Kraftort
Esoteriker bescheinigen Laufenburg eine besondere Energie – was ist da dran?

Ist Wohlfühlen messbar? Und wenn ja, wie denn bitte schön? Und was hat das Ganze mit Laufenburg zu tun? Ganz einfach: Laufenburg zählt zu den sogenannten «Kraftorten».

Andrea Worthmann
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Peter Widmer sieht den Rhein als Ursprung.

Peter Widmer sieht den Rhein als Ursprung.

Bild: Andrea Worthmann

«Kraftorte» definieren sich dadurch, dass dort eine besonders positive Wirkung für den Menschen spürbar sein soll. Ein Ort mit einer aussergewöhnlichen Anziehungskraft. Esoteriker sprechen auch von einer besonderen Erdstrahlung oder Energieschwingung. Messen lässt sich dies angeblich in Bovis-Einheiten oder kurz BE, benannt nach dem französischen Physiker Alfred Bovis (1871 bis 1947).

Aber Achtung: Die Radiästhesie, so der Fachbegriff für die Lehre von Strahlenwirkung auf Organismen, wird der Pseudo- oder Parawissenschaft zugeordnet. Zu wenig seien die Messmethoden wissenschaftlich nachgewiesen. Denn die Energie wird mit Pendeln, Wünschelruten und dem sogenannten Biometer, einer von Bovis entwickelten Messskala, festgelegt.

Als neutral gelten 6500 BE, ab 10'000 BE spricht man von einem Kraftort. Oder anders ausgedrückt: Ein Wert über 6500 BE gibt Energie, Werte darunter nehmen Energie, so die Annahme vieler Esoteriker. So soll an der Burgruine in Laufenburg ein Wert von 15'500 BE gemessen worden sein. Beachtlich also, wenn man vergleichsweise die auch als Kraftort bekannte Felsenkapelle am Rigi mit 15000 BE betrachtet, wobei der Felsdurchgang zur Kapelle sich sogar durchaus auch mit 23'000 BE rühmen soll.

«Alles Humbug», findet ein Geologe mit Professur und Lehrauftrag an einer Schweizer Universität. Namentlich möchte er nicht genannt werden, aus Angst vor Verunglimpfungen. «Für mich ist ein solcher Bovis-Wert völlig aussagelos», sagt er. Für ihn liegt der Bovis-Wert «auf der gleichen Linie wie das Wünschelrutengehen und die Erdstrahlung, für die es ebenfalls keinen wissenschaftlich vernünftigen Nachweis gibt.»

Liegt der Ursprung der Energie im Rhein?

Dennoch: Die Vielzahl an Literatur über Kraftorte, mystische Pfade und Wanderungen zu oder entlang dieser Stätten lässt die Annahme zu, dass sich viele Menschen an diese Orte begeben möchten und diese offenkundig eine Faszination ausüben. Nicht nur auf Esoteriker.

Aber womit ist nun Laufenburgs angeblich hoher Energiewert begründet? Der Laufenburger Peter Widmer, Inhaber des Druidenhauses, hat sich mit dem Thema beschäftigt und ist sich sicher, dass der hohe Wert den Ursprung im bewegten Wasser hat. «Wahrscheinlich wäre der Wert noch höher, wenn man den Rhein ‹wild› gelassen hätte und nicht die Stromschnellen durch die Sprengung 1906 bis 1914 beruhigt hätte», mutmasst Widmer.

Dennoch sei Laufenburg Ziel vieler Touristen und die meisten schwärmen von diesem schönen Ort, weiss der Druide weiter zu berichten. «Positive Schwingungen können aber auch von vielen anderen in der Natur vorkommenden Dingen wie Bäumen, Steinen oder Schluchten ausgehen. Hochsensible Menschen können das auch sehr wohl spüren.»

Zu den weltweit berühmtesten Kraftorten gehören übrigens die Pyramiden in Ägypten und Stonehenge in Grossbritannien. So reiht sich Laufenburg ein in die Liste der Orte, an denen man verweilen möchte und Kraft schöpfen soll. Sofern man es gedanklich zulässt.

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