Adventsserie
Krebskranke Tochter: Verzweifelter Mexikaner mit Aargauer Wurzeln hofft auf Hilfe aus der Schweiz

Ein Mexikaner mit Rheinfelder Wurzeln will seine krebskranke Tochter für die Behandlung in die Schweiz bringen – er sucht Hilfe.

Dennis Kalt
Merken
Drucken
Teilen
Ana Lucia Rupprecht ist an Leukämie erkrankt.

Ana Lucia Rupprecht ist an Leukämie erkrankt.

Zur Verfügung gestellt

Walter Rupprecht, der in Mexiko-Stadt lebt, ist verzweifelt. Die Ärzte diagnostizierten bei seiner Tochter Ana Lucia im Mai akute lymphatische Leukämie. Auf das Medikament, das die Vermehrung der Krebszellen stoppen sollte, reagierte die Dreijährige mit einem anaphylaktischen Schock. Auch bei der Einnahme des Ersatzpräparates kam es zu einer allergischen Reaktion.

Dies führte dazu, dass Rupprecht auf ein Medikament aus dem Ausland zurückgreifen musste, das sehr teuer und nur äussert schwierig einzuführen ist. Eine Dosis kostet umgerechnet knapp 2000 Franken und «unsere Tochter braucht noch 19», sagt Rupprecht.

Bereits an den Kanton gelangt

Das können er und seine Frau sich jedoch nicht mehr leisten. Seit der Leukämie-Diagnose habe er rund 50'000 Franken für die Behandlung ausgegeben. «Wir haben unser Auto verkauft und all unsere Ersparnisse ausgegeben, um nach Mexiko-Stadt zu ziehen, wo unsere Tochter behandelt wird.» Zudem gebe es im Spital viel zu wenig Betten und personelle Ressourcen im Verhältnis zur grossen Anzahl an Kindern, die an Krebs erkrankt sind.

Wir haben unser Auto verkauft und all unsere Ersparnisse ausgegeben, um nach Mexiko-Stadt zu ziehen, wo unsere Tochter behandelt wird.

(Quelle: Walter Rupprecht Vater)

Der grösste Wunsch von Rupprecht, der einen Schweizer Pass hat – sein Vater lebte lange Jahre in Rheinfelden und wanderte 1970 nach Mexiko aus – ist, dass seine Tochter, die ebenfalls einen Schweizer Pass besitzt, wieder vollständig gesund wird. «Ich möchte ihr die Gelegenheit geben, ein erfülltes Leben zu führen, sie hat es verdient. Sie ist ein Mädchen, das die Welt mit Liebe füllt.»

Rupprechts Schwester, die in Zürich lebt, hatte vor wenigen Wochen Kontakt mit einem Facharzt einer onkologischen Klinik, «der ihr versichert hat, dass Ana Lucia in der Schweiz gut behandelt werden kann», erzählt Rupprecht. Daraufhin hat er das Generalsekretariat des Kantons Aargau kontaktiert und um Hilfe gebeten, seine Tochter so schnell wie möglich in die Schweiz zu bringen. «Wir brauchen Flugtickets und einen Wohnort. Das Geld werde ich anschliessend zurückzahlen, nachdem ich Arbeit gefunden habe», sagt Rupprecht.

An den Kanton Aargau wandte sich Rupprecht auch, weil seine Tante Elisabeth Wiki viele Jahre Besitzerin des Hotels Eden in Rheinfelden war «und Hunderten von Einwohnern der Region Arbeit gab.» Jelena ­Teuscher, Sprecherin des Departments Gesundheit und Soziales (DGS), sagt, dass die Möglichkeiten für Unterstützung in einem solchen Fall rechtlich vorgegeben sind. «Neben der Botschaft könnte er sich auch an das Eidgenössische Department für auswärtige Angelegenheiten wenden, das Auslandschweizer bei einer Reise oder Rückreise in die Schweiz unterstützen kann.»

Auf der Schweizer Botschaft in Mexiko-Stadt war Rupprecht bereits dreimal. «Mir geht es auch darum, dass meine Frau, die keinen Schweizer Pass hat, mit in die Schweiz kommen kann», sagt Rupprecht. Hierzu benötige er jedoch zunächst einen Miet- und Arbeitsvertrag in der Schweiz, damit seine Frau ein Visum erhält. «Ich hoffe, wir erhalten so bald wie möglich die notwendige Unterstützung, damit unsere Tochter schnell wieder gesund wird.»