Martin Willi, Theaterpädagoge und Betriebsleiter der Kultschüür, ist unter die Kriminalautoren gegangen. Am Samstag stellte er seinen Roman «Das Ende des Laufstegs» vor – ein spannender Plot mit regionalem Bezug und zwei Frauen in der Hauptrolle sowie diversen und teils dubiosen Randfiguren.

Willis Erstling als Kriminalautor hat das Zeug zu einem Bestseller. Auf gut 200 Seiten blickt er tief in die Abgründe der menschlichen Seele. Schon der erste Satz im Prolog gibt die Richtung vor: «Es gibt Tage, die hätten nie das helle Licht der Welt erblicken dürfen.» Der im Basler Münsterverlag erschienene Kriminalroman «Das Ende des Laufstegs» erblickte das Licht der Welt in Martin Willis zweiter Heimat, der Kultschüür in der Laufenburger Altstadt. Vor vollem Haus, mit musikalischer Unterstützung von Esther Kaminsky und einer kurzen Laudatio von Verleger Manfred Hiefner, wurde das Buch feierlich aus der Taufe gehoben. Mit dabei waren auch Stadtammann Herbert Weiss und sein deutscher Amtskollege Bürgermeister Ulrich Krieger.

Vom Jugendroman zum Theater

Martin Willi, Jahrgang 1964, las Passagen aus dem optisch ansprechenden Buch und machte damit Lust auf mehr. Literarisch ist er nicht unerfahren. Sein Werk «Abenteuer in Calgary» gehörte noch zum Genre des Jugendromans, hinzu kamen im Lauf von über zwei Jahrzehnten rund 40 Theaterstücke, die aus seiner Feder stammen. Und nun das: Ein Buch wie starker Tabak über einen Mord, der aber nicht am Anfang des Geschehens steht, sondern sich nach und nach herausschält. Die Handlung ist also nicht fortlaufend.

Vom Münsterverlag wird die Handlung so umrissen: «Eine weisse Rose auf dem nackten Hinterteil einer jungen toten Frau, die im Wald bei Laufenburg aufgefunden wird, ist Ausgangspunkt der dramatischen, emotionalen, Geschichte. Wer ist die Tote, welche Bedeutung hat die Rose, was hat die Frau in dieser abgelegenen Gegend gemacht, weshalb wurde sie umgebracht? Kriminalkommissarin Petra Neuhaus ermittelt in der scheinbar glanzvollen Welt der Fotomodelle, entdeckt jedoch schnell, dass vieles nur Schall und Rauch ist. Was sie selbst nicht ahnen kann, ist, dass dieser mysteriöse Fall sie bis in ihre Jugendzeit zurückführen wird.» Manfred Hiefner bezeichnete den Plot als «spannend und gut geschrieben», die Figur der Kommissarin als «sympathisch gezeichnet». Ein Lob, das Martin Willis Ausflug in die Belletristik mehr als nur unterstreicht.

Eine erotische Komponente

«Es sind fünf Jahre vergangen, seit ich das erste Wort geschrieben habe», berichtete Willi, «es war eine lange Schwangerschaft». Schon die Einleitung mit dem Hinweis auf «die nackte Rose auf dem Hinterteil» lässt erahnen, dass er eine erotische Komponente integriert hat. Willi stellte denn auch klar: «Jugendfrei ist das Buch nicht.» Den Hauptfiguren hat er Schwächen wie auch Stärken verpasst, wodurch sie eben nicht unnahbar, sondern wie von nebenan wirken – mit Träumen, Sehnsüchten und Hoffnungen, aber auch Enttäuschungen und Depressionen.