Hornussen

Kritik am Kritiker – Verteidigung für den Gemeindeammann Winet

19 von 20 Gemeinderatsmitgliedern der vier Gemeinden sind beim Fusionsprojekt dabei – nur der Hornusser George Winet nicht.

19 von 20 Gemeinderatsmitgliedern der vier Gemeinden sind beim Fusionsprojekt dabei – nur der Hornusser George Winet nicht.

Der Hornusser Ammann George Winet steht in der Kritik weil er sich nicht am Projektausschuss für die Gemeindefusion beteiligt – er wird aber auch verteidigt.

Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen beschäftigen sich derzeit mit einer Fusion. Diese Woche starteten die Arbeitsgruppen mit ihren Abklärungen zur Zukunft der Gemeinden. 19 von 20 Gemeinderatsmitgliedern der vier Gemeinden sind dabei, einer fehlt: George Winet, Gemeindeammann von Hornussen.

«Der Grund dafür, dass ich mich in den Arbeitsgruppen und im Projektausschuss nicht beteilige, ist ein berufliches Projekt. Dieses beansprucht mich zeitlich derzeit derart, dass ich keine Möglichkeit gesehen habe, an den Arbeiten teilzunehmen», sagte Winet diese Woche gegenüber der AZ.

Sorgen um Aussenwirkung

Das sorgt für Kritik. So fordert der ehemalige Hornusser Gemeinderat und SVP-Politiker Oliver Kohli gar Winets Rücktritt als Ammann. «Wenn das zeitlich nicht drinliegt, sollte ein Ammann sein Amt jemandem abgeben, der das machen kann», so Kohli (AZ vom Freitag). Auch andernorts kommt Winets Abwesenheit nicht gut an. Wer sich im Dorf umhört, kriegt immer wieder einen Satz gesagt: «Das gibt ein komisches Bild ab.»

Viele, die über die Situation in Hornussen sprechen, wollen allerdings anonym bleiben. Es sind amtierende und ehemalige Politiker aus dem Dorf und den Nachbarsgemeinden. Sorgen machen sie sich vor allem über die Aussenwirkung von Winets Abwesenheit.

Dieser betont zwar, dass er die Abklärungen unterstütze und sie für sinnvoll halte. Aber: «Dass er daran nicht aktiv mitarbeitet, ist taktisch nicht klug», sagt einer, der direkt in die Fusionsabklärungen involviert ist. «Die Abwesenheit eines Ammanns kann Fragen aufwerfen. Unter anderem, ob er überhaupt hinter dem Projekt steht.»

Das sieht auch Hanspeter Joss, ehemaliger Ammann in Bözen, so: «Wenn der Ammann eine Fusion für nötig befindet, steht er mit Herzblut dahinter und engagiert sich – wenn nicht, lässt er es sein. Aber dann muss er sich nicht wundern, wenn Zweifel aufkommen, ob er wirklich dahintersteht.»

Damit Erfahrung gesammelt hat Claudia Balz, langjährige Gemeinderätin und Vorgängerin von Winet als Ammann in Hornussen. Mit Aussagen zur aktuellen Situation hält sie sich zurück, weil «es schwierig ist, sich als Aussenstehende ein genaues Bild zu verschaffen», wie sie sagt.

Ein geschlossenes Auftreten der Ammänner und Gemeinderäte würde Balz allerdings als entscheidend einstufen. Sie begleitete in ihrer Amtszeit das Projekt Ligado. Daraus entstand die gemeinsame Verwaltung «3 plus» der Gemeinden Bözen, Elfingen und Hornussen. «Damals gingen die drei amtierenden Gemeindeammänner voraus», erinnert sich Balz. «Ich bin nicht sicher, ob es mit der gemeinsamen Verwaltung geklappt hätte, hätten wir unsere Begeisterung dafür der Bevölkerung nicht rüberbringen können.»

Andreas Thommen, Ammann in Effingen, möchte Winets Abwesenheit hingegen nicht überbewerten. «Wichtig ist in diesem Schritt vor allem, dass die Bevölkerung ihre Wünsche und Anliegen äussern kann.»

Viele der Befragten hoffen deshalb, dass sich die Bevölkerung davon nicht irritieren lasse. «Es ist wichtig, dass gerade die Beteiligten die Zukunft der Gemeinden im Auge behalten», sagt etwa Hanspeter Joss, selbst ein Befürworter einer Fusion.

Kritik am Kritiker

Daneben gibt es auch Stimmen, die einen der Kritiker Winets hinterfragen: Oliver Kohli. Er wurde im gleichen Jahr ins Gremium gewählt wie Winet selber. Im Frühling 2017 aber trat er per sofort zurück – nach rund drei Jahren im Amt.

«Das zeugt nicht gerade von grossem Durchhaltewillen seinerseits», sagt ein Politiker aus der Region. Er möchte zumindest zur Diskussion gestellt haben, ob «es sich bei Kohlis Kritik nicht einfach um einen persönlichen Rachefeldzug» handle.

Der Politiker arbeitet regelmässig mit George Winet zusammen und kennt ihn als zuverlässigen Partner. «Ich habe den Eindruck, er versucht die Situation in Hornussen zu beruhigen», sagt er. «Aber natürlich ist das nicht einfach.»

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