Verhehlen kann OK-Präsident Clemens Schmid nicht, dass sein Puls mit jeder Stunde steigt. Morgen verwandeln rund 700 Musiker den alten Dorfkern in eine 500 Meter lange Musikmeile. «Wir haben 15 verschiedene Stilrichtungen im Programm – da ist für jeden die passende dabei», sagt Schmid.

14 Bühnen bilden die Plattform für das Musikspektakel: Blues- und Jazzbands spielen in Kellergewölben, klassische Formationen und Chöre treten in Kirchen auf und Volksmusiker in einem urigen «Schweizerstübli». Auf den drei Aussenbühnen werden bekannte Namen wie Nicole Bernegger, The Glue oder Fullmoon Rodeo für Stimmung sorgen und auf der Fähri werden halbstündige Konzerte gespielt, während die Zuhörer auf dem Rhein dahintreiben.

Es ist das erste Mal, dass in Kaiseraugst die «Lange Nacht der Musik» veranstaltet wird. Das Konzept des Musikevents ist an jenes in München angelehnt. «Ich habe dort gewohnt und kannte daher den Anlass», so Schmid. Bei der Gemeinde und den Ortsbürgern stiess er auf offene Ohren, als er mit dem Vorschlag um die Ecke kam, eine Begegnungszone für Musikbegeisterte zu schaffen. «Beide haben das Projekt wohlwollend unterstützt», sagt Schmid.

Wie viele Besucher kommen wohl?

Da es sich bei der Ausrichtung um eine Premiere handelt, kann Schmid nicht abstreiten, dass es ihm schwerfällt, zu schätzen, wie viele Besucher am Samstag auf die Musikmeile kommen werden. «Vielleicht sind es 1500, vielleicht 2000, vielleicht auch mehr.» Bis dato jedenfalls hat das OK 800 Tickets – der Preis beträgt 24 Franken für Erwachsene – verkauft.

Die Roche stellt in ihrem Parkhaus knapp 2000 Parkplätze zur Verfügung. Von dort aus transportiert ein Shuttle-Bus die Besucher an die Festmeile. 300 Helfer stehen im Einsatz. Ob das Essen und die Toiletten auf der Festmeile ausreichen und die drei Kassen einem grossen Besucheransturm standhalten, wisse man erst hinterher «Es ist halt schon ein wenig wie ein Sprung ins kalte Wasser», sagt Schmid.

Es braucht Gärtner und Elektriker

Damit für morgen alles passt, gibt es auch jetzt noch so einiges zu tun, erzählt Katja Widrig, Medienverantwortliche vom OK. «Es braucht Palmen auf der Festmeile. Zudem müssen Girlanden aufgehängt werden. Wir wollen dadurch eine stimmungsvolle Atmosphäre schaffen, die dem kulturellen Event einen würdigen Rahmen setzt.»

Als etwas beschwerlich gestalten sich die Fragen einiger Künstler, denen noch kurz vor ihrem Auftritt einfällt, dass sie eine bestimmte Performance bei ihrem Auftritt hinlegen wollen. «Da kommen dann Frage wie: Wie gross ist die Bühne, oder wie viele Stufentritte hat sie?», sagt Widrig.

Klar ist bereits jetzt, dass es in zwei Jahren die nächste «Lange Nacht der Musik» geben wird. Unklar hingegen ist, ob man dann das Event grösser gestalten wird. Genügend Musiker habe man hierzu in jedem Fall: «Wir haben eine Warteliste von über 30 Bands für die zweite Ausgabe», so Widrig. Denkbar sei es beispielsweise, neben dem Dorfkern auch Lokalitäten im Quartier Liebrüti einzurichten und zwischen den zwei Musikmeilen Shuttle-Busse verkehren zu lassen. Dies sei jedoch noch Zukunftsmusik.