Hornussen

Kritik an Plänen des Gemeinderats: «Man möchte gezielt den Wert der Parzelle hinunterdrücken»

Das Entsorgungscenter in Hornussen befindet sich direkt an der Schulstrasse.

Das Entsorgungscenter in Hornussen befindet sich direkt an der Schulstrasse.

Die Gemeinde will die Parzelle, auf der das Entsorgungscenter steht, kaufen. Die Verkehrsbeschränkung an der Schulstrasse soll zu Wertminderung der «Klein»-Parzelle führen, sagt der ehemalige Geschäftsführer der Klein AG.

Die Gemeinde Hornussen will den Entsorgungsplatz der konkursiten Klein AG, der derzeit von der Waser AG geführt wird, aus dem Dorf verbannen. Der Gemeinderat kämpft dafür gleich an zwei Fronten.

Einerseits möchte er an der Schulstrasse ein Fahrverbot für Lastwagen über 5,5 Tonnen verhängen und andererseits beantragt er an der kommenden Gemeindeversammlung einen Rahmenkredit von zwei Millionen Franken für den Kauf der Parzelle.

Vorwurf der Wertminderung

Dies sorgt für Kritik. Andreas Schaffner, ehemaliger Geschäftsführer der Klein AG und heute für die Waser AG tätig, sagt, angesprochen auf das Lastwagenfahrverbot: «Ein solches Fahrverbot mindert ganz klar den Wert der Parzelle.» Für Schaffner ist das geplante Fahrverbot ein Versuch, «Gewerbeland billig zu erwerben und es dann umzuzonen». Ähnlich äussert sich ein Kritiker, der mit den Vorgängen vertraut ist, namentlich aber nicht genannt werden will: «Der Gemeinderat möchte gezielt den Wert der Parzelle hinunterdrücken.»

Auch das Konkursamt Aargau gehört zu den Einsprechern. Christoph Fuhrer, Amtsstellenleiter der Amtsstelle Brugg spricht ebenfalls von einer Wertminderung der Parzelle, falls die Gewichtsbeschränkung kommen sollte. «Aus unserer Sicht ist das Verbot unzulässig», so Fuhrer. Das rechtliche Verfahren sei im Gang und man werde den Weg durch die Instanzen gehen. Bislang sind bei der Gemeinde nach Auskunft von Gemeindeammann George Winet drei Einsprachen gegen das Lastwagenfahrverbot eingegangen. Die Frist läuft noch bis am Montag.

Angesprochen auf den Vorwurf der Wertminderung verweist Winet auf die Bau- und Nutzungsordnung. Ein Betrieb, der ein hohes Mass von quartierfremdem Verkehr verursache, sei nicht zonenkonform, heisst es darin. «Die Zone ist für Kleingewerbe gedacht», so Winet, «gelegentliche Anlieferungen sind möglich.»

Andere Erschliessung gescheitert

Andreas Schaffner schätzt, dass täglich etwa 40 bis 50 Lastwagen zur Klein AG gefahren sind. Aber: «Von Anwohnern gab es nur wenige Reklamationen. Wir haben auch unser Möglichstes getan und die Chauffeure dazu angehalten, langsam zu fahren.» Zudem moniert er: «Wir haben vor einigen Jahren mit der Gemeinde eine andere Erschliessung diskutiert. Damals hiess es, es sei kein Geld vorhanden, nun will man die Parzelle für zwei Millionen kaufen.»

George Winet bestätigt die Gespräche und führt hohe Kosten für die alternative Erschliessung ins Feld: «Alleine eine lastwagentaugliche Brücke über die Sissle hätte eine Million Franken gekostet.» Er betont aber, dies sei nicht der Hauptgrund dafür gewesen, dass das Projekt nicht weiter verfolgt wurde. Denn: «Der Kanton hat die damals vorgesehene Lastwagenausfahrt für untauglich erklärt.»

Und welche Pläne würde die Gemeinde mit der Parzelle verfolgen? Laut George Winet ist derzeit noch alles völlig offen. Ausgeschlossen sei einzig eine Eigenbewirtschaftung des Areals. «Wir würden ein Mitwirkungsverfahren starten», so der Ammann. Seines Wissens wäre eine Umzonung der Gewerbeparzelle in die Wohnzone möglich, so George Winet weiter. «Wir würden ein Umzonungsgesuch anhand der gesetzlichen Vorgaben prüfen», erklärt Daniel Kolb, Leiter der kantonalen Abteilung Raumentwicklung.

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Autor

Marc Fischer

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