Die kritischen Stimmen häuften sich bei der Orientierungsversammlung am Freitagabend in der Turnhalle Oeschgen. Warum der Gemeinderat die Bevölkerung nicht schon in einem früheren Stadium eingebunden hat, fragte jemand, statt sie «vor vollendete Tatsachen» zu stellen. Es ging um die Frage, ob die geplanten Räume tatsächlich gross genug sind und den Bedarf auch in der Zukunft decken.

21 Kinder sind es aktuell im bestehenden Kindergarten, der, weil 1974 erbaut, ersetzt werden soll. Für 25 wäre der Neubau ausgerichtet. «Warum etwas schon von Anfang an auf Kante kalkulieren», fragte einer. Cornelia Hugo vom Elternverein Oeschgen, der mit seinem Mittagstisch aus dem Singsaal im Untergeschoss der Turnhalle in den geplanten Mehrzweckbau zügeln soll, äusserte ebenfalls Bedenken.

Zu klein sei der Mehrzweckraum für diesen Zweck, sässen doch jeden Dienstag im Schnitt 70 bis 80 Personen am Mittagstisch – mit steigender Tendenz. Warum nur der Kindergarten neu gebaut werde und nicht auch gleich ein fester Erweiterungsbau für die Schule, als Ersatz für die 2009 erbauten Pavillons? Auch das wurde moniert.

Gemeindeammann Christoph Koch verteidigte das Vorgehen des Gemeinderats als «üblich». Und dämpfte die Erwartungen. Schon eine geringfügige Vergrösserung des Gebäudes bedeutet Mehrkosten von rund 100 000 Franken. Eine Erweiterung des Kindergartens um eine zweite Abteilung könne das Projekt sogar um bis zu 300 000 Franken verteuern. «Dabei sind zwei Millionen Franken eigentlich auch schon zu viel für Oeschgen», sagte Koch.

Die Jury, der Gemeinderäte, Architekten sowie Vertreter von Schulpflege und Vereinen angehörten, wählte aus drei eingereichten Projekten das von Erne Holzbau Laufenburg/Stein aus. Nicht zum Zuge kamen der Entwurf von Häring Holzbau/Eiken, der sich durch markante Oberlichter auszeichnete, und, obwohl sogar leicht günstiger, der des Unternehmens Schaerholzbau, Altbüron. In der Wertung das meiste Gewicht hatten Wirtschaftlichkeit und Unterhalt. Im Siegerentwurf befindet sich der Kindergarten im Obergeschoss, der Mehrzweckraum darunter.

Dieser liegt mit 94 Quadratmetern eher an der unteren Skala. Als Vorgabe hatte der Gemeinderat eine Grössenordnung von 90 bis 110 Quadratmeter festgelegt. Koch rechnete den rund 50 Anwesenden vor, dass er bis zu 108 Personen Platz bieten kann. Das reiche für GVs von Vereinen und für private Anlässe. Für alle grösseren Anlässe bleibe weiterhin die Turnhalle.

Koch stellte klar: Der Gemeinderat legt diesen Entwurf so dem Souverän am 28. November vor. In der Gmeind stehe es jedem zu, Änderungsanträge zu stellen.