Eine böse Überraschung hat eine Familie aus Öflingen erlebt: In einem Apfel, den sie am Freitag bei einem Lebensmitteldiscounter im deutschen Bad Säckingen gekauft hatte, versteckte sich ein etwa fünf Zentimeter langer verzinkter Stahlnagel. Der 35-jährige Familienvater ging daraufhin am Montag zur Polizei und gab den Fund zu Protokoll. Am Dienstag hat nun die Lebensmittelüberwachung des Landratsamtes Waldshut die Filiale des Discounters kontrolliert.

«Mit voller Absicht»

Den Nagel entdeckt hatte der 35-jährige Öflinger, als er den Apfel für seinen Sohn durchschnitt. «Wir hatten ganz schönes Glück, denn da hätte durchaus etwas passieren können», sagt er. Von aussen sei der Nagel nicht sichtbar gewesen, jemand muss ihn durch die Blüte in das Kerngehäuse gesteckt haben. Der 35-Jährige geht davon aus, dass das mit voller Absicht geschah: «Über die Gründe kann ich nur spekulieren, aber der Apfel ist sicher nicht so gewachsen.» Ausserdem seien am Nagel nur leichte Rostspuren zu erkennen. Das könne darauf hindeuten, dass der Nagel erst seit wenigen Tagen im Apfel steckte.

In einer Facebook-Gruppe, wo der Mann die Bilder des Apfels zuerst hochlud, wurde gemutmasst, ob sich der Nagel nicht gegen Tiere richte, da diese Äpfel meist ganz essen würden.

Gekauft hat die Familie den Apfel laut eigener Aussage am Freitag in einem Lebensmitteldiscounter in Bad Säckingen. Der Apfel der Sorte Elstar war nicht verpackt, sondern lose in der Auslage. Als Ursprungsland war Deutschland angegeben. Am Montagabend meldete der Familienvater dann den Fund in der Filiale des Discounters in Bad Säckingen. Eine Mitarbeiterin sicherte die Fotos und versprach, sie an die Filialleitung weiterzugeben. Danach ging der Mann zur Polizei in Bad Säckingen. Die Beamten leiteten die Informationen ans Landratsamt Waldshut weiter.

Prüfung durch das Landratsamt

Am Dienstag hat die Lebensmittelüberwachung des Landratsamtes Waldshut die Filiale des Discounters kontrolliert. Dabei befragten die Kontrolleure die anwesenden Angestellten, doch denen war nichts Verdächtiges aufgefallen. Die Mitarbeiter der Lebensmittelüberwachung untersuchten alle vorhandenen Äpfel in der Filiale, also nicht nur Elstar-Äpfel, augenscheinlich und mit einem Magneten auf auffallende Fremdkörper. «Dabei wurde nichts Auffälliges gefunden», sagte Michael Swientek, Pressesprecher des Landratsamtes. Weitere Verbraucherbeschwerden gingen bei der Lebensmittelüberwachung nicht ein. «Von hier aus kann so nicht festgestellt werden, wie der Nagel in den Apfel gelangt ist», sagte Swientek.

Das Landratsamt kündigte an, den Vorgang der Polizei zur weiteren Ermittlung vorzulegen. Eine Sprecherin des betroffenen Discounters nahm unterdessen Stellung zum Fund. «Wir nehmen den Hinweis sehr ernst», sagte die Sprecherin. Hohe Lebensmittelsicherheit und Produktqualität hätten oberste Priorität. Deshalb habe der Discounter den genannten Vorwurf nach Bekanntwerden sofort intern weitergeleitet und sei aktuell in der Prüfung.