Olsberg

Kot und Federn befürchtet: Gemeinde zieht Baugesuch für Schwalbenturm zurück

Mehlschwalben haben grosse Probleme, Nistplätze zu finden.

Mehlschwalben haben grosse Probleme, Nistplätze zu finden.

Gegen das geplante Schwalbenhaus in Olsberg wurden zwei Einsprachen eingereicht. Anwohner befürchteten Verschmutzungen durch den Kot der Vögel. Der Gemeinderat hat bereits einen anderen Standort gefunden, der etwas ausserhalb des Dorfs liegt.

Am Chillweg hinter dem Schulhaus wollte die Gemeinde Olsberg in diesem Frühling einen Schwalbenturm mit 50 Kunstnestern aufstellen. Auf ein Gesuch des Naturschutzvereins Olsberg hin nahm die Gemeinde dafür 15 000 Franken ins Budget 2014 auf. Vom 19. Februar bis zum 19. März legte sie das Baugesuch auf der Gemeindekanzlei öffentlich auf.

Jetzt hat der Gemeinderat das Baugesuch zurückgezogen, wie die Gemeinde mitteilt. Gegen das Baugesuch seien zwei Einsprachen eingegangen. Der Standort habe zu Diskussionen Anlass gegeben, weil er sich zwischen den Häusern befinde, erklärt Gemeindeschreiberin Christine Leuenberger auf Anfrage der az. Anwohner befürchteten Verschmutzungen durch Kot und Federn.

Zwar würde der Kot durch Bretter unterhalb des Nestrands aufgefangen. Dennoch kann die Umgebung im An- und Abfluggebiet verunreinigt werden. Der Gemeinderat habe den Platz hinter dem Schulhaus ausgewählt, weil es sich um eines der letzten gemeindeeigenen Landstücke handle, sagt Leuenberger.

Der Gemeinderat hat bereits einen anderen Standort für das Schwalbenhaus ins Auge gefasst. Nach Angaben der Gemeindeschreiberin liegt er etwas ausserhalb des Dorfs. Der private Grundbesitzer habe freundlicherweise eingewilligt.

Das neue Baugesuch soll bald veröffentlicht werden und zur Einsichtnahme auf der Kanzlei aufgelegt werden. «Wenn wir Gas geben, können noch in diesem Jahr Mehlschwalben im Schwalbenhaus brüten», so Leuenberger. Je nach der Wetterlage ziehen die Mehlschwalben zwischen Anfang Mai und Ende August ein bis Bruten gross.

Bestand geht seit Jahren zurück

Mehlschwalben leisten einen wesentlichen Beitrag zur Kontrolle von Parasiten- und Schädlingspopulationen, wie der Naturschutzverein erklärt. So verzehren vier Jungschwalben während ihrer Nestlingszeit rund 200 000 Insekten.

Die Mehlschwalben gehören zum Dorfbild von Olsberg , doch der Bestand geht seit Jahren zurück. Wie die Mauersegler bringen sie ihre Nester vorwiegend an Häusern an. Glatte Fassaden und neue, Schmutz abweisende Anstriche stellen die Mehlschwalben zunehmend vor grosse Probleme.

In Olsberg sind sich die Gemeinde und der Naturschutzverein einig: Die Mehlschwalben sollen in Olsberg erhalten bleiben. Im Dorf werden schon seit längerer Zeit an Fassaden Kunstnester mit Kotfang aufgehängt. Diese werden laut dem Naturschutzverein von den Mehlschwalben gut angenommen.

Die Reinigung dieser Nester sei aber mit einem grossen Aufwand verbunden. Der geplante Schwalbenturm kann zur Reinigung auf Augenhöhe heruntergelassen werden.

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