Kultur
Die Theatervorhänge bleiben geschlossen: «Das dauernde Auf und Ab zermürbt mit der Zeit»

Traditionell zu Jahresbeginn stehen viele der neuen Produktionen der Fricktaler Theatervereine auf der Agenda. Doch wie schon 2021 bremst die Pandemie die Spiellust der Laienmimen aufs Neue aus. Die Aufführungen sind verschoben, in der Hoffnung, dass später die Auflagen geringer ausfallen. Teils liegen die letzten Vorstellungen drei Jahre zurück – und das hat Folgen.

Hans Christof Wagner
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Den Schwank «D'Gedächtnislücke» präsentierte die Theatergruppe Münchwilen im Januar 2019.

Den Schwank «D'Gedächtnislücke» präsentierte die Theatergruppe Münchwilen im Januar 2019.

Ingrid Arndt (26. Januar 2019)

Corona sorgt vielerorts im Fricktal dafür, dass die Theatervorhänge auch Anfang 2022 geschlossen bleiben. So auch in Zeiningen, wo sich der Theaterverein entschlossen hat, die geplanten Aufführungen von «Tatort Villa Bock» im Januar und Februar 2022 abzusagen und auf die Zeit nach Ostern zu verschieben.

Noch bis Dezember hatten die Mitspielerinnen und Mitspieler bei den Proben auf der Bühne gestanden, wie Präsidentin Rita Freiermuth erzählt. Doch dann beschloss der Vorstand, den Probebetrieb einzustellen und die für den Jahresbeginn 2022 geplanten Vorstellungen zu verschieben.

Das Stück wird zum zweiten Mal verschoben

Dabei war «Tatort Villa Bock» schon das Stück, das Anfang 2021 hätte über die Bühne gehen sollen. Es wurde der Pandemie wegen um ein Jahr verschoben. Jetzt hoffen Freiermuth und der Verein darauf, dass die Aufführungen wenigstens im April starten können. Sie sagt:

«Das dauernde Auf und Ab und die permanenten Absagen und Verschiebungen zermürben mit der Zeit doch.»

Zumindest können bis in den April hinein die schon seit vergangenem Jahr aufgebauten Kulissen stehen bleiben – auch schön für die Akteure, die ab Februar die Proben wieder aufnehmen sollen. Freiermuth sagt: «Ich bin zuversichtlich, dass es im April klappt.» Dass der Termin steht und dass der Verein nicht wieder gezwungen sein wird, umzudisponieren. «Hinter einer solchen Vorstellungsreihe steckt ja immer viel logistischer Aufwand», gibt sie zu bedenken.

Auf einen Nachholtermin möglichst noch 2022 hofft auch der Gemischte Turnverein Münchwilen, der seine Theatertermine am 29. Januar und
5. Februar ebenfalls abgesagt hat. Regisseurin und Mitspielerin Beatrix Biedermann sagt:

«Schweren Herzens haben wir uns dazu entschlossen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer wieder zu vertrösten, schmerzt uns schon.»

Der Vorstand versuche, die beiden Termine 2022 «noch irgendwo rein zu quetschen.» Besser die Aufführungen liefen noch im Herbst, bevor dann im Winter 2023 die Corona-Fallzahlen womöglich wieder nach oben schnellen. Andererseits ist Biedermann überzeugt:

«Mit den aktuellen Auflagen hätten die Zuschauerinnen und Zuschauer den Abend auch nicht geniessen können. Und dass wir mit Maske spielen, wäre nicht gegangen.»

Weil der Theaterverein Staffeleggtal seine neuen Stücke traditionell erst im Frühjahr zeigt, hofft er darauf, dass im Mai 2022 nichts gegen eine Aufführung sprechen wird. Heute, 12. Januar, startet das Ensemble in die Proben für «Diskretion Ehrensache».

Lange Pause auf der Bühne hätte ein Ende

Sollte alles wunschgemäss verlaufen, stünde das Team nach drei Jahren erstmals wieder auf der Bühne. Laut Präsidentin Claudia Balz wurde 2019 letztmals ein Stück aufgeführt. Sowohl 2020 wie auch 2021 kam es der Pandemie wegen zu keinen Darbietungen.

So lange Pause machen jetzt auch schon die Stafikids, die Kinder- und Jugendabteilung des Vereins. Leiterin Jacqueline Lenzin sagt, dass die lange Bühnenabstinenz schon zu Abmeldungen geführt habe. Daher wollen die Stafikids 2022 unbedingt wieder etwas aufführen – wenn auch eher im kleinen Rahmen.

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