Anfänge nahm die San-Giuseppe-Tradition im privaten Rahmen. 1994 wurde das Fest durch die Zusammenarbeit der sizilianischen Traditionsträger, der römisch-katholischen Kirchgemeinde und Missione Cattolica di lingua italiana öffentlich. Bei der zweiten Austragung 1995 fand dann bereits die erste grosse Prozession statt, bei der eine Statue des Heiligen Josef durch die Gassen der Laufenburger Altstadt getragen wird.

Prozession durch die Altstadt

Die Prozession wird auch in diesem Jahr wieder stattfinden. Nach der heiligen Messe (18.30 Uhr in der römisch-katholischen Kirche St. Johann) führt der Prozessionszug ab 20 Uhr durch die geschmückten und speziell beleuchteten Gassen zur neuen Laufenburger Stadthalle. Dort wird traditionellerweise ein Altar mit gespendeten Lebensmitteln aufgebaut. Der Altar gilt als «Gegenleistung» für die persönliche Bitte, die an den Heiligen Josef gerichtet wurde. Viele der Lebensmittel auf dem Altar wurden in zeitaufwendiger Handarbeit selber hergestellt. Nach dem Anlass werden die Brote und Süssigkeiten verteilt.

Gäste aus Italien

Der Laufenburger San-Giuseppe-Tag ist in der Schweiz und im angrenzenden süddeutschen Raum bekannt. Doch auch in der sizilianischen Heimat sorgte das Fest für Aufsehen. Gerade in den Anfangsjahren reisten viele Leonforteser und andere Sizilianer an und feierten mit. Dies lag nicht zuletzt darin begründet, dass das grosse San-Giuseppe-Fest mit Altar in Varese nach demjenigen in Laufenburg entstanden ist. In diesem Jahr findet die Feier in Varese nicht statt, sodass es durchaus möglich ist, dass sich wiederum viele Gäste aus Italien in Laufenburg einfinden werden.

Doch auch bei der Laufenburger Bevölkerung stösst der Anlass auf Interesse und Akzeptanz. Er fördere die Annäherung, den Austausch und das gegenseitige Verständnis und habe einen integrativen Charakter, lobt das BAK auf seiner Website.