Sanierung

Laufenburg will Stadtbrunnen auf Vordermann bringen

Der Löwe am Laufenplatzbrunnen soll nach der Sanierung wieder ganz sichtbar sein. Marc Fischer

Der Löwe am Laufenplatzbrunnen soll nach der Sanierung wieder ganz sichtbar sein. Marc Fischer

Ein unabhängiges Gutachten von sieben der zwölf Laufenburger Brunnen bestätigt, was die Gemeindeverwaltung schon seit Längerem vermutet: Die 5 Brunnen in der Altstadt sowie der Bahnhofbrunnen und der Schützenbrunnen müssen saniert werden.

Insgesamt 213000 Franken will die Gemeinde berappen. «Wir verteilen das Gesamtpaket aber auf rund zehn Jahre», erklärt Leiter des Bauamtes Salvatore Giglio.

Sämtliche Eisenkonstruktionen an den Brunnen müssen behandelt oder gar entfernt werden. «In den 60ern wusste man es oft nicht besser und hat den Stein mit Eisenklammern zusammengenäht, wenn ein Riss drohte», so Giglio. Doch der Stein ist Wind und Wetter ausgesetzt, dann arbeite es halt innen drin. Das Material wird rissig, so rissig, dass teilweise das Wasser rinnt, «dann blutet der Brunnen», sagt Giglio und zeigt Fotoaufnahmen mit den akribisch dokumentierten «Wunden» an den Brunnen. Die Bilder und «Anamneseberichte» füllen einen ganzen Ordner.

Kostbare Wasserspender

Die Investitionen lohnen sich allemal. Wie die Gebäude der Altstadt haben auch die Brunnen je nach Entstehungsjahr einen Zeitwert. Der Wasenbrunnen aus dem Jahr 1766 hat inzwischen einen Zeitwert von 170000 Franken. Leider habe man ihm aber im Jahr 2005 einen «Swimmingpool-Anstrich» verpasst, sodass sein Wasser jetzt blau schimmert. «Das passt überhaupt nicht zu diesem alten Brunnen», sagt Giglio und vermutet, das sei eine Mode gewesen damals. «Man hätte das eigentlich nicht machen dürfen, aber viele Brunnen in der Schweiz haben heute diesen Schimmer.»

Welchen Innenanstrich der Brunnen erhalten soll, will die Bildhauerei und Steinwerk Weber AG nicht bekannt geben. Materialmischungen basieren ähnlich wie Rezepte auf jahrelang gesammeltem Know-how.

Die Sanierung des Wasenbrunnens schlägt mit rund 49500 Franken zu Buche.

Ähnlich die Dimensionen des Laufenplatzbrunnens, des Marktplatzbrunnens und des Rösslibrunnens: Sie entstanden alle zwischen 1763 und 1827. Ihr Zeitwert beläuft sich auf je rund 160000 Franken. Die Sanierungskosten pendeln zwischen 44500 und 48500 Franken.

Insgesamt stehen mit den kleineren Brunnen den zu investierenden 213000 Franken 714000 Franken an Zeitwert gegenüber. Hält man die Brunnen instand, steigt mit den Jahren auch deren Wert.

Der Löwe soll zum Boden raus.

Wer den Löwen, das Wahrzeichen des Laufenplatzbrunnens, wieder ganz sehen möchte, muss sich mindestens noch acht Jahre gedulden. Der Brunnen muss aus dem Boden raus. Man will daher bis zur dritten Etappe der Altstadtsanierung warten. Bauamtsleiter Giglio vermutet, man habe damals in den 60er-Jahren den Boden angehoben und den schönen Brunnen samt Löwen «gebodigt».

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