Das Video des nächtlichen Krähen-Krächz-Konzertes bei den Liebrüti-Hochhäusern stösst bei den Quartierbewohnern in der Facebook-Gruppe «Kaiseraugst lebt» auf ein breites Echo. «Die Krähen müssen reguliert werden», «Krähen jagen?» und «wir werden am Morgen immer geweckt» lauten nur einige der Kommentare. 

Kehrichtsäcke werden aufgepickt

Der Gemeinderat weiss über das Problem der tierischen Ruhestörung bescheid. «In diesem Jahr ist die Krähenpopulation im Liebrüti-Quartier massiv», sagt Vizepräsidentin Françoise Moser. Ein Problem sei nicht nur der Lärm, sondern auch, dass die Krähen mit ihren Schnäbeln die Kehrichtsäcke aufpickten, wenn sie auf Nahrungssuche gingen. «Da kann es passieren, dass der Abfall auf der Strasse landet, wenn der Kehrichtabfuhr-Mitarbeiter den Sack in die Hand nimmt», sagt Moser.

Bereits im Februar dieses Jahres sei man tätig geworden und habe einen Experten engagiert, der mit seinem Falken die Krähen aus dem Quartier vertrieben habe. Dies jedoch nur kurz. «Aufgrund der Schutzzeit für Vögel konnte der Falke nur zwei Mal eingesetzt werden», sagt Moser.

Eine Drohne mit Flügelschlag

Derzeit prüft die Naturschutzkommission verschieden Massnahmen, um nach dem Ende der Schutzzeit – dem 1. August – den Krähen-Lärm den Kampf anzusagen. «Ich gehe davon aus, dass wir wieder auf den Falkner zurückgreifen werden», sagt Moser, welche die Naturschutzkommission präsidiert. Eine Alternative dazu sei, den Falken passiv im Quartier in einem Falken-Kasten anzusiedeln.

Daniel Kleger, Präsident der Schweizerischen Falkner-Vereinigung, sagt, dass der Falke für eine nachhaltige Wirkung permanent zum Einsatz kommen muss. «Die Krähen sind nicht dumm. Wenn der Falke auf einmal nicht mehr fliegt, siedeln sich die Krähen schnell wieder an.»

Ebenfalls diskutiert die Naturschutzkommission über den Einsatz einer Drohne, die nicht nur wie ein Falke aussieht, sondern auch wie einer fliegt. Diese Modelle werden seit kurzem an Flughäfen eingesetzt, um Vogelschwärme gezielt zu vertreiben. Das Zurückschneiden der Bäume oder diese gleich zu fällen, sei zwar auch zur Sprache gekommen, jedoch kein Thema mehr. «Erstens dienen diese als Sichtschutz und zweitens schaffen sie eine gewisse Naturnähe im Quartier», sagt Moser.