Laufenburg
Lachen im Dreivierteltakt ist an den Kulturtagen erlaubt

Im Rahmen der diesjährigen Kulturtage «Fliessende Grenzen» in Laufenburg mischten zwei herzerfrischende Vollblutcomedians im vollen Rehmann-Museum auf die vergnüglichste Art das Publikum auf. Und das amüsierte sich köstlich.

Ingrid Arndt
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Massimo Tuzza (links) und Valter Rado auf der Alm. ari

Massimo Tuzza (links) und Valter Rado auf der Alm. ari

Ingrid Arndt

Mitgebracht hatten die beiden Italiener Valter Rado und Massimo Tuzza neben ihrem umwerfenden Witz eine perfekte, pantomimische Darbietung, verstanden es, fast ohne Worte umwerfend hintersinnig und humorvoll den ganz normalen Alltag zu kolportieren.

Bei ihrem Ausflug ins oftmals etwas verrückte Abenteuer Leben zeigten sie, wie so manches völlig anders laufen kann, als gedacht. In ihren Slapstick-Szenen liessen sie augenzwinkernd, poetisch, heiter die Dinge des Alltäglichen zu turbulenten Ereignissen werden, bei denen auch die Zuschauer ihren Aha-Effekt haben konnten.

Sie bestachen durch ihre urkomischen Gesten, ihre grandiose Körpersprache, ihre weit ausladenden Bewegungen sowie ihre wundervolle Mimik.

Dem in Vicenza lebenden Wirbelwind Tuzza war der Rhythmus einfach angeboren, er tanzte, steppte, sang und meditierte. Er trommelte dabei vehement auf diversen Schlagzeugen, und das konnten, wenn es sich gerade so ergab, unter anderem auch seine Schuhe oder sein Brustkorb sein.

Der in Venedig beheimatete Autor, Schauspieler und Regisseur Valter Rado machte sich mit meist unbeweglich ernster Miene lustig über so manche Rituale, zeigte die verblüffenden Gemeinsamkeiten ganz unterschiedlicher Situationen auf, brachte das Publikum mit fast jeder Bewegung zum Lachen – es war einfach zu komisch.

Als schon etwas in die Jahre gekommener Barde knatterte er lustvoll auf einer imaginären Harley-Davidson über die Bühne, begleitet von Tuzzas Trommelwirbel, mit Holzgewehr und Tennisbällen zogen sie in den Krieg, ziemlich ruppig ging es her beim Friseur.

Kindlich erwartungsvoll flogen sie im Helikopter, mit Kuhglocke, Eimer und Euter ging es auf die Alm, temperamentvoll lachten sie im Dreivierteltakt und nach Noten von Mozarts «Kleiner Nachtmusik». Herrlich die rhythmische Slapstick-Szene vom Zauberer und seinem schwarzen Gesellen, eine Paradeleistung dazu die synchronen Abläufe.

Fast fies und hinterlistig lauerte Rado als Stechmücke auf die Gelegenheit, dem arglosen Tuzza das Blut abzuzapfen, ob als Tennisladies oder Sportskanonen, beneidenswert sexy ihr steiler Hüftschwung.

«Trommel, Fell und Mückenstich» ist die neueste Produktion von Valter Rado. Massimo Tuzza entdeckte sein komisches Talent erst im vergangenen Jahr, war und ist Musiker in unterschiedlichen Ensembles. In diesem Programm ist er eine Idealbesetzung, um die einzelnen Momente mitzuspielen und musikalisch zu verbinden.

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