Das quer zum Fluss gebaute Kraftwerk Laufenburg verbindet zwar seit nunmehr 100 Jahren das schweizerische mit dem deutschen Rheinufer. Doch eine Brückenfunktion im Sinne eines begeh- oder befahrbaren Übergangs hat die imposante und durch ihre schlichte Architektur bestechende Anlage bis heute keine. Das soll sich jetzt ändern.

14. Mai: Festakt 100 Jahre Kraftwerk

Ab Mitte Mai öffnet nämlich die Energiedienst Holding AG mit Sitz in Laufenburg den Übergang über das Stauwehr für die Öffentlichkeit. Am Mittwoch, 14. Mai, findet ein Festakt aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des Kraftwerks statt, in dessen Mittelpunkt die feierliche (Er-)Öffnung des Übergangs über das Stauwehr steht.

«Dieser kann von Fussgängern und Radfahrern täglich von 6 bis 22 Uhr genutzt werden. Der für die Öffentlichkeit, für Fussgänger und Radfahrer täglich von 6 bis 22 Uhr zugängliche Weg führt künftig quer durch unser Betriebsareal, weshalb wir einige Anpassungen machen mussten», war von Patrick Obrist, Leiter des Kraftwerks, zu erfahren.

Er zeigte, zusammen mit Alexander Lennemann, dem Leiter Kommunikation bei Energiedienst, der Aargauer Zeitung gestern Freitag, wie das Wehr in eine Brücke verwandelt wurde beziehungsweise noch wird – die letzten Arbeiten werden derzeit ausgeführt, sozusagen der Feinschliff. Das sind unter anderem die Befestigung eines Geländers auf der unterwasserseitigen Wehrbrüstung sowie Maler-, Markierungs- und Reinigungsarbeiten.

Eine halbe Million Euro investierte die Energiedienst Holding AG in bauliche Anpassungen für die Öffnung des Wehrs. So wurde das Lager für die total 20 Dammbalken, von denen bei Revisionsarbeiten je 10 auf der Ober- und Unterwasserseite zur Trockenlegung einer Wehröffnung eingesetzt werden, neu auf der ganzen Wehrlänge angelegt. Es wurde beim Maschinenhaus eine Metalltreppe mit Treppenlift aufgebaut. «Alle Arbeiten haben wir mit dem Denkmalschutz abgesprochen», hielt Alexander Lennemann fest.

Stauwehr des Kraftwerks Laufenburg wird eine Fussgängerbrücke. Quelle Walter Christen.wmv

Stauwehr des Kraftwerks Laufenburg wird eine Fussgängerbrücke.

Passage bis zum 31. Oktober offen

«Da wir auf dem Stauwehr nicht salzen dürfen, wo sich darunter die Turbinen befinden, wird die Passage jeweils nur im Sommerhalbjahr geöffnet sein, das heisst, vom 1. Mai bis zum 31. Oktober», so Patrick Obrist.

Das von Energiedienst betriebene Rheinkraftwerk, das zusätzlich zu den beiden Brücken die beiden historischen Laufenburger Städte beidseits des Rheins verbindet, ist seit 1914 in Betrieb. Der Bau des Wasserkraftwerks zwischen 1909 und 1914 war ein architektonisches und flussbauliches Wagnis, denn das Kraftwerk wurde als erstes quer zum Fluss gebaut.

Es war damals mit einer Leistung von 40 Megawatt eines der leistungsstärksten in Europa. Der Energiebedarf stieg schnell, so wurde das Kraftwerk bereits Ende der 1920er-Jahr zum ersten Mal ausgebaut. Weitere Modernisierungen folgten. Seit 1994 produzieren jetzt 10 moderne Straflo-Maschinen-Gruppen Strom mit einer Leistung von 106 Megawatt.

Festakt am 14. Mai

Seit 100 Jahren drehen sich also die Turbinen im Wasserkraftwerk Laufenburg und produzieren Strom aus Wasserkraft. Ein Grund zum Feiern. Am Mittwoch, 14. Mai, findet ein Festakt mit geladenen Gästen statt: Martin Steiger, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Energiedienst Holding AG wird unter anderem Landrat Tilmann Bollacher aus der badischen Nachbarschaft sowie Maurus Büsser, Generalsekretär des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) des Kantons Aargau als Festredner begrüssen können. Im Mittelpunkt steht die feierliche Öffnung des Übergangs über das Stauwehr.

Familientag am 18. Mai

Energiedienst lädt am Sonntag, 18. Mai, zu einem Fest für Gross und Klein ein. Von 10 bis 17 Uhr findet der Familientag auf dem Energienst-Gelände an der Baslerstrasse 44 (Laufenburg/Schweiz) statt. Von der deutschen Seite ist das Festgelände zu Fuss über das Stauwehr erreichbar.

Oldtimer treffen dort moderne Elektroautos, die beiden Städte Laufenburg Schweiz und Laufenburg Baden schicken ihre Teams bei einem Städtewettkampf ins Rennen, und auch vom Rhein aus lässt sich das bunte Treiben beobachten. Selbstverständlich kann auch das Wasserkraftwerk besichtigt werden, und man kann erleben, wie Strom aus Wasserkraft erzeugt wird.

Die Energiedienst-Auszubildenden haben für die jüngsten Besucher ein energiegeladenes Programm im Angebot, bei dem es ganz sicher nicht langweilig wird. Musik und vielfältige Infomationen runden das Fest ab. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.