Laufenburg
Unterlegenes SVP- und FDP-Lager: «Der Stadtrat darf jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen»

Am Tag eins nach dem Laufenburger Wahlkrimi bilanzieren die Partei-Lager einen denkwürdigen Tag. Das eine, FDP und SVP, sieht sich nicht nur als Verlierer. Das andere, mit den erfolgreichen Mitte-Kandidaten, kann sein Glück selbst noch nicht richtig fassen. Aber auch die Partei von Herbert Weiss und Regina Erhard sagt: Nicht alles, was am Stadtrat kritisiert worden ist, ist ganz aus der Luft gegriffen.

Hans Christof Wagner
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Der Laufenburger Gemeinderat muss sich nach der Wahl vom Sonntag neu aufstellen.

Der Laufenburger Gemeinderat muss sich nach der Wahl vom Sonntag neu aufstellen.

Nadine Böni (7. Juni 2019)

Der von Meinrad Schraner (SVP) und André Maier (FDP), die als Ammann und Vizeammann kandidiert hatten, angestrebte Führungswechsel im Stadtrat ist am Sonntag krachend gescheitert. Nicht nur, dass Schraner die Ammannwahl verlor. Er wurde zudem sogar aus dem Stadtrat rausgewählt.

Maier gelang zwar die Wiederwahl, allerdings mit dem schlechtesten Resultat der fünf Gewählten. Und bei der Vizeammannwahl unterlag er auch gegen Christian Rüede (SVP). Mit 512 Stimmen schaffte es ausserdem der zweite FDP-Kandidat und Co-Ortsparteivorsitzende Patrick Bernhart nicht in den Stadtrat. Thomas Stäuble, SVP-Ortsparteipräsident, sagt:

«Wir müssen mit dieser Enttäuschung leben und das können wir auch.»

Der Stimmbürger habe entschieden und dessen Votum gelte es zu respektieren, vor allem nachdem es so klar für die Kandidaten Herbert Weiss, Christian Rüede und Regina Erhard ausfiel. Die Kandidatur von Schraner und Maier als Ammann und Vize sei vom Wunsch nach Weiterentwicklung der Stadt motiviert gewesen. Aber offenbar sei der Wunsch des Stimmvolks nach Veränderung nicht so gross, interpretiert Stäuble den Wahlausgang. Er münzt ihn allerdings auch in einen Teilerfolg für die SVP um – hätten doch auch Parteimitglieder zu Rüedes gutem Resultat von 771 Stimmen beigetragen.

Patrick Bernhart gelang die Wahl in den Stadtrat nicht.

Patrick Bernhart gelang die Wahl in den Stadtrat nicht.

zvg / «Aargauer Zeitung»

Patrick Bernhart, Co-Präsident der FDP-Ortspartei Laufenburg und Stadtratskandidat, sagt:

«Ich persönlich bin enttäuscht, dass mir 13 Stimmen zum Einzug in den Stadtrat gefehlt haben. Ich hätte mich gern darin eingebracht. Dieses Ergebnis haben wir uns nicht gewünscht.»

Aber andererseits gilt: «Wir haben mit unserer Kampagne die Stimmbeteiligung auf 53 Prozent hochgeschraubt. Das hat die Leute mobilisiert.» Und das sei doch grundsätzlich positiv.

FDP sieht in Maiers Wahl einen Teilerfolg

Aber die Leute hätten sich eben für Kontinuität entschieden und auch Frauen bevorzugt, was Mitbewerberin Rebecca Melton zugutegekommen sei, so Bernhart. Dass Maier trotzdem der Einzug in den Stadtrat, wenn auch nur knapp, gelungen ist, wertet Bernhart ebenfalls als Teilerfolg. Er sagt:

«Ich wünsche mir vom Stadtrat, dass er jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergeht, André Maier gegenüber nicht nachtragend ist und mit ihm gemeinsam in die Zukunft schaut.»
André Maier bleibt Stadtrat in Laufenburg.

André Maier bleibt Stadtrat in Laufenburg.

zvg / «Aargauer Zeitung»

Maier sollte auch künftig das Ressort Bau und Altstadt unter sich haben, meint Bernhart. Darin habe er sich viele Kompetenzen erworben. Und Baustellen gebe es mit Wärmeverbund. Altstadtsanierung und den Projekten «Adler» und «Schützen» genug. Dass es dort Handlungsbedarf gebe, hätten SVP und FDP mit der Kandidatur von Schraner und Maier unterstreichen wollen, erklärt Bernhart.

Allerdings seien alsbald die Sachthemen überlagert worden von der Kritik am Vorgehen Schraners und dessen Kommunikation mit seinen Stadtratskollegen. Was aber nichts daran ändere, dass die Anliegen teils berechtigt seien und dass der Wille zum Wechsel in der Stadt durchaus bestehe, so Bernhart.

Thema Kommunikation bleibt aktuell

Christian Winter, Präsident von Die Mitte Laufenburg, sagt – wenig verwunderlich:

«Ich bin sehr erfreut und erleichtert darüber, dass die Wahl so eindeutig in unserem Sinne entschieden wurde.»

Die Kandidatur Rüedes habe sehr dabei geholfen, so Winter. Hätten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger daraus doch entnehmen können, dass die Laufenburger SVP nicht geschlossen hinter Schraners Kampagne stehe. An dessen Kritik sei vieles ungerechtfertigt gewesen, aber nicht alles. Am Thema Kommunikation werde der neue Stadtrat «sicher arbeiten müssen», sagt Winter. Und dass er das tut, davon geht Winter auch aus.

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