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Laura Preiss nimmt mit ihrem Pferd Faramars am Fricktaler Distanzritt teil

Laura Preiss und Faramars freuen sich auf den Distanzritt in Eiken. kpf

Laura Preiss und Faramars freuen sich auf den Distanzritt in Eiken. kpf

Laura Preiss ist Distanzreiterin und nimmt mit ihrem Pferd Faramars im Mai am zweiten Fricktaler Distanzritt teil. Das Wohl des Pferdes stehe dabei über dem eigenen Ehrgeiz, sagt die junge Reiterin.

Rund neun Stunden pro Woche, die meisten davon am Wochenende, sitzt Laura Preiss fest im Sattel.

Sie und ihr Pferd Faramars trainieren für den zweiten Fricktaler Distanzritt, der vom 24. bis 26. Mai in Eiken ausgetragen wird.

Distanzreiten ist eine Sportart, die viel Ausdauer verlangt; legen Pferd und Reiter doch bis zu 120 Kilometer (auf internationaler Ebene sogar bis 160 Kilometer) pro Wettkampf zurück.

«Mich fasziniert das Zusammenspiel zwischen Tier und Mensch. Man setzt sich ein grosses Ziel und erreicht es dann zusammen», sagt Laura Preiss, die das Distanzreiten per Zufall als 11-Jährige entdeckt hat. «Meine Schwester und ich sind durch ein Inserat für ein Lager für Einsteiger darauf aufmerksam geworden und dann dabei geblieben.»

Grosser Trainingsaufwand

Laura Preiss’ ältere Schwester Jessica hat inzwischen mit dem Distanzreiten aufgehört, da sich der hohe Trainingsaufwand nicht mit ihrem Studium verbinden liess.

Laura Preiss arbeitet momentan noch 100 Prozent als Zahnarztgehilfin und möchte nach Abschluss ihrer Lehre auf 60 Prozent reduzieren, um mehr Zeit fürs Training zu haben.

«Möglich ist dies nur dank meinen Eltern. Meine Mutter unterstützt mich extrem und trainiert auch mit Faramars an der Longe, wenn ich nicht mit ihm ausreite.»

Faramars, dessen vollständiger Name «ar faramars ibn maymoun» lautet, ist ein Vollblut-Araberpferd, der seit vier Jahren Laura Preiss gehört.

«Er war am Anfang extrem schüchtern, da er eine schlechte Vergangenheit hat und vom Vorbesitzer geschlagen wurde. Wir haben viel Zeit gebraucht, um uns aneinander zu gewöhnen.»

Faramars braucht noch Zeit

An Distanzreit-Wettbewerben startet Laura Preiss mit Faramars erst seit einem Jahr. In Eiken starten die beiden auf der 50-Kilometer-Strecke, obwohl Laura Preiss eigentlich schon auf die 120-Kilometer-Strecke dürfte, da sie die dafür nötigen Qualifikationen geschafft hat.

«Faramars ist noch nicht soweit. Ich plane darum im Juni und im Oktober in Deutschland an zwei Wettkämpfen teilzunehmen, wo ich mit Kashan, dem Pferd meiner Schwester, über 120 Kilometer an den Start gehe.» Drei Mal muss Laura Preiss die 120-Kilometer-Strecke schaffen, dann kann sie 2014 an der Europameisterschaft im Distanzreiten starten.

Rücksicht auf das Wohl des Pferdes

Obwohl es im Distanzreiten immer wieder zu Ausfällen kommt – die Tiere werden während des Wettkampfs regelmässig von Tierärzten kontrolliert und zumindest in der Schweiz bei der kleinsten gesundheitlichen Auffälligkeit aus dem Rennen genommen – musste Laura Preiss noch nie aufgeben.

«Mir ist es wichtig, dass sich das Pferd wohl fühlt. Bei Wettkämpfen im Ausland – wo es auch um hohe Preisgelder geht – sieht man manchmal haarsträubende Sachen wie Pferde, die nach dem Ziel an Infusionen gehängt werden müssen.» Das ist nichts für Laura Preiss: «Das Wohl des Pferdes ist meiner Meinung nach wichtiger als der eigene Ehrgeiz.»

Um im Distanzreiten Erfolg zu haben, müsse man das Pferd sehr schonend und über Jahre hinweg aufbauen, so Laura Preiss weiter. Ihre Zukunft in dieser Sportart macht sie darum auch von Faramars abhängig.

«Solange Faramars Freude am Distanzreiten hat, mache ich weiter. Wenn er sich nicht verletzt, ist es realistisch, dass wir noch einige Jahre auf diesem Niveau weitermachen können.» Pferde gehören aber so oder so zu Laura Preiss’ Leben: «Ich kann mir gut vorstellen, später auch beruflich etwas mit Pferden zu machen.»

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