Laufenburg
7,35 Millionen-Franken-Kredit: Souverän gibt grünes Licht für Tiefbauarbeiten in der Altstadt

Die Gemeindeversammlung genehmigte den Kredit für die Belags- und Werkleitungssanierung unter anderem im Bereich Marktplatz und Marktgasse. Der Ruf nach Koordination mit der Sanierung der Liegenschaft Adler wurde laut. Gemeindeammann Herbert Weiss wies den Vorwurf, planerisch nicht optimal vorzugehen, aber zurück.

Peter Schütz
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Neuer Belag, neue Leitungen: Die Laufenburger Altstadt – im Hintergrund der «Adler» – wird zur Baustelle.

Neuer Belag, neue Leitungen: Die Laufenburger Altstadt – im Hintergrund der «Adler» – wird zur Baustelle.

Bild: Peter Schütz

Wärmeverbund, Belags- und Werkleitungssanierung und die Sanierung und Aufwertung der Liegenschaft Adler: In der Laufenburger Altstadt kommt einiges ins Rollen. Nachdem die Gemeinde das Gasthaus Adler erworben hat und auf Vordermann bringen will, soll im selben Bereich die dritte Etappe der Belags- und Werkleitungssanierung angepackt werden.

Den entsprechenden Verpflichtungskredit von 7,35 Millionen Franken als Baukredit genehmigte die Gemeindeversammlung – 72 der 1990 Stimmberechtigten waren anwesend – am Donnerstagabend deutlich.

Bauarbeiten an Strasse und «Adler» koordinieren

Ganz glatt ging die Verhandlung des Traktandums allerdings nicht über die Bühne. In mehreren Beiträgen aus den Reihen der Bürgerschaft wurden Zweifel an der Effektivität und Umsicht der Planung geäussert. Frank Fischer, lange Jahre selbst in der Kommunalpolitik aktiv, wollte die Bauarbeiten «zwingend mit den Umbauarbeiten am ‹Adler› koordinieren». Ähnlich argumentierte Martin Leuenberger: Die Gemeinde habe den «Adler» gekauft, nun sei es notwendig, dass Mieten hereinkommen. Aber:

«Wir können nicht erwarten, einen neuen Pächter für den ‹Adler› zu finden, wenn wir davor über Jahre eine Baustelle haben.»

Tatsächlich wird die Belags- und Werkleitungssanierung laut Gemeinderat Christian Rüede zwei bis zweieinhalb Jahre dauern, beginnend im Herbst 2021 oder im Frühling 2022. Der Haken ist: Die Sanierung des «Adlers» erfolgt bereits ab Herbst. Dazu sagte Gemeinderat André Maier: «Wir müssen jetzt beim ‹Adler› starten. Wenn wir den ‹Adler› zurückstellen, explodieren die Baukosten.»

Zwei Stunden davor hatte schon Peter Daniel mit Blick auf die hohen Abweichungen bei den Kreditabrechnungen in der Jahresrechnung 2020 von «schlechter Planung» gesprochen. Als derselbe Vorwurf beim Traktandum über den 7,35-Millionen-Kredit im Raum stand, platzte Stadteammann Herbert Weiss fast der Kragen: «Stellen wir den Umbau vom ‹Adler› zurück?», fragte er. Das gehe aus submissionstechnischen Gründen nicht, antwortete er gleich selbst.

Stadtammann: Mit Mut vorgehen

Den Vorwurf, dass der Gemeinderat planerisch nicht optimal vorgehe, wies er energisch zurück. «Wenn wir nichts machen, haben wir keinen Ärger, oder wir geben uns Mühe und gehen mit Mut vor», sagte er. Weiss weiter:

«Ich sehe einen Mitauftrag, dass wir möglichst koordiniert mit dem ‹Adler› zusammen vorgehen.»

Die dritte Etappe der Belags- und Werkleitungssanierung in der Altstadt soll sich auf die Bereiche Marktgasse, Rösslistäge, Flössergasse, Rossgässli, Marktplatz, Herrengasse und Schlossbergsteig erstrecken. Im Zusammenhang mit der Erneuerung der Entwässerung sollen auch Werk- und Wasserleitungen sowie die Elektroversorgung ersetzt werden. Hinzu kommt die Verlegung der Wärmeleitungen für die zweite Etappe des Nahwärmeverbundes.

Die Ökoenergie Laufenburg AG wird gegründet

Die Kosten dafür sollen aber nicht über den Eigenwirtschaftsbetrieb, sondern über eine Aktiengesellschaft abgegolten werden. Der Gemeinderat legte einen Aktionärsbindungsvertrag zur Gründung der Ökoenergie Laufenburg AG und die Zusammenlegung der Wärmeverbunde vor. Demnach sind die Einwohnergemeinde Laufenburg und die ADEV Energiegenossenschaft (Liestal) je zur Hälfte beteiligt.

Auch in dem Punkt gab es Widerstand: Frank Fischer sagte, er sei zwar überzeugt von Wärmeverbunden, «aber wir wissen nichts». Er verstehe nicht, wieso dieses Traktandum so schnell gebracht wird, wo doch viele Informationen gar nicht vorliegen würden. Die Anwesenden aber gaben schliesslich mit grossem Mehr ihre Zustimmung. Auch die anderen 14 Traktanden wurden angenommen.

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