Laufenburg
Facelifting für den «Adler» und ein neues Gesicht für das Bahnhofsareal – so wird sich die Stadt verändern

Die Stadt Laufenburg bringt sich für die Zukunft in Schuss. Aktuell laufen gleich mehrere Grossprojekte – und für ein Wichtiges werden bald die Weichen gestellt: das Areal Schützen/Bahnhof und Burgmatt. Vier Planungs- und Architekturbüros wurden von der Stadt beauftragt, eine Machbarkeitsstudie zu erarbeiten. Jetzt liegt sie vor. Schon deutlich weiter ist man beim «Adler»: Hier starten im November die Sanierungsarbeiten.

Thomas Wehrli
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In Laufenburg stehen diverse Grossprojekte an – teils auch in der pittoresken Altstadt.

In Laufenburg stehen diverse Grossprojekte an – teils auch in der pittoresken Altstadt.

Sandra Ardizzone (7. September 2017)

Wer rastet, der rostet – das gilt auch für die Infrastrukturanlagen der Gemeinden. Nur, wer seine Anlagen und Gebäude regelmässig wartet, erlebt keine (allzu) bösen Überraschungen; und nur, wer sie laufend und rechtzeitig den Anforderungen anpasst, ist für die Zukunft gewappnet.

Dies trifft alle Gemeinden, doch in grösseren ist zum einen die Zahl der laufenden Projekte meist höher. Zum anderen sind die Projekte in der Regel auch komplexer und ineinander verschachtelt. Das trifft besonders auf jene Kommunen zu, die über einen historischen Kern verfügen, denn hier sind die Anforderungen an den Substanzerhalt und ihre Erneuerung besonders hoch. So auch in Laufenburg mit seiner pittoresken Altstadt.

Hintere Bahnhofstrasse soll saniert werden

Hier werden gleich mehrere grössere Projekte parallel ausgeführt – und auch neue stehen bevor. Allen voran die Sanierung der Hinteren Bahnhofstrasse. «Die Projektierung soll nächstes Jahr gestartet werden», sagt Stadtschreiber Marco Waser auf Anfrage. Dazu soll an der Gemeindeversammlung im Juni 2022 der entsprechende Kredit eingeholt werden.

Zugleich können im nächsten Jahr zwei Grossprojekte abgeschlossen werden: der Umbau der Liegenschaft «alter Pfarrhof» im Ortsteil Sulz und die Sanierung des Kugelfanges beim Schützenhaus Blauen. Beim Pfarrhof sind die Bauarbeiten am Hauptgebäude bereits abgeschlossen; alle Mietwohnungen sind bezogen. Waser:

«Lediglich die Umgebungsarbeiten im Grünbereich sind noch in Bearbeitung und werden bis anfangs 2022 fertiggestellt.»

Auch die Sanierung des Kugelfanges ist weit fortgeschritten. «Der Projektabschluss hat sich jedoch verzögert, da mehr Material als angenommen ausgehoben werden musste», sagt Waser. Er rechnet mit dem Projektabschluss anfangs 2022.

Die Taverne zum Adler in Laufenburg wird für 2,5 Millionen Franken saniert.

Die Taverne zum Adler in Laufenburg wird für 2,5 Millionen Franken saniert.

Dennis Kalt (14. Oktober 2020)

Dann wird ein wichtiges Projekt gerade so richtig durchstarten: die Sanierung der Liegenschaft Taverne zum Adler. Die Sanierung kostet rund 2,5 Millionen Franken. Waser sagt: «Die ersten Arbeiten starten im November. Die Fertigstellung des Bauvorhabens wird voraussichtlich im vierten Quartal 2022 erfolgen.»

Machbarkeitsstudie für das Areal Schützen/Bahnhof und Burgmatt

Ebenfalls schwergewichtig im kommenden Jahr wird der rund 3,3 Millionen Franken teure Ersatzneubau des Mehrfamilienhauses Kleinstadt 4 im Ortsteil Sulz. In der Laufenburger Altstadt steht zudem die dritte Etappe der Belags- und Werkleitungssanierung an. Waser sagt:

«Die dritte Etappe ist der grösste Abschnitt und stellt ein Mammutprojekt dar.»

Die Realisierung startet etwa im August 2022 und wird bis 2024 dauern. Ein Projekt, auf das viele in Laufenburg warten, ist die Machbarkeitsstudie für das Areal Schützen/Bahnhof und Burgmatt. Vier Planungs- und Architekturbüros wurden von der Stadt beauftragt, eine Machbarkeitsstudie zu erarbeiten. «Die Studien liegen mittlerweile vor und werden am 10. Dezember öffentlich ausgestellt respektive an einer Vernissage vorgestellt», sagt Waser.

Das ehemalige Hotel Schützen in Laufenburg wurde bei einem Brand Anfang 2018 stark beschädigt.

Das ehemalige Hotel Schützen in Laufenburg wurde bei einem Brand Anfang 2018 stark beschädigt.

Marc Fischer (16. Januar 2018)

Das Siegerprojekt wird als Grundlage für die Überarbeitung des Sondernutzungsplans dienen. «Für die anschliessende Projektierung der Arealüberbauung muss dann zumal noch der entsprechende Verpflichtungskredit eingeholt werden», erklärt Waser das weitere Vorgehen.

Ein Grossprojekt im Ortsteil Sulz ist die Sanierung der Hinterdorfstrasse in Sulz inklusive den Werkleitungen. Die Projektierung erfolgte 2019 und 2020. Waser sagt:

«Das Projekt ist sehr umfassend und beinhaltet nebst der Sanierung zahlreiche Aufwertungen des Ortsbildes.»

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 3,4 Millionen Franken. «Der Start der Bauphase hätte bereits im Oktober 2021 erfolgen sollen», sagt Waser. Aufgrund einiger Einwendungen ist der Zeitplan nun aber «leicht in Verzug», wie es Waser ausdrückt. Umgesetzt sein soll das Projekt bis Mitte 2023.

Gründung der «Ökoenergie Laufenburg AG»

Die zweite Hälfte der Laufenburger Altstadt soll zukünftig ebenfalls mit erneuerbarer Energie im Verbund versorgt werden. «Dazu wird die Firma Ökoenergie Laufenburg AG mit der Firma ADEV gegründet», erklärt Waser. Derzeit seien noch diverse Abklärungen bezüglich Machbarkeit im Gange. «Sofern grünes Licht erteilt werden kann, erfolgt die Gründung im 2022.»

Ein Langzeitbrenner ist, wie überall, die Gesamtrevision der Nutzungsplanung. Der Projekt ist bereits 2016 im Gange. Demnächst sollten die Unterlagen zur zweiten Vorprüfung eingereicht werden können. Waser weiss:

«Der Bericht des Kantons sowie die öffentliche Auflage im Jahr 2022 sind entscheidend, wie schnell das Projekt umgesetzt werden kann.»

Ein Projekt begleitet derzeit viele Gemeinden: Der Umbau der Bushaltestellen. «Diverse Bushaltestellen im Gemeindegebiet erfüllen die Bestimmungen des Behindertengleichstellungsgesetzes nicht und müssen saniert werden», sagt Waser. Die Projektausschaffung und Koordination erfolgt dabei über den Kanton, sofern sich die Haltestellen an einer Kantonsstrasse befinden.

«Die Gemeinde wird aber im Rahmen der Umbauarbeiten diverse Zusatzarbeiten in Eigenregie respektive auf eigene Kosten vornehmen», sagt Waser. Einige Haltestellen an Gemeindestrassen müssten zudem durch die Gemeinde umgebaut werden. Die Projektierung läuft bereits und wird 2022 weitergeführt. Die Realisierung erfolgt dann 2023.

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