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Lärm und Feinstaub drohen

Foto: rom

Im Liebrütisaal sitzen weniger Zuhörende als erwartet

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Das Baugesuch zum Holzheizkraftwerk der Axpo AG wirft viele Fragen auf. Doch der Info-Abend war schlecht besucht.

Das Baugesuch zum Holzheizkraftwerk der Axpo AG wirft viele Fragen auf. Der zu erwartende Feinstaub-Ausstoss und der Lärm beschäftigen die Bevölkerung. «Ich bin negativ überrascht, dass nicht mehr Leute gekommen sind», staunte Gemeindepräsident Max Heller zu Beginn einer Informationsveranstaltung am Donnerstagabend im Liebrütisaal. Rund 50 Interessierte nahmen die Gelegenheit wahr, während der rund zweistündigen Projektvorstellung mehr über das geplante Holzheizkraftwerk zu erfahren. 13 Einsprachen liegen vor und werden derzeit laut Heller «aufgearbeitet».

«Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien», bekräftigte Jan Marc Bodenmann, Leiter Biomasse Energie bei der Axpo. Durch sinnvolle und klimafreundliche Verwertung von einheimischem Holz vor Ort könne man fünf Millionen Liter Heizöl ersetzen. Projektleiter Anton Zurbrüggen betonte, die Verlegung des Kaminstandortes und die Verbesserung des Lärmschutzes habe man planerisch umgesetzt.

«Eisenbahnschwellen werden wir nicht verbrennen. Es gibt eine straffe Struktur der Prüfung.» Sechs Lastwagen würden an Werktagen tagsüber eine klar definierte Route nehmen. Grössere Mengen Holz zu lagern sei auf dem Platz nicht möglich. Es brauche für das Projekt mehrere Partner, die einen Dialog führen, sagte Zurbrüggen, der versicherte, die Bevölkerung ernst zu nehmen.

Angesprochen wurden die Umweltbelastungen durch Feinstaub, der trotz Filter in die Luft gehe. Projektleiter Zurbrüggen hierzu: «Das Paradies können wir nicht machen. Ich kann nicht verneinen, dass Schadstoffe freigesetzt werden.»

Angesprochen auf die Lärmmessung bei der Kliba, räumte Gemeindepräsident Heller ein, dass der «Dauerbrenner seit Jahren» existiere. Eine Einwohnerin wies darauf hin, dass die Kliba zwar an Wochenenden nicht produziere, aber der krank machende Lärm im Kopf bleibe. Seit vielen Jahren werde die Liebrüti von Roche versorgt. «Wo soll dann die erzeugte Energie der Axpo hingehen?» Zurbrüggen versicherte, dass eine «bedeutende Wärmeabgabe» gebucht sei.

Momentan wachse mehr Holz im Wald nach, als abgeholzt werde. «Solange die Baukonjunktur anhält, wird Abfallholz produziert.» Elektrofilter für den Feinstaub und das Förderband kamen ebenfalls zur Sprache. Der Lärm entspreche einer gut befahrenen Autobahn mit 85 Dezibel. Heller nahm die Bitte auf, «Referenzmessungen» in der Baubewilligung zu verankern. Gefordert wurde ferner, dass mögliche Störungen gemeldet werden müssten.

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