Laufenburg
Nach der Kampfansage gegen den Stadtammann: So will sein Herausforderer die Stadt vorwärtsbringen

Die FDP- und SVP-Ortsparteien wollen bei den Wahlen einen Führungswechsel an der Spitze von Laufenburg herbeiführen. Meinrad Schraner (SVP) tritt gegen den amtierenden Stadtammann Herbert Weiss (Die Mitte) an, und André Maier (FDP) will Vizeammann werden. Das sind ihre Gründe.

Dennis Kalt
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Stadtrat André Maier (l.) kandidiert für das Amt des Vizeammanns. Vizeammann Meinrad Schraner möchte Herbert Weiss als Stadtammann ablösen.

Stadtrat André Maier (l.) kandidiert für das Amt des Vizeammanns. Vizeammann Meinrad Schraner möchte Herbert Weiss als Stadtammann ablösen.

Dennis Kalt

Ein heisser Wahlherbst steht Laufenburg bevor. Befeuert wird er durch die Kandidatur von Vizeammann Meinrad Schraner (SVP), der Stadtammann Herbert Weiss (Die Mitte) aus dem Ammannsessel drängen will. Um das Amt des Vizes buhlen die Stadträte André Maier (FDP) und Christian Rüede (SVP).

An einer gemeinsamen Medienkonferenz von SVP und FDP am Mittwoch sagte SVP-Ortsparteipräsident Thomas Stäuble dazu:

«FDP und SVP stehen zu dem Zweierticket mit Meinrad Schraner und André Maier. Der Wechsel an der Spitze bringt neue Impulse für alle Ortsteile.»

Allerdings distanziert sich der zweite SVP-Stadtrat, Christian Rüede, vom Vorgehen der eigenen Partei (siehe unten). Seinen Entscheid für die Ammann-Kandidatur teilte Schraner per Mail an seine Ratskollegen und -kollegin gleichzeitig mit. Für diesen Kommunikationsstil erntete Schraner von mehreren Seiten Kritik. Weiss zeigte sich über das Vorgehen enttäuscht. Schraner sagt dazu:

«Falls wir falsch kommuniziert haben, tut es uns leid. Wir wollen keinen abschiessen oder eine Leistungsbeurteilung machen.»

Es ginge nicht um Ruhm und Ehre, sondern um die Weiterentwicklung der Gemeinde. Gemäss Schraner habe man an der Gemeinderatssitzung von Montag miteinander vereinbart, dass Amtsgeschäfte und Wahlkampf auseinandergehalten werden. «Wir sind beide erfahren genug dafür», sagte er.

Schraner stellte klar: «Wenn wir nicht als Ammann und Vizeammann gewählt werden, aber als Stadtrat, dann treten wir das Amt auch an.» Maier bekräftigte dies.

Im Zentrum der Kandidaturen von Schraner und Maier steht ein 7-Punkte-Plan, um Transparenz gegenüber der Bevölkerung zu schaffen, den Fortschritt zu messen und Verbesserungen in der Zusammenarbeit mit den Kommissionen aufzuzeigen, wie Schraner ausführte.

Neben einem verantwortungsbewussten Handeln soll die Präsenzzeit für die Führung der Gemeinde erhöht werden, um Qualität und Umsetzungszeit der Arbeit von Behörde und Verwaltung zu erhöhen. Drittens streben Schraner und Maier an, dass der Stadtrat zeitnah über wichtige Projekte, Ereignisse und Entscheide informiert.

Das Swissgrid-Areal wiederbeleben

Zudem wollen sie viertens persönlich die Führung eines City-Managements übernehmen und damit den ganzheitlichen Auftritt der Gemeinde führen. Fünftens soll die Pro-Kopf-Verschuldung durch Investitionen nach Dringlichkeit und Wichtigkeit getätigt werden.

Nach dem Wegzug der Firma Swissgrid ist es sechstens ein Ziel, das Areal wiederzubeleben, um die Gemeinde als Wirtschaft und Gewerbestandort zu stärken. Siebtens wollen Schraner und Maier das Klimabewusstsein stärken. Etwa durch die Umsetzung des Wärmeverbundes Laufenburg oder die Verbesserung der Anbindung an den ÖV.

Christian Rüede (SVP) stärkt Herbert Weiss den Rücken

Stadtrat Christian Rüede (SVP) tritt bei den Vizeammannwahlen gegen André Maier (FDP) an. Dies erstaunt, stehen doch die SVP-Ortsparteien von FDP und SVP hinter dem Zweier-Ticket. Auf Anfrage sagt Rüede, dass er weder den Kurswechsel noch die Art, wie dieser von der SVP und FDP eingeleitet wird, gutheissen kann. «Davon distanzierte ich mich», sagt er. Rüede stärkt dem aktuellen Stadtammann der Rücken. «In den letzten acht Jahren habe ich Herbert Weiss stets als sehr kompetenten, engagierten und loyalen Ratskollegen erlebt.» Von der plötzlichen Kursänderung sei er mehr als überrascht gewesen. Der Stadtrat habe sich an der Klausurtagung vom 15. April intensiv mit der Nachfolgeplanung des Stadtrats beschäftigt, sagt Rüede und schiebt nach: «Damals kommunizierten sämtliche Stadträte, an den nächsten Wahlen in ihren bisherigen Ämtern zu kandidieren. Ein Führungswechsel im Hinblick auf die nächste Amtsperiode stand nie zur Debatte.» Sich entschlossen, als Vizeammann zu kandidieren, habe er erst, als er erfuhr, dass der bisherige Amtsinhaber, Schraner, nicht mehr für den Posten des Vizeammanns kandidiert.

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