Laufenburg
Kultur verbindet Kulturen: kreativer Gedankenaustausch zwischen Asylsuchenden und Einheimischen

Im Rehmann-Skulpturengarten trafen sich Asylsuchende und Einheimische. Gut 25 Personen nahmen an dem in die Kulturtage «Fliessende Grenzen» integrierten Anlass teil – unter ihnen sechs Asylbewerber aus Afghanistan, Eritrea und Sudan.

Peter Schütz
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Kreativ: Asylbewerber beim Zeichnen mit Einheimischen im Skulpturengarten im Rehmann-Museum. psc

Kreativ: Asylbewerber beim Zeichnen mit Einheimischen im Skulpturengarten im Rehmann-Museum. psc

Peter Schütz

Die Kunst stand ausnahmsweise nicht im Mittelpunkt: Im Laufenburger Rehmann-Museum begegneten sich am Samstag Asylbewerber und einheimische Besucher, um miteinander ins Gespräch zu kommen, miteinander etwas zu schaffen, gemeinsam zu essen und zu trinken.

In der ungezwungenen Atmosphäre im Skulpturengarten ergab sich ein interessanter Austausch von Ideen und Erfahrungen. Gut 25 Personen nahmen an dem in die Kulturtage «Fliessende Grenzen» integrierten Anlass teil – unter ihnen sechs Asylbewerber aus Afghanistan, Eritrea und Sudan.

Die jungen Männer gehörten zu den 60 Asylsuchenden, die im Gops (Geschützte Operationsstätte) unter dem Laufenburger Spital untergebracht waren – bis diese vom Departement Gesundheit und Soziales Ende Juli aufgelöst wurde. Die Asylsuchenden wurden in andere Einrichtungen an anderen Orten (Aarau, Baden) verteilt. Zu dem Zeitpunkt war die Veranstaltung im Rehmann-Museum jedoch schon Teil des Kulturtage-Programms – sie abzusagen kam nicht infrage.

Wiedersehen im Skulpturengarten

Da einige Kontakte zwischen Asylsuchenden und dem Helferkreis der IG Asyl Laufenburg bestehen blieben, kam es am Samstag im Beisein von Erwin Rehmann zu einem Wiedersehen. «Die Verbindung zwischen den Asylsuchenden und der IG Asyl wird weiter bestehen», erklärte Regula Laux von der Museumsleitung, auch Mitinitiantin der IG Asyl. Denn: «Integration kann nur funktionieren, indem man sich öffnet und in einen Dialog tritt», so Laux.

Die jungen Männer seien den Helfern der IG ans Herz gewachsen, «es war immer ein positiver Austausch», sagte sie. Beatrice Burgherr bestätigte: «Wir hatten ein sehr gutes Klima. Es war ein Geben und Nehmen.» Ähnlich sieht es Anita Weber: «Meine Erfahrungen mit den Männern im Deutschunterricht waren sehr positiv.» Elisabeth Hesse bezeichnete es als «skandalös, dass die Asylsuchenden nicht Wurzeln schlagen können, sondern von Ort zu Ort geschickt werden».

Zeichnen und fotografieren

Kritik äusserte Elisabeth Hesse auch am Arbeitsverbot für Asylsuchende: «Da heisst es, die arbeiten nicht, aber wie sollen sie auch, wenn es ihnen nicht erlaubt ist», hielt sie fest. Was sie grundsätzlich beschäftige: «Wie kann man Vorurteile abschaffen?» Elisabeth Hesse weiter: «Es ist wichtig, dass wir uns nicht entmutigen lassen.»

Beschäftigt waren die Gäste am Samstag trotzdem: Nach einer Vorstellungsrunde erstellte ein Flüchtling aus dem Sudan Zeichnungen, ein Mann aus Afghanistan fotografierte den Anlass für die Website des Rehmann-Museums. Natürlich ohne Gage. In der ungezwungenen Kaffee-und-Kuchen-Runde entstanden ernsthafte, aber auch heitere Gespräche, sodass Regula Laux am Ende das Fazit zog: «Wir können viel voneinander lernen.»