Laufenburg
Mit seinem Vermächtnis gibt Städtlemaler Rudolf Schütz der Stadt Einblick in ihre Vergangenheit

Mit seinen Werken hat Rudolf Schütz in den letzten 50 Jahren zahlreiche Ansichten von Laufenburg festgehalten, bevor sich diese architektonisch veränderten. Im Dezember verstarb er 80-jährig. Drei Laufenburger erzählen, wie sie den Kunstmaler in Erinnerung haben.

Dennis Kalt
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Rudolf Schütz mit einem Selbstporträt aus dem Jahr 2012 nach dem Motto: Wie mich Auguste Renoir vor 100 Jahren gemalt hätte.

Rudolf Schütz mit einem Selbstporträt aus dem Jahr 2012 nach dem Motto: Wie mich Auguste Renoir vor 100 Jahren gemalt hätte.

Dennis Kalt (26. Februar 2021)

Rudolf Schütz hat wohl wie kein zweiter Maler die Stadt Laufenburg künstlerisch begleitet, ihr Ausdruck verliehen. Sein Werk war so umfangreich, dass das Museum Schiff in der letztjährigen Ausstellung «Bilder erzählen Geschichten» nur einen Teil seiner Werke ausstellen konnte. Am 23. Dezember 2021 schloss Rudolf Schütz seine Augen für immer.

Über ein halbes Jahrhundert hat sich der Kunstmaler besonders mit seinen Bildern von der Altstadt, die er mit Wasserfarben malte, bekanntgemacht. Hannes Burger, Präsident des Museumsvereins, sagt:

«Bei Baugesuchen in der Altstadt hat er jeweils von den Gebäuden ein Bild gemacht und diese mit Bleistiftnotizen versehen.»

So hat die Stadt durch die Hände von Rudolf Schütz Einblick in ihre eigene Vergangenheit, hat Ansichten von Häusern und Liegenschaften, die heute nicht mehr stehen. Seine Sammlung von Liegenschaften und Plätzen, die eine Veränderung erfuhren, zählt über 150 Bilder.

Das Restaurant Probstei, gemalt von Rudolf Schütz.

Das Restaurant Probstei, gemalt von Rudolf Schütz.

Bild: zvg

Er malte mit Hingabe und Engagement

Stadtammann Herbert Weiss doppelt nach. Mit seinem historischen Schaffen habe Rudolf Schütz von der Stadt «ein tolles, nachhaltiges Werk mit inhaltlichem Wissen» geschaffen. «Ich hoffe, dass wir ab und zu auf sein Schaffenswerk zurückgreifen können.»

Kontakt, so Weiss, hab er mit dem Kunstmaler leider nur sehr wenig gehabt. Doch der Stadtammann erinnert sich daran, wie ihm Rudolf Schütz einmal persönlich seine Bilder in seinem Atelier gezeigt habe. Weiss sagt:

«Es war eine Freude, sehen und spüren zu dürfen, mit welcher Hingabe und welchem Engagement er sich der Malerei verschrieben hatte.»

Als angenehme und zurückgezogene Person beschreibt der Laufenburger Hans Ryser den Kunstmaler. Der pensionierte Physiotherapeut, der aus tierischen Knochen grazile und surrealen Objekten schafft, sagt: «Ich habe ihn für seinen Schaffenswillen bewundert, dafür, dass er alle wichtigen Gebäude der Stadt gemalt hat.»

Beeindruckt von seiner bescheidenen Art

Burger bleibt Rudolf Schütz als hilfsbereiter und interessierter Laufenburger in Erinnerung. «Hauptsächlich seine bescheidene Art beeindruckte mich immer.» Insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Museum Schiff sei einmalig gewesen.

Da Burger selbst malte, habe er sich oftmals mit Rudolf Schütz über seine Arbeiten unterhalten und mit ihm diskutieren können. «Ich glaube nicht, dass er sich als Künstler sah, vielmehr als Maler», sagt Burger und fügt hinzu: «Rudolf hat sein malerisches Handwerk als Hobby betrachtet und hatte keine künstlerische Ausbildung.»

Burger bezweifelt, dass jemand die Arbeit von Rudolf Schütz weiterführen werde. Sicher ist aber eines: «Wir werden ihn als Maler, der sich für die Altstadt von Laufenburg ausserordentlich interessierte, in sehr guter Erinnerung behalten», sagt Herbert Weiss.

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