Zeiningen
Kuriose Abwahl: «Gegen Peter Frick wurde Propaganda betrieben»

Die Ortsparteien sehen den Grund für die Abwahl des GLP-Politikers in der späten Kandidatur um das Präsidenten-Amt.

Dennis Kalt
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Peter Frick (GLP).

Peter Frick (GLP).

Es war ein rabenschwarzer Wahlsonntag für Peter Frick (GLP). Der Vizepräsident wurde nach 16 Jahren im Gemeinderat abgewählt. Frick wollte jedoch nicht nur wieder in den Gemeinderat, er griff auch in einer Kampfwahl gegen Gremiums-Kollegin Gisela Taufer (FDP) nach dem Präsidenten-Amt. Seine Kandidatur – portiert von der SVP – meldete er jedoch erst nach Ablauf der ordentlichen Frist an. Die AZ fragte bei den Ortsparteien nach, ob sie darin den Grund für Fricks Wahlschlappe sehen.

Für Gerhard Waldner, Ortsparteipräsident der SP, war das Einreichen der Kandidatur um das Präsidentenamt von Peter Frick nach Ablauf der ordentlichen Anmeldefrist «nicht die feine englische Art». «Er hat dafür von den Wählern einen Denkzettel bekommen», sagt er. Auch, dass Peter Frick auf dem Wahlzettel der SVP stand, sei einigen im Dorf sauer aufgestossen. «Man hat gemerkt, dass die Stimmung kippte und vor der Wahl Mundpropaganda gegen ihn betrieben wurde», sagt Waldner.

«Frick hat gute Arbeit geleistet»

Peter Frick selbst sieht seine Abwahl unter anderem darin begründet, dass er als Verantwortlicher für das Ressort Gesundheit und Soziales kaum mehr in der Öffentlichkeit gestanden habe, wie er am Sonntag gegenüber der AZ sagte. Simon Stocker, Ortsparteipräsident der CVP, hält dies nicht für den wesentlichen Punkt. «Peter Frick hat in seinem Ressort gute Arbeit geleistet und trägt schon lange exekutive Verantwortung.»

Lesen Sie den Kommentar zur Abwahl

Deswegen sei es für Frick nicht notwendig, sich in der Öffentlichkeit zu profilieren, um wiedergewählt zu werden. Dies auch deshalb, «weil Peter Frick in Zeiningen einen höheren Bekanntheitsgrad als der neugewählte Gemeinderat Peter Studer besitzt, der zudem noch auf das Verteilen von Flyern im Vorfeld der Wahl verzichtet hat».

Zwar hat Stocker angenommen, dass Peter Fricks späte Kandidatur um das Präsidenten-Amt nicht gerade vorteilhaft für ihn sei, «dass er jedoch am Wiedereinzug in den Gemeinderat gescheitert ist, hat mich doch sehr überrascht», sagt Stocker.

Für SVP-Ortsparteipräsident Peter Hauser liegt der Grund für die Abwahl von Peter Frick auf der Hand: «Die Präsidenten-Kandidatur war strategisch unklug und ist nicht gut angekommen. Sie hat ihm geschadet.» Zwar bestätigt Stocker, dass Peter Frick sich «weder positiv noch negativ in seinem Ressort in der Öffentlichkeit profilieren konnte», einen Einfluss auf seine Abwahl misst er diesem Faktor jedoch nicht zu.

«Frick ist kein Unbekannter»

Auch Gisela Taufer, neugewählte Gemeindepräsidentin und Ortsparteipräsidentin der FDP, sieht den Grund der Abwahl ihres Gegners aus dem Gemeinderat seiner nicht fristgerechten Kandidatur geschuldet. «An seiner Arbeit ihm Gremium lag es jedenfalls nicht. Die hat er immer recht gemacht», sagt sie.

Die Aussage von Peter Frick, dass er sich mit seiner Arbeit nicht öffentlich exponieren konnte und es deswegen zu seiner Abwahl kam, kann sie nicht nachvollziehen: «Peter Frick ist kein Unbekannter. Dagegen war Ralf Wunderlin im Ort vielen kein Begriff.»