Kaiseraugst

Laser-Jagd auf Liebrüti-Krähen: In den sozialen Medien ist das Unverständnis gross

Ein Anwohner jagt die Krähen in der Liebrüti mit einem Laser. Das sorgt für Kopfschütteln. Archiv/san

Ein Anwohner jagt die Krähen in der Liebrüti mit einem Laser. Das sorgt für Kopfschütteln. Archiv/san

Ein Unbekannter sorgt mit seiner Anti-Krähen-Aktion für Kopfschütteln in der Facebookgruppe «Kaiseraugst lebt». Die Polizei nimmt derweil Ermittlungen auf.

Die krächzenden Liebrüti-Krähen in Kaiseraugst bringen so manch einen Anwohner um den Schlaf. Gemäss mehreren Mitgliedern der Facebookgruppe «Kaiseraugst lebt» macht sich seit geraumer Zeit ein Unbekannter mit einem grünen Laserstrahl auf die Jagd nach den gefiederten Störenfrieden.

Für den Schützen haben die Mitglieder der Facebookgruppe nur wenig Verständnis. «Konnte gerade noch die Augen schliessen und die von meinem Sohn verdecken», schreibt eine Userin. «So öbbis macht aim hässig», schreibt eine zweite und eine dritte schreibt, dass die Aktion des Schützens «einfach nur arm und dumm» sei.

Auch, dass die Polizei über den Schützen informiert werden soll, ist von mehreren Personen im Kommentarverlauf zu lesen. Die Regionalpolizei Unteres Fricktal wusste bis gestern Morgen noch nichts von den Vorfällen. Direkt nach der Anfrage der AZ hat sie die Facebookseite gesichtet und Kontakt mit der Staatsanwaltschaft aufgenommen.

«Wir werden bei einer Meldung ausrücken und versuchen, den Laserpointer sicherzustellen», sagt Leiter Hansueli Loosli. Seit dem ersten 1. Juni 2019 sind nur noch Laserpointer der tiefsten Geräteklasse erlaubt – im Freien dürfen diese nicht mehr verwendet werden.

Erwin Osterwalder, Fachspezialist von der Sektion Jagd und Fischerei des Kantons, sagt, dass sich der Schütze gemäss Tierschutzgesetz strafbar macht, wenn er die Krähen mit dem Laser verletzt. «Ist der Laser stark genug, kann das Krähenauge erblinden.»

Vergrämungsmassnahmen 2020 laufen an

Gemeindepräsidentin Françoise Moser kann über den Unbekannten nur den Kopf schütteln. «So etwas kann ich nicht unterstützen», sagt sie. Die Gemeinde werde wie im vergangenen Jahr wieder ein Füllhorn von Massnahmen durchführen, um die Problematik einzudämmen, so Moser. Hierfür hat der Souverän mit dem Budget 2020 einen Betrag von knapp 50000 Franken bewilligt.

Nachdem im August der Robotervogel Robird 83-mal in der Luft war und zu einer merklichen Reduktion der Krähen beigetragen hat, seien es wieder mehr geworden, so Gemeinderat Jean Frey. «Die Stimmung im Quartier ist schlecht. Uns erreichen regelmässig Briefe von verärgerten Anwohnern.»

Aufgrund dessen sind die ersten Vergrämungsmassnahmen bereits in Gang. Derzeit werden die Bäume zurückgeschnitten. Zwar beginnt ab 16. Februar die Schonfrist, dennoch wird Ende Februar/Anfang März der Robird während drei Wochen wieder zum Einsatz kommen. «Hierfür haben wir vom Kanton eine Ausnahmebewilligung erhalten», sagt Frey.

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Autor

Dennis Kalt

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