Laufenburg
Die Strasse ist ihre Bühne: Jetzt peilt die Musik-Formation Trionettli ihren 1000. Auftritt an

Die Fricktaler Musik-Formation ist seit bald 20 Jahren unterwegs. Im Oktober 2001 spielte sie zum ersten Mal vor Publikum. Seither hatte sie über 900 Auftritte. Gefeiert werden soll das Jubiläum Ende September draussen als Open-Air-Konzert - und das entweder in Brugg oder in Laufenburg.

Peter Schütz
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Das Trionettli feiert bald den 20. Geburtstag. Im Bild von links Marc Suter, Sonja Wunderlin und Gabriel Kramer.

Das Trionettli feiert bald den 20. Geburtstag. Im Bild von links Marc Suter, Sonja Wunderlin und Gabriel Kramer.

Peter Schütz (25. August 2021)

Die Strasse ist ihre Bühne: Sonja Wunderlin, Marc Suter und Gabriel Kramer bereisen als Trionettli die Schweizer Städte, wo sie mit ihren eigensinnig arrangierten Mundartliedern auftreten. Im Oktober 2001 ist die kleine Strassenmusikformation losgezogen, zuerst mit Claudia Jegen als weibliche Stimme, fünf Jahre später mit ihrer Nachfolgerin Sonja Wunderlin. In den nun bald 20 Jahren kommt das Trio auf mehr als 900 Konzerte und vier CDs.

Jetzt schielt das Trionettli in Richtung 1000 Auftritte. Der Rekord war fast 100 Konzerte in einem Jahr. Wunderlin sagt:

«Dann haben wir entschieden, dass, wenn wir als Band alt werden wollen, wir auf die Bremse treten sollten.»

Den Masterplan des Trionettli bringt Kramer auf den Punkt: «Wir haben nichts anderes im Sinn gehabt, als Strassenmusik zu machen.» Wirtschaftlich betrachtet bilden die Auftritte vom Trionettli «ein Grundeinkommen», fasst es das Trio zusammen. Suter sieht die Strassenauftritte als Werbung für «reguläre» Engagements von Veranstaltern. Corona habe zwar einen Keil in die Kooperation von Kulturveranstaltern und Musikanten getrieben, «aber es kommen wieder Anfragen, tröpfchenweise», so Suter.

Leute, die sie unterstützt haben, zusammenbringen

Wie das Trionettli sein 20-jähriges Bestehen feiern will, steht noch nicht zu 100 Prozent fest. Ende September soll es geschehen, draussen als Open Air, eventuell in Brugg oder Laufenburg. «Wir wollen das feiern», stellt Wunderlin klar, «und die Leute, die uns immer unterstützt haben, zusammenbringen». In den nächsten Tagen sollen Ort und Zeit fix gemacht werden. «Dann veröffentlichen wir es auf allen uns möglichen Kanälen», blickt Kramer voraus.

Aus den Volksliedern werden Folklieder

Wie das Trio zusammengekommen ist, bringt er so auf den Punkt: «Es ist megaschnell passiert. Wir haben weniger lang diskutiert als gemacht.» Am Montag, 22. Oktober 2001, haben er, Suter und Jegen den Plan gefasst, gemeinsam auf den Strassen der Schweizer Städte aufzutreten, am Samstag darauf taten sie eben dieses. «Von da an ist es lange Zeit aufwärts gegangen», blickt Suter zurück.

Das Trionettli-Repertoire: Schweizer Volkslieder, textlich und melodisch den Originalen zwar treu geblieben, jedoch eigenwillig arrangiert, sodass aus den Volksliedern Folkslieder geworden sind. Eine andere Stilbezeichnung gibt es nicht, nur so viel: Ihre Musik hat viele Folkeinflüsse, findet Kramer, «irisch, spanisch, aus ganz Europa». Wunderlin beschreibt die Musik von Trionettli so:

«Es ist eine Mischung zwischen Tradition und frech.»

Schliesslich Suter: «Eine Mischung von sehr vielem, es gibt keine Regel.» Dann wird er doch etwas präziser: «Es sind alles Lieder, deren Herkunftsort die Schweiz ist, Lieder, die überliefert und verbunden mit der hiesigen Kultur sind.» Der Vortragsweisen gibt es heutzutage schweizweit viele, klassisch, jazzig, rockig, poppig, aber das Trionettli hat sich eine eigene Nische errichtet.

Kramer spielt Mandoline und Balalaika (ein dreieckiger Kontrabass), Suter Banjo und Bodhran (eine irische Trommel), Wunderlin Akkordeon und verschiedene Blasinstrumente, unter anderem Hornflöte, Schalmei und Garklein.

Der Einbezug des Publikum gehört dazu

Alle drei singen, spielen im Wechsel, es gibt keine starre Hierarchie. «Es wirkt, wie wenn wir alles ein bisschen könnten», so Kramer. Der Wechsel untereinander ist ein fester Bestandteil ihrer Auftritte – und der Einbezug des Publikums. In ihren Liedern geht es nicht um Komplexität, «sondern um das Berühren von etwas im Menschen», sagt Wunderlin. Und: «Die gängige Vorstellung, wie etwas zu sein hat, durchbrechen wir stets gern.»

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