Kurator Markus Fricker wird Pfarrer Johannes Siebenmann nicht mehr zur Wiederwahl für die neue Amtsperiode 2019/22 vorschlagen. Dies gab Fricker an der Versammlung der reformierten Kirchgemeinde in Frick den Mitgliedern bekannt. Fricker wurde im Frühling dieses Jahres vom Kirchenrat der Landeskirche Aargau eingesetzt, nachdem die Präsidentin der Kirchenpflege Bettina Roth im April zurücktrat und die Kirchenpflege dadurch nicht mehr beschlussfähig war (die AZ berichtete).

«In eine positive Zukunft gehen»

«In der derzeitigen Situation denke ich, dass diese Entscheidung nötig ist, um gewisse Spannungen und Blockaden zu lösen. Es war keine Entscheidung gegen eine Person, sondern wurde getroffen, um den ersten Schritt in eine positive Zukunft zu machen», begründet Fricker. Eine Entscheidung, die aus der Aufarbeitung der Differenzen und Konflikte innerhalb der Kirchenpflege und unter den Mitarbeitenden resultiert. «Meine Entscheidung ist keine Schuldzuweisung. Mehrere Parteien haben Fehler gemacht. Die Absicht war von allen Parteien jedoch stets eine gute», so Fricker.

Die Anfrage der AZ zur Entscheidung von Fricker beantwortete Pfarrer Johannes Siebenmann lediglich mit einem Zitat von Jean-Marie Vianney aus einer von ihm kürzlich gehaltenen Predigt in der reformierten Kirche in Frick: «Man tut mehr für Gott, wenn man die Dinge selbst tut, ohne Geschmack und Gefallen daran zu haben. Es ist möglich, dass man mich wegjagt; trotzdem handle ich so, als wenn ich für immer bleiben sollte.» Damit lässt Siebenmann der Frage, ob er bis zum Ablauf der Amtsperiode weiterhin als Pfarrer zur Verfügung steht, einigen Platz für Interpretationsspielraum.

Fricker betont, dass er mit Siebenmann mehrere längere Gespräche geführt und ihm vor der Kirchgemeindeversammlung mitgeteilt habe, dass er ihn nicht zur Wiederwahl vorschlagen werde. «Johannes Siebenmann hat in den Gesprächen immer sehr professionell reagiert. Ich gehe deswegen davon aus, dass er seine Aufgaben weiter wahrnimmt», sagt Fricker. Dennoch verstehe er jegliche Entscheidung von Siebenmann und könne nachvollziehen, dass die Situation für den amtierenden Pfarrer derzeit eine schwierige und unangenehme sei.

Für einen Neustart plant Fricker weitere Veränderungen, indem er aus interessierten Mitgliedern der Kirchgemeinde eine Spurgruppe bilden möchte, welche die Grundlagen für die künftigen Schwerpunkte und Strukturen der Kirchgemeinde erarbeiten soll. Weiter soll diese Spurgruppe auch die Suche und Wahl einer neuen Kirchenpflege vorbereiten.

Fricker wird 2018 Pfarrerin Verena Salvisberg zur Wiederwahl vorschlagen, die nach überstandener Krankheit wieder ihren vollen Einsatz leisten kann. Hinsichtlich der Erneuerungswahlen bleibt es offen, was mit dem Amt des Sozialdiakons passiert. Nach der Erkrankung von Walter Preisig ist dieses derzeit interimistisch besetzt.