Kaisten
Laute Bautöne statt andächtiger Stille in der Kaister Kirche

Die umfassende Innenrenovation der katholischen Kirche St. Michael in Kaisten kommt gut voran, doch es fehlen noch 400'000 Franken.

Susanne Hörth (Text und Fotos)
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Hier entsteht eine Gebetsnische.
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Die Bankreihen fehlen noch einige Zeit.
Laute Bautöne statt andächtiger Stille
Eingang mit provisorischer Türe.

Hier entsteht eine Gebetsnische.

Gross und erhaben steht die Kirche St. Michael über dem Kaister Dorfzentrum. Strahlt Friede und Ruhe aus. Mit der Ruhe ist es aber spätestens bei Betreten des Gotteshauses über eine provisorische errichtete Rampe vorbei. Was das Auge als Erstes wahrnimmt, wird von Ohr und Nase bestätigt: Hier wird gebaut beziehungsweise saniert. Handwerker sind zurzeit dabei, Bitumbahnen auf dem Boden zu verlegen und miteinander zu verschweissen. Wo sonst Kirchenbänke stehen, herrscht gähnende Leere bis auf zwei grosse, provisorische Holzrahmen am Boden.

Der Sanierung fehlen noch 400 000 Franken

Die unter Denkmalschutz stehende Kaister Kirche St. Michael wird im Spätsommer 2015 wiedereröffnet. Bis dahin muss am ältesten Gebäude der Gemeinde aber noch viel saniert und neu gemacht werden. Die Kosten sind hoch, betragen 3,1 Millionen Franken. An Eigenmitteln, Beitrag von Landeskirche und kantonaler Denkmalpflege stehen 2,7 Millionen Franken zur Verfügung. 400 000 Franken fehlen noch in der Kasse. Die Kirchenpflege hofft, den fehlenden Betrag nicht mittels Aufnahme eines Darlehen finanzieren zu müssen. Vielmehr wird auf die Spendefreudigkeit der Bevölkerung und der umliegenden Firmen gehofft. Mittels Flyern rufen die Kirchenverantwortlichen nun zum Spenden auf. Die Kosten werden genau dargelegt: So braucht es für Raumhülle Chor und Schiff 96 685 Franken; für die umfassende Technik 102 300 Franken; für den Boden 205 700 Franken; für die Heizungsanlagen 280 000 Franken; für Altäre und Kanzel 112 600 Franken und für die WC-Anlage 70 600 Franken. «Das Ziel der Renovation dieses wertvollen Kulturgutes ist die Erhaltung und Sicherung der Bausubstanz», macht die Baukommission deutlich, wie wichtig die Sanierung für die Zukunft ist. (SH)

Das Sonnenlicht, das durch die grossen Fenster fällt, offenbart, wie verschmutzt die Wände sind. «Sie müssen noch in aufwendiger Arbeit von all ihren alten Farbschichten befreit werden», sagt Simon Merkofer, Mitglied der Renovationskommission. Er zeigt auf eine Stelle an der Wand, wo zu Untersuchungszwecken bereits ein kleines Stück bis auf das Mauerwerk freigelegt wurde. Wie die Wände muss auch die gewölbte Gipsdecke vor einem Neuanstrich von den Verfärbungen der vergangenen Jahrzehnte befreit werden.

Neue Fussbodenheizung

Noch sind aber Wände und Decke nicht an der Reihe. Hauptaugenmerk gilt zurzeit dem Boden. Und hier geht es zügig voran. «Wir sind mit den Arbeiten sehr gut im Zeitplan», so Simon Merkofer. Nach Pfingsten wurde mit der Sanierung begonnen. Der Boden wurde auf der ganzen Fläche herausgespitzt und frisch betoniert. Darauf werden zurzeit rund 400 Quadratmeter Bitumbahnen verlegt. Darauf wird nochmals eine Dämmschicht aufgebracht, dann die Heizrohre für die neue ganzflächige Fussbodenheizung. Mehr Wärme wird in kalten Monaten und nur während der Kirchenbenützung durch eine Warmwasserheizung in den Sitzbänken erzeugt.

Auf dem Kirchenboden werden zu guter Letzt werden Natursteinplatten verlegt. Das bisherige Riemenparkett im Bereich der Bankfelder wird geschliffen, geölt und wieder eingebracht. Zurzeit machen aus dem Boden ragende Rohre ebenfalls deutlich, dass auch im Bereich der elektrischen Installationen bereits einiges getan wurde. Die gesamte Elektrik in der Kirche wird im Rahmen der Renovation erneuert.

Mit Blick auf die Altäre sagt Simon Merkofer am gestrigen Mittwochnachmittag: «Sie mussten zum Schutz vor den Sanierungsarbeiten gut verpackt werden.» Grosse Holzbretter und dicke Plastikblachen schirmen die Altäre vor dem Dreck und Staub, wie er zwangsläufig bei einer umfassenden Renovation entsteht.

Die beweglichen Kulturgüter, wie etwa die teils sehr wertvollen Heiligenfiguren sind für ihre Reinigung und Restauration abmontiert und weggebracht worden. Gut «eingepackt» wurden übrigens nicht nur die Altäre und die Kanzel, sondern auch die grosse Orgel. Auch sie wird nach der Sanierung gereinigt, bei Bedarf revidiert werden müssen.

Fenster in der Sakristei

Bisher haben sich bei den Bauarbeiten keine unerwünschten Überraschungen gezeigt. Ausgeführt werden die von der Kirchgemeinde bewilligten Sanierungen. Zusätzlich werden aber auch noch die Fenster der Sakristei ausgewechselt. Damit sicherer gegen Einbruch gemacht. Für die Isolierfenster inklusive Lüftung müssen zusätzlich 26 000 Franken aufgewendet werden.

Die Uhr läuft, die Glocke läutet

Während ihrer rund einjährigen Sanierungszeit kann die Kaister Kirche nicht benutzt werden. Die Gottesdienste finden im Pfarreiheim oder in der Ittenthaler Kirche statt. Für Präsenz sorgt das Gotteshaus in seiner unbenutzbaren Phase aber gleichwohl nicht nur optisch. Die Zifferblätter der Kirchenuhr zeigen nach wie vor die Stunden und Minuten an, die Glocken läuten wie gewohnt. Mit dem Drehen der Zifferblätter schreitet minütlich auch die Sanierung in der Kirche voran.