Frick

Kubb-Meisterschaften: Hier fliegen die Hölzer, bis der letzte König fällt

Viele Kubb-Felder und Kubb-Spieler in Aktion: Ähnlich wie hier an der EM in Baden im letzten Jahr wird es am Pfingstwochenende in Frick aussehen. Archiv

Viele Kubb-Felder und Kubb-Spieler in Aktion: Ähnlich wie hier an der EM in Baden im letzten Jahr wird es am Pfingstwochenende in Frick aussehen. Archiv

An Pfingsten finden die Schweizer Meisterschaften im Kubb bei der Sporthalle Ebnet statt. Wer seine Fähigkeiten im «Wikingerschach» beweisen will, kann sich noch anmelden.

Wenn in Parks und auf Sportanlagen Wurfhölzer auf Holzklötzchen geworfen werden, dann spielen die Beteiligten Kubb. Für das Geschicklichkeitsspiel braucht es 40 Quadratmeter Platz, sechs Wurfhölzer und fünf Klötzchen – sogenannte Kubbs – pro Team, sowie einen König in der Mitte. Es ist auch als «Wikingerschach» bekannt und hat seine Wurzeln im Frühmittelalter, wurde aber in den 1990er-Jahren in Schweden wiederentdeckt.

Vor rund 15 Jahren fand Kubb dann auch den Weg in die Schweiz. «Studenten aus Basel und Baden haben das Spiel in einem Ferienaufenthalt in Schweden kennen gelernt und zu Hause mit Freunden zu spielen begonnen», erklärt Oliver Spiess aus Turgi. Er ist Mitorganisator der diesjährigen Kubb-Schweizer-Meisterschaft, die am 8. und 9. Juni in Frick stattfindet. Ausgehend von den «Kubb-Importeuren» hätten sich in den letzten Jahren in Basel und in Baden die Kubb-Hotspots der Schweiz entwickelt, so Spiess weiter.

Mittlerweile ist die Szene weiter gewachsen und es gibt schweizweit Teams und Turniere. Und: Der Kanton Aargau hat sich zu einer Kubb-Hochburg entwickelt. In Leuggern ist einer der grössten Clubs entstanden, in Baden fand im vergangenen Jahr die Europameisterschaft statt, die Weltmeister 2018, die KP Wild Dogs kommen aus Baden und am kommenden Samstag findet in Klingnau ein grosses Turnier mit Teilnehmern aus Deutschland und Belgien statt.

Mehr als 20 Spielfelder

Das Fricktal dagegen ist auf der Kubb-Landkarte noch ein weisser Fleck. Das soll sich nun ändern. «Der Schweizer Kubb-Verband will neue Regionen erschliessen», sagt Oliver Spiess. Dies habe bei der Wahl des Austragungsortes für die Schweizer Meisterschaft eine Rolle gespielt. Zudem wolle man nicht andere etablierte Turnierveranstalter in der Schweiz konkurrenzieren.

Und so fliegen am Pfingstwochenende auf der Fricker Ebnet die Wurfhölzer durch die Luft. Am Samstag, 8. Juni, werden 48 Teams mit mindestens drei Mitgliedern auf über 20 Feldern antreten und versuchen, möglichst rasch alle Kubbs des Gegners und den König umzuwerfen. Am Sonntag, 9. Juni, findet dann nach einer einjährigen Pause wieder eine Einzel-Schweizer-Meisterschaft statt. Für beide Wettkämpfe kann man sich auf der Website kubbtour.ch noch anmelden.

Die Teilnahme steht auch für Gelegenheits- und Hobbyspieler offen. Die Veranstalter hoffen, dass sich neben regelmässigen Turnierteilnehmern auch Teams aus dem Fricktal anmelden. Der Modus ist so ausgelegt, dass nach einer Vorrunde die Teams nach ihrem Niveau eingeteilt werden. So verspricht der Anlass auch Hobbyspielern attraktive Begegnungen.

Familiäre Community

Daneben sind natürlich auch Zuschauer willkommen – auch Kubb-Laien, wie Spiess betont. «Wir werden auf Plakaten die wichtigsten Regeln erklären und die Helfer stehen für Fragen ebenfalls zur Verfügung.» Die Festwirtschaft und der gesellige Teil am Abend sollen zudem den besonderen Spirit der Kubb-Familie zeigen. «Während den Spielen geht es durchaus ernst zur Sache», sagt Spiess. Wenn aber der König gefallen ist, «freuen sich alle für die Sieger und man feiert zusammen».

Obwohl die Zahl der Kubb-Spieler in der Schweiz stetig wächst und die Top-Teams zu Trainingszwecken fast täglich irgendwo spielen, sei das Familiäre und Freundschaftliche erhalten geblieben, so Spiess. Genau dies mache für ihn auch einen grossen Teil der Faszination für das Spiel aus.

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Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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