Laufenburg
Laufenburg: Von fünf Stadträten bleibt nur einer übrig

Vizeammann Herbert Weiss bleibt der letzte Mohikaner. Nach Stadtammann Rudolf Lüscher sowie den Stadträten Bernhard Weiss und Astrid Obrist hat nun auch Carlo Alfano bekannt gegeben, dass er nicht mehr für eine weitere Amtsperiode antritt.

Marc Fischer
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Vier der fünf Stadträte, die 2009 für die erste Amtsperiode nach der Fusion gewählt wurden, treten nicht mehr zur Wiederwahl an. sh/archiv

Vier der fünf Stadträte, die 2009 für die erste Amtsperiode nach der Fusion gewählt wurden, treten nicht mehr zur Wiederwahl an. sh/archiv

Alfano macht dabei berufliche Gründe für seinen Rückzug auf Ende der Amtsperiode geltend: «Veränderungen im beruflichen Umfeld bringen für mich zusätzliche Aufgaben und Belastungen.» Diese Umstellungen hätten sich erst in letzter Zeit definitiv herauskristallisiert. «Zum Zeitpunkt, als die drei Kollegen ihren Rückzug kommuniziert haben, wusste ich dies noch nicht », so Alfano.

Alle vier Stadträte, die sich nun nicht mehr zur Wiederwahl stellen, haben bereits eine lange Amtszeit hinter sich. Rudolf Lüscher war 24 Jahre im Stadtrat (20 davon als Ammann), Bernhard Weiss 12 Jahre, Carlo Alfano 8 Jahre und Astrid Obrist 12 Jahre (davon acht in der Gemeinde Sulz).

«Unglücklich» sei diese Situation, so Herbert Weiss. «Ich bin darüber nicht besonders erfreut.» Dennoch übte er keine Kritik an seinen Amtskollegen. «Jeder ist für diese Amtsperiode gewählt und jedem ist es freigestellt, den Zeitpunkt seines Rücktrittes selber zu wählen.» Zudem äusserte er Verständnis für die Entscheide seiner Kollegen: «Das Geld verdient man schliesslich im Job.» Er selber werde sich für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung stellen, «sofern sich keine beruflichen Veränderungen ergeben. Das Geschäft hat immer Vorrang.» Zur Frage, ob er sich als einziger verbleibender Bisheriger als Stadtammann zur Verfügung stelle, wollte sich Herbert Weiss auf Anfrage der Aargauer Zeitung nicht äussern.

«Möglicherweise hätten wir eine andere Strategie gewählt, wenn wir von Carlo Alfanos Rücktritt bereits letzten Sommer gewusst hätten», gibt Stadtrat Bernhard Weiss zu. Er betont aber wie seine Amtskollegen auch, dass es sich um persönliche Entscheide der einzelnen Räte handle. «Wir haben kurz andiskutiert, ob allenfalls jetzt noch ein oder zwei vorzeitige Rücktritte möglich wären», ergänzte Carlo Alfano. Ein Entscheid sei aber noch nicht gefallen. Ein solches Szenario berge nicht nur Vorteile, so Vizeammann Herbert Weiss. Ein neugewählter Stadtrat müsste sich nach wenigen Monaten bereits wieder einer Wiederwahl stellen, zudem sei es durchaus möglich, dass es nach der Gesamterneuerungswahl erneut zu Ressortverschiebungen komme.

Stadtschreiber Walter Marbot erklärte auf Anfrage, dass eine Wahl im Juni derzeit noch realistisch wäre, sollte wirklich noch ein vorzeitiger Rücktritt erfolgen. Der Wahltermin für die Gesamterneuerungswahlen ist auf den 22. September festgelegt.

Unabhängig vom Zeitpunkt der Rücktritte ist für Stadtammann Rudolf Lüscher bereits jetzt klar: « Übergang und Übergabe sind sehr wichtig und werden noch einmal grossen Einsatz und Ressourcen der Bisherigen verlangen.»

Die Ortsparteien erwarten eine schwierige Suche, wie Christian Winter (CVP), René Leuenberger (FDP), Wendelin Stäuble (SVP) und Brigitte Gut (SP) unisono erklärten. In den vier Parteien macht man sich seit letztem Sommer Gedanken, ohne bereits konkrete Vorschläge präsentieren zu können. «Dafür ist es noch etwas früh», so Wendelin Stäuble, «das Thema ist in den Köpfen der Bürger gar noch nicht so präsent.»

Christian Winter könnte sich auch eine überparteiliche Kandidatensuche vorstellen: «Stadtratswahlen sind in erster Linie Persönlichkeitswahlen.» Und auch René Leuenberger erachtet ein gemeinsames Vorgehen als schlau. Auch wenn man FDP-intern schon Ideen habe, habe man sich auch bereits mit anderen Organisationen ausgetauscht. Nach den Skiferien werden sich die Parteien der Thematik vertiefter annehmen.

Trotz der erwarteten schwierigen Suche hoffen die Parteienvertreter auf geeignete Kandidaten für die frei werdenden Sitze. Dem schliesst sich der abtretende Stadtammann Rudolf Lüscher an: «Ich bin voller Hoffnung, dass gute Lösungen gefunden werden.»

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