Rheinfelden
Kunstaustellung im Hotel Eden: Ein Spaziergang durch einen üppigen Garten

Ein Hauch von Frühling weht mitten im Winter durch das Hotel Eden. Malerin Silvia Seifert präsentiert in ihrer Ausstellung Blumenbilder. Die Ausstellung ist bis zum 21. April zu besichtigen.

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Silvia Seifert stellt derzeit im Hotel Eden in Rheinfelden aus.

Silvia Seifert stellt derzeit im Hotel Eden in Rheinfelden aus.

Picasa;zvg;

Künstlerin Silvia Seifert stellt neu im Hotel Eden in Rheinfelden aus. Die in Effingen lebende Malerin präsentiert 24 Ölbilder, einige ausgewählte Skulpturen in Stein sowie speziell für diese Werkschau geschaffene Objekte.

Seifert hat sich in der Bildauswahl auf das Thema Blumenstillleben konzentriert, um der Ausstellung einen harmonischen Gesamtcharakter zu geben. Die Natur ist für die Malerin eine wichtige Inspirationsquelle.

Es reizt sie, Stimmungen, verborgene Schönheiten, Details, faszinierende Farb- und Lichtspiele und Formen der Natur malerisch facettenreich umzusetzen. Der Stil von Silvia Seifert ist ausdrucksstark: Vitale Farbigkeit, verschwenderischer Farbauftrag und pastose Pinselstriche kennzeichnen ihre Pflanzenstillleben.

Die Werke sind zwar gegenständlich und nahe an der Natur, doch immer grosszügig, frei, expressiv und ein bisschen abstrahiert in der Darstellung der floralen Motive. Oft wählt Silvia Seifert ungewöhnliche Ausschnitte, Perspektiven und Details von Blüten, die sie gleichsam nah heranzoomt – ähnlich wie bei Makroaufnahmen, nur eben mit malerischen Mitteln.

Farbintensive Ölmalerei

Die Malerin interessiert sich sehr für Botanik, schaut sich mit wachem Blick in ihrem eigenen, aber auch in anderen Gärten oder auf Reisen um, studiert die Pflanzen genau, um sie dann in kraftvoller, farbintensiver Ölmalerei auf Leinwand zu bannen. Darunter sind auch Pflanzen, die eher unscheinbar oder weniger bekannt sind und von Seifert mit grosser Farbsinnlichkeit im Bild «inszeniert» werden.

Die Ausstellung ist wie ein Gang durch einen paradiesischen, üppigen Wundergarten. Da finden sich exotische Gewächse aus dem Urwald wie die feuerroten «Silene verginica», die sternförmig in einer sattgrünen Landschaft schweben.

Auch die weissen Rosenblätter, die durchsichtigen Lampionblumen oder die bauschigen Hortensien sind so pastos gemalt, mit reliefhaften Pinselstrukturen, dass sie etwas Haptisches haben. Orangerote Blüten auf langen, dünnen Stängeln hat Seifert in einer Landschaft vor blauem Hintergrund gemalt, bei dem offenbleibt, ob es Meer oder Himmel ist.

Die vielseitige Künstlerin, die in Effingen ein Atelier zum Malen und eine Werkstatt in der Scheune für die Steinarbeiten hat und seit 2011 Vorsitzende der internationalen Künstlergruppe Polygon ist, zeigt auch ihr bildhauerisches Können in formschönen Skulpturen. Zu sehen sind weibliche Torsi aus Carrara Marmor, portugiesischem Marmor und Diabas in abstrahierten, weichen, sanft geschwungenen Körperformen.

Um Spannung in die Skulptur zu bringen, kombiniert Seifert glatt geschliffene mit behauenen Teilen. Sehr originell sind die rundum bemalten Holzkisten, auf denen die Malerin im pastosen Stil Motive wie Seerosen, Zitronen, Tulpen, Hagebutten, Magnolienzweige oder Blauregen gemalt hat.

Die Ausstellung ist bis zum 21. April im Hotel Eden zu besichtigen. (AZ)