Rheinfelden
Kuratorin des Fricktaler Museums: «Die Museen sind unser Gedächtnis»

Das Fricktaler Museum ist weitherum bekannt. Nun beteiligt es sich am internationalen Museumstag, der diesen Sonntag Massen von Kultur- und Kunstinteressierte anlockt.

Peter Rombach
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Das Fricktaler Museum an der Marktgasse wartet auf Neugierige. ach

Das Fricktaler Museum an der Marktgasse wartet auf Neugierige. ach

Das Renommee des Fricktaler Museums ist in der Zähringerstadt und in der Region unbestritten. Seit Jahren gibt es hier zusätzlich bedeutende Ausstellungen und wertvolle Aktivitäten, um die Bevölkerung zum Besuch zu animieren, sich mit der Geschichte der Region zu beschäftigen. Also keine Frage, sich ebenfalls am internationalen Museumstag zu beteiligen, die Türen, Gänge und Etagen zu öffnen.

Für die Kulturhistorikerin und Kuratorin des Fricktaler Museums, Ute W. Gottschall, gab es nie einen Hauch von Zweifel, auch an der internationalen Aktion mitzuwirken, einen kleinen Beitrag zu leisten: «Die Museen sind unser Gedächtnis.» Sie seien «Orte der Erinnerung». Genau diese «Kernaufgabe» werde am Aktionstag in den Fokus gerückt. Um darzustellen, welche Objekte und Erinnerungen zu sammeln sind, wie die wissenschaftliche Forschung und Analyse erfolgt. Gottschall: Daraus entstünden auch Geschichten um die Geschichte, was ja erneut ein Rheinfelder Jahresmotto sei und in der Bevölkerung wie bei Touristen gut ankommen.

Vielfältige Dokumente

Begeisterung und Engagement der Expertin sind spürbar: «Das Fricktaler Museum ist das Gedächtnis Rheinfeldens und des Fricktals, was Historie, Brauchtum, was bedeutende Relikte aus den vergangenen Jahrhunderten dieser Region angeht, die ein beredter Beleg sind für die langjährige Besiedlung an diesem topografischen Ort.» Es existierten vielfältige Dokumente für das Miteinander der Menschen, ihre Lebensbedingungen, die industrielle Entwicklung im Fricktal.

Am Museumstag steht beispielsweise die bedeutende Zinnsammlung im Mittelpunkt, eine Schenkung aus dem Jahr 2007 der Enkel von Ernst Schilling-Hess. Er hatte zwischen 1920 und 1950 rund 170 Exemplare gesammelt, hauptsächlich aus der Produktion schweizerischer Zinngiesser in der Zeit zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert.

Andere Lebensstile und soziale Strukturen

Ute Gottschall schwärmt: «Hier wird eine sehr vielseitige Welt dieser einzigartigen Objekte eröffnet; man hört von anderen Lebensstilen, lernt kulturgeschichtliche Zusammenhänge und soziale Strukturen vergangener Zeiten kennen, denn Objekte sind materielle Zeitzeugen.» Und sie schliesst nicht aus, dass manch ein Zinngegenstand zu Hause nach dem Museumsbesuch «neu geschätzt und mit ganz anderen Augen» betrachtet werde.

Die bis Dezember dauernde Sonderausstellung «Tischlein deck dich!» darf am Museumstag (14 bis 17 Uhr) ebenso bewundert werden wie die Palette der Dauerpräsentationen. Schmunzelnd lädt Kuratorin Gottschall ins Fricktaler Museum ein: «Frischen Sie Ihr Gedächtnis auf.»