Rheinfelden
Kreativität, Denkmodelle und Ideenreichtum in Kombination mit dem Raum

Zwölf Künstlerinnen und Künstlern stellen gemeinsam in der grenzüberschreitenden Ausstellung «kunst lokal rheinfelden 2012» aus. Die Bandbreite der gezeigten Werke ist spannend und faszinierend gleichermassen.

Ingrid Arndt
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Kathrin Kunz im Gespräch mit Besuchern. ari

Kathrin Kunz im Gespräch mit Besuchern. ari

Der lokalen, professionellen Kunst ein öffentliches Podium zu geben war das Anliegen der Kulturkommission Rheinfelden für die Organisation der Ausstellung «kunst lokal rheinfelden 2012» in der Kurbrunnenanlage. Zwölf Kunstschaffende aus beiden Städten Rheinfelden sowie der nahen Umgebung präsentieren ihre sehr unterschiedlichen Werke, angefangen von Malerei über Fotografie, Architekturvisionen, Druckgrafiken, Video-und Rauminstalationen bis hin zu Plastiken und Objekten. Es ist die erste Ausstellung dieser Art. Sie geht ein auf besondere geschichtliche Gegebenheiten, auf die historische Bedeutung des Wassers der Heilquellen, auf die Stadt gestern und heute. Andere Künstler stellen den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen oder versuchen aktuelle Themen kritisch philosophisch zu hinterfragen.

«Schon bei der Ausschreibung zur Ausstellung wurde auf die Besonderheit der Räume mit ihrem schon vorhandenen eigenen Charakter hingewiesen. Dazu sollten die Werke einen Bezug haben» erklärte Kuratorin und freischaffende Künstlerin Ruth Loibl. Und weiter: «Die Resonanz auf die Ausschreibung war enorm hoch. Eine Jury traf die Auswahl von nunmehr zwölf Künstlerinnen und Künstlern, acht aus der Schweiz, drei aus Deutschland, eine Künstlerin kommt aus der Partnerstadt Morges. Michelle Geser, Projektleiterin Kultur, konzipiere die Ausstellung und setzte sie mit ihrem Team um.

Bei der Begrüssung der vielen Gäste im Musiksaal hob Stadträtin Béa Bieber die sehr unterschiedlichen Akzente der Werke hervor sowie deren hohes Niveau, welches natürlich auch besondere Anforderungen an die Betrachter stelle. Michelle Geser bedankte sich bei den zahlreichen Helfern in der Vorbereitungs-und Durchführungsphase, nur so sei der Erfolg erst möglich geworden.

Einfühlsam und warmherzig stellte Kuratorin Ruth Loibl mit nur wenigen Sätzen aber sehr treffend die zwölf Kunstschaffenden vor. Sie wies hin auf die Lichtinstallationen von Roy Andres Hofer direkt am Eingang, die zum einen Bezug nehmen auf das kaum noch überschaubare Thema der Globalisierung und zum anderen auf die Mentalität der Amerikaner nach den Anschlägen des 11.September. Loibl unterstrich die Visionen der Vorstellungswelt von Tobias Eder in seiner Malerei, die beeindruckend feine Abstimmung zwischen Flächen und Farben, die Leidenschaft und Harmonie der Druckgrafiken von Gido Wiederkehr, die zueinander so meisterlich austariert seien, dass der Eindruck von unbeschwertem Schweben entstehe.

Mit ihrer Video-Installation schaffe Christine Hagin Witz eine Ambivalenz zwischen Bodenhaftung und Loslassen, Heike Schildhauer aus der Partnerstadt Morges stelle starke Assoziationen zwischen extremen Gefühlswelten in ihren Objekten her. Ohne konkrete Gesichter malt Tyrone Richards Menschen in ganz bestimmten Situationen und doch für den aussenstehenden Betrachter nicht ganz greifbar. Sie scheinen in der Menge, im Kollektiv aufzugehen. Kleine Momentaufnahmen hält Oliver Theinert in seinen Fotografien des Stadtviertels Liebrüthi fest, Spuren, die Menschen hinterlassen und erst im Nachhinein ihre Bedeutung bekommen. Selbstvergessen schwimmen kleine Kinder unter Wasser auf den Bildern von Alexia Papadopoulos, sind ganz nahe und doch total entrückt.

Eine fast mystisch bereichernde Farbmalerei zaubert René Faber mit seinen rhythmischen Streifenbildern, Michael Thümmrich begeistert mit gestisch abstrakten Elementen, die sich zu einem beweglichen Geflecht verbinden.

Mit ihrer Audio-Video-Installation «Vorläufig erfinde ich die Gegenwart», dem langsam perlenden Wasser im überlaufenden Glas, den flirrenden Schatten schafften Eva Borner und Hans Peter Gutjahr ein ruhig sinnliches Spiel mit Wahrnehmungen und Illusionen. Musikalisch traf dazu Markus Fischer mit seinem Kontrabass genau die richtigen Töne. Die Trinkhalle war ganz und gar den Bildern und der Rauminstallation von Kathrin Kunz vorbehalten. Wasser ist hier das bestimmende Element. Die Möhliner Künstlerin begeistert mit der Vielfalt ihrer Schwarz-Weiss-Bilder, gefertigt aus Grafitpulver, aufgetragen mit Watte auf Papier. Wasser blubbert, fliesst, wirft Ringe, Licht spiegelt sich, glänzt wie tausend Silbertaler. Auf dem Boden der Halle steht eine Vielzahl an Trinkgläsern, sorgsam nummeriert, so wie das früher war zu Kurgästezeiten. Damit soll die Verbindung zwischen Architektur und der Geschichte des Raumes geschaffen werden, in der früher bekanntlich ein Trinkbrunnen stand.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Mittwoch bis Freitag, 21.-23. November, 16 bis 20 Uhr. Samstag und Sonntag, 24.-25. November,, 11 bis 17 Uhr