In Sisseln häuften sich in letzter Zeit die Reklamationen wegen Lärm, die Gemeinde Eiken publiziert in den amtlichen Mitteilungen die Ruhezeiten-Regelung aus dem Polizeireglement und Magden macht dasselbe, «aufgrund von Rückfragen aus der Bevölkerung».

Ist die Ruhe im Fricktal also gestört? «Im Sommer, wenn viele Leute das schöne Wetter und die warmen Temperaturen abends im Freien geniessen, kommt es oft zu Meldungen über Lärmbelästigungen», sagt Werner Bertschi, Chef der Polizei Oberes Fricktal. Klagen über Lärmbelästigungen kämen aber das ganze Jahr über vor.

Auf der Eiker Gemeindekanzlei sind nach Auskunft von Gemeindeschreiberin Jennyfer Enge in letzter Zeit vermehrt Lärm-Meldungen eingegangen. «Allerdings nur aus einem Quartier.» Stein des Anstosses sei jeweils zu laute Musik gewesen. Tatsächlich gehen laut Werner Bertschi die meisten Lärmklagen wegen lärmender Personen im Freien und wegen lauter Musik, durch welche sich direkte Nachbarn gestört fühlen, ein.

Laute Nachbarn und Baustellen

Nachbarschaftskonflikte sind dem Sissler Gemeindeschreiber Heribert Meier dagegen keine bekannt. «Die Nachbarn scheinen Verständnis dafür zu haben, wenn man die letzten warmen Tage geniesst und vielleicht mal etwas länger draussen sitzt.» In Sisseln ist es eher Arbeitslärm, der für Unmut sorgt, wie Meier sagt. Rasenmähen über Mittag sei etwa in den letzten Wochen ein Thema gewesen. Und: «Wir haben festgestellt, dass auswärtige Bauunternehmen nicht realisieren, wenn lokale Feiertage sind», so Meier.

Auch in Wallbach sind es am ehesten Bauarbeiter, die sich nicht exakt an die Ruhezeiten halten. «Manchmal wird über Mittag durchgearbeitet», so Gemeindeschreiber Thomas Zimmermann. Es seien aber «Einzelfälle», die man nicht überbewerten solle. Und: Klagen aus der Bevölkerung gebe es wegen solcher Immissionen kaum. Eine Beobachtung, die Werner Bertschi teilt.

Nicht ganz deckungsgleich sind die Erfahrungen von Zimmermann und Bertschi in puncto Herbeirufen der Polizei. Wenn es am Badplatz oder beim Pontonierdepot in Wallbach mal länger laut sei, gingen die Anwohner wenn nötig direkt auf die Leute zu, sagt Zimmermann. «Es ist ja auch nicht so, dass es jedes Wochenende eine grosse Party gibt.

Wallbach ist ein ruhiges Wohndorf.» Bertschi dagegen hat «tendenziell das Gefühl, dass vielleicht eher mal der Polizei angerufen wird, anstatt selber beim Verursacher des Lärms vorzusprechen». Trotzdem seien aber die Lärmklagen im Vergleich mit den Vorjahren nicht gestiegen, so Bertschi. Die gleiche Erfahrung hat auch die Regionalpolizei Unteres Fricktal gemacht.

Sensibler als bei Musik und Baustellen reagieren die Wallbacher dagegen, wenn der Lärm von der deutschen Rheinseite in die Schweiz eindringt. «Wir haben regelmässig Meldungen wegen nächtlicher Ruhestörung durch die Alunova», so Zimmermann. Die Gemeinde sei diesbezüglich in Kontakt mit den deutschen Behörden. «Wir sind der Meinung, dass sich durch eine geschicktere Organisation der Arbeitsabläufe eine Reduktion des nächtlichen Lärms erreichen lässt», so Zimmermann.