Kaiseraugst
Lärm auf dem Spielplatz sorgt für heisse Köpfe an der Gemeindeversammlung

An der Gmeind kam es zum neuen Spielplatz beim Schulhaus Liebrüti respektive dem Kredit von 265'000 Franken zu einigen Voten. Anwohner haben Bedenken wegen Jugendlichen, die gerade am Freitag- und Samstagabend hier Lärm verursachen könnten.

Nadine Böni
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Das Schulhaus Liebrüti wird saniert. Ausserdem bewilligte die Gemeindeversammlung einen Kredit für einen Spielplatz – nach langen Diskussionen. Nadine Böni

Das Schulhaus Liebrüti wird saniert. Ausserdem bewilligte die Gemeindeversammlung einen Kredit für einen Spielplatz – nach langen Diskussionen. Nadine Böni

So richtig Stimmung aufkommen mag in der Kaiseraugster Turnhalle nicht. Rund 50 Kaiseraugsterinnen und Kaiseraugster schauen sich vor der Gemeindeversammlung gemeinsam das Spiel der Schweizer Nati gegen Rumänien an. «Vier Punkte. Das dürfte für die Achtelfinals reichen», sagt einer nach dem Schlusspfiff lapidar.

Hoch her geht es dafür wenig später. Die EM in Frankreich ist da weit weg. Streitpunkt ist ein Kredit über 265 000 Franken für einen neuen Spielplatz beim Schulhaus Liebrüti – und damit der kleinste Kreditantrag mit Betreff Schulhaus an diesem Abend.

Zusätzlicher Kredit bewilligt

Zuvor hatten die 116 anwesenden Stimmberechtigten bereits 5,9 Millionen Franken für die Sanierung und den Umbau des Schulhauses genehmigt. Ebenfalls Zustimmung fand ein Zusatzantrag aus der Versammlung. Für weitere 600 000 Franken soll auch das Dach des Schulhauses saniert werden. Dies hinsichtlich einer späteren Installation einer Photovoltaik-Anlage. «Einer Gemeinde wie Kaiseraugst, die das Label Energiestadt trägt, steht so eine Investition gut an», sagte ein Versammlungsteilnehmer. Und Gemeindepräsidentin Sibylle Lüthi ergänzte: «Damit können wir gut leben.»

Dann ist es mit der Einigkeit fürs Erste aber vorbei. Es steht das Traktandum 9 an, der Kredit für den Spielplatz. Geplant sind auf einer Fläche von über 1000 Quadratmetern verschiedene Spiel- und Klettergeräte, Sitzmöglichkeiten, Hügel, ein Weidenhaus sowie Bäume und Büsche. Der Spielplatz soll vor allem von den Schulkindern genutzt werden. «Dieses Angebot fehlt auf dem Schulareal bisher», so Gemeinderat Heinz Hassler.

Umstritten ist dann auch weniger der Spielplatz an und für sich, sondern die drohenden Immissionen. Es zeichnet sich zudem ab, dass sich vor allem eine Gruppe am Projekt stört: die Anwohnerinnen und Anwohner. «Ich bin etwas befangen, weil ich befürchte, dass der Lärm zunimmt», sagt eine Anwohnerin. Ein anderer Anwohner teilt die Sorgen. Vor allem für die Freitag- und Samstagabende habe er Bedenken: «Dann werden sich Jugendliche auf dem Spielplatz treffen und bis spät nachts Alkohol trinken und laut Musik hören.» Andere Votanten äussern weitere Befürchtungen, etwa Probleme mit Littering und Vandalismus. Dem entgegen stellen sich mehrere Votanten, die sich für den Spielplatz aussprechen.

Betriebskonzept gefordert

Ein dritter Anwohner schliesslich bringt auf den Punkt, was wohl viele denken: «Die Kinder haben ein Recht auf den Spielplatz. Aber die Anwohner haben genauso ein Recht auf Mittags- und Nachtruhe. Es muss deshalb ein Konzept erstellt werden, das die Bedürfnisse beider Parteien einschliesst.»

Beim Gemeinderat stösst dieses Anliegen auf offene Ohren – ist die Thematik doch nicht neu: «Das Problem ist erkannt und wir arbeiten an einer gangbaren Lösung», so Gemeindepräsidentin Lüthi. Vorstellen kann sich die Behörde etwa Betriebszeiten für den Spielplatz und Kontrollgänge durch eine Sicherheitsfirma. In der anschliessenden Abstimmung sind die Gegner des Spielplatzes chancenlos. Mit 85 Ja- zu 12 Nein-Stimmen wird der Baukredit genehmigt.

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