Laufenburg
Kritik am Entwurf des Bewohnervereins – die Fasnächtler halten nichts davon

Fasnächtler halten die Richtlinie für die Nutzung des öffentlichen Raums für unnötig und überbordend.

Marc Fischer
Drucken
Teilen
Der Bewohnerverein hat eine Richtlinie entworfen, mit der die Nutzung des öffentlichen Raums geregelt werden soll. Auch für die Fasnacht sind Bestimmungen enthalten.

Der Bewohnerverein hat eine Richtlinie entworfen, mit der die Nutzung des öffentlichen Raums geregelt werden soll. Auch für die Fasnacht sind Bestimmungen enthalten.

Peter Schütz

Vor gut zehn Jahren entbrannte in Laufenburg ein Streit zwischen dem Bewohnerverein Altstadt und den Fasnächtlern. Nachdem der Gemeinderat mehrere Anträge des Bewohnervereins abgelehnt hatte, gipfelte der Streit in einer Beschwerde beim Kanton. In den letzten Jahren hat sich die Lage beruhigt, doch nun scheinen sich die Fronten erneut zu verhärten. Die Richtlinie zur Nutzung des öffentlichen Raums, die der Bewohnerverein entworfen und der Stadtrat zur Mitwirkung öffentlich aufgelegt hat, sorgt bei den Fasnächtlern für Kritik.

Vieles bereits geregelt

Sie befürchten Einschränkungen und Mehrarbeit, sagt etwa Walter Bürgler, Ober-Hexe der Laufenburger Stadthäxe. «Je mehr Richtlinien es gibt, umso komplizierter wird es», so Bürgler. Kurt Brandenberger vom Bewohnerverein dagegen sieht in der Richtlinie keinen Bürokratie-Aufbau. Und sie sei auch nicht gegen die Fasnacht gerichtet. «Uns war klar, dass der Verdacht aufkommt, dass wir gegen die Fasnacht kämpfen», sagt er.

32 Seiten...

...umfasst das Gesuch, das das OK Städtlefasnacht alljährlich einreicht. Hinzu kommen noch ein Sicherheits- und ein Abfallkonzept. Nicht zuletzt deshalb sagt OK-Präsident Lukas Knecht: «Fast alles, was in der Richtlinie enthalten ist, ist bereits geregelt.»

«Sie kommt auch vor, ist jedoch nur ein kleiner Teil.» Tatsächlich sind in der Richtlinie Ausnahmebestimmungen bei der Veranstaltungsdauer und der Schall-Begrenzung für die Fasnacht erwähnt. Sie behandelt aber auch Themen wie die Möblierung von Gartenwirtschaften oder das Aufstellen von Plakatstellern.

Während der Bewohnerverein der Ansicht ist, dass es die neue Richtlinie braucht, sind die Fasnächtler anderer Meinung. Unnötig und überflüssig sei sie, so der Tenor. René Leuenberger, Zunftmeister der Narro-Alt-Fischerzunft, sagt etwa mit Verweis auf bestehende Vorschriften wie das Polizeigesetz oder die Bau- und Nutzungsordnung: «Wir haben bereits genügend Vorschriften, alles ist ausgiebig reglementiert.» In die gleiche Kerbe schlägt auch Lukas Knecht, Präsident des OKs Städtlefasnacht.

«Fast alles, was in der Richtlinie enthalten ist, ist bereits geregelt», so Knecht. Im Baugesetz etwa stehe, dass Fahrnisbauten bis zu zwei Monate ohne Bewilligung errichtet werden dürfen. «Die Richtlinie will das nun auf 20 Tage begrenzen.» Schon jetzt reiche das OK Städtlefasnacht alljährlich ein umfangreiches Gesuch ein, so Knecht weiter. Darin sind neben dem eigentlichen Gesuch für gesteigerten Gemeingebrauch und Wirtebewilligungen auch ein Abfall- und Reinigungskonzept und ein Sicherheitskonzept enthalten.

«Der Stadtrat befindet dann darüber und wir haben Vertrauen in den Stadtrat», so Knecht. Der Apparat müsse nicht noch weiter aufgebläht werden. «Ich habe kein Verständnis dafür, dass eine Gemeinde mit 3500 Einwohnern eine solche Richtlinie braucht.» Und auch eine Ombudsstelle mache bei einer Gemeinde dieser Grössenordnung keinen Sinn.

OK macht Eingabe

Aus genannten Gründen werde das OK Städtlefasnacht sicherlich eine Eingabe an den Stadtrat machen, so Knecht weiter. Die einzelnen Fasnachts-Vereine und -gruppierungen haben noch nicht entschieden, ob sie individuell auch noch an den Stadtrat gelangen, wie es etwa bei den Barockern, den Stadthäxe oder der Narro-Alt-Fischerzunft heisst.

Eines ist für René Leuenberger aber bereits jetzt klar. «Egal, ob das Papier Richtlinie oder Reglement heisst: Der Stadtrat muss es der Gemeindeversammlung vorlegen.» Schliesslich betreffe es nicht nur die Altstadt, sondern auch die übrigen Ortsteile. Seine Meinung ist bereits gemacht: «Die Richtlinie überbordet. Es braucht sie nicht.»