Die Strapazen des Umzugs haben sie gut überstanden. «Die Krebse haben sich in der neuen Zuchtstation gut eingelebt», sagt Markus Kasper, Mitglied der IG, die sich um die Krebse kümmert. Was es jetzt braucht, ist eine bessere Wasserqualität in den Becken. Das kalte, nährstoffarme Quellwasser soll mit Bachwasser gemischt werden, um «natürliche Verhältnisse zu schaffen», so Kasper. Dazu muss eine Wasserleitung verlegt werden.

Die Krebse gehören zu einem 2009 gestarteten kantonalen Projekt für die Wiederansiedlung der Tiere. Der Dohlenkrebs hat seine natürliche Verbreitung in der westlichen Kantonshälfte, wurde allerdings in den meisten Bächen fast ausgerottet.

Die Tiere haben mit Gewässerverschmutzungen durch Jauche und Spritzmittel sowie einer von nicht heimischen Krebsen verbreiteten Pilzkrankheit zu kämpfen. Ausserdem fehlen ihnen in den verbauten Gewässern die Unterschlüpfe.

Ziel des Zeininger Projekts ist es, die Krebse in den Bächen der Region wieder heimisch zu machen. Bisher konnten 572 Krebse ins Maienbächli in Zeiningen, in den Reckendalbach in Zuzgen sowie in den Talbach in Hellikon ausgesetzt werden. «Stichproben haben ein positives Bild ergeben. In allen Bächen wurden unterschiedlich grosse Tiere gefunden. Das Konzept scheint aufzugehen», sagt Markus Kasper.

Für die IG geht es nun darum, sich weiter Wissen anzueignen, um eine produktive Zucht mit mehr Jungtieren zu entwickeln. «Wir möchten systematisch geeignete Bäche mit Krebsen bestücken und überwachen», sagt Kasper. Das langfristige Ziel ist eine möglichst weite Verbreitung: «Eine Population, die genug stark ist, um auch eine allfällige Katastrophe zu überstehen.»