Rheinfelden
Kreativer Gottesdienst - Besucher können die Sorgen entsorgen

In der reformierten Kirche Rheinfelden findet ein kreativer Gottesdienst statt. Dekoriert wird mit Abfall.

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Pfarrer Ruszkowski mit dem Abfallcontainer, der zum Gottesdienst einlädt.

Pfarrer Ruszkowski mit dem Abfallcontainer, der zum Gottesdienst einlädt.

zvg

Der «Gottesdienst Plus» am 8. November in der reformierten Kirche in Rheinfelden steht unter dem Motto «Sorgen entsorgen. Gottesdienste in dieser Form finden seit der Renovation der reformierten Kirche Ende 2011 drei Mal im Jahr statt. Die Rheinfelder Kirche füllt sich an diesen Sonntagen mit Menschen aller Generationen. Das grosse Vorbereitungsteam ist darum bemüht, dass es für jeden etwas dabei ist.

Das Dekoteam sammelt dieses Mal Abfall und bringt es in die Kirche als Dekorationsmaterial. «Das mag befremden», gibt Pfarrer Leszek Ruszkowski, der diesen Gottesdienst leitet, zu, «ist aber Symbol für eine wichtige Rolle der Kirche. Generationen von Menschen haben ihre Lasten in der Kirche abgelegt und sind um ein paar Sorgen leichter nach Hause zurückgekehrt.» Die Funktion als Ort der Ent-Sorgung mache die Kirche seit je her aus und solle sie auch in Zukunft unbedingt auszeichnen, ist Pfarrer Ruszkowski überzeugt.

Mit dem Thema «Sorgen entsorgen» setzt sich auch die Band unter der Leitung von Nina Haugen auseinander und das «ChileTheater». Während die Lieder der Band vor allem die Sorgen zu stillen versuchen werden, führt das Theater eine Szene auf, in der es um Entsorgen von Abfall geht. Dabei droht eine Familiendiskussion bei der Frage nach richtiger Abfalltrennung zu eskalieren.

Mittagessen in der Kirche

Nach dem Gottesdienst wird ein Mittagessen direkt in der Kirche serviert. Diese Sitte hat das Pfarrehepaar nach dem Vorbild kamerunischer Gemeinden eingeführt. «Dort haben Kirchgemeinden häufig gar keinen anderen Raum als die Kirche zur Verfügung. Uns hilft das, den Aufwand in Grenzen zu halten, und die Leute scheinen mit dem Provisorium auch glücklich zu sein», stellt Pfarrerin Christine Ruszkowski fest.

Für das Mittagessen wird dieses Mal ein Risotto von Alois Deuber zubereitet, der seit der Einführung des «Gottesdienst Plus» im Dreierturnus gekocht hat und am 8. November nochmals die über hundert erwarteten Gäste verpflegen wird. Danach will er sich altershalber vom Kochdienst zurückziehen. Die Kirchgemeinde ist ihm für den bisherigen Einsatz dankbar und ist zuversichtlich bald einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden und so das «Gottesdienst Plus»-Team zu ergänzen.