Frick
Kontaktgruppe will Begegnung mit den Asylbewerbern schaffen

180 Männer werden ins Asylzentrum einziehen. «Was haben Sie zu erwarten, was erwarten wir von ihnen, wie können wir helfen?», waren einige der Fragen, die am Info-Abend erörtert wurden.

Martin Binkert
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«Jemand vom Kanton als Auftraggeber hätte unbedingt hier sein müssen», so Elisabeth Burgener, SP-Grossrätin und Initiantin.

«Jemand vom Kanton als Auftraggeber hätte unbedingt hier sein müssen», so Elisabeth Burgener, SP-Grossrätin und Initiantin.

zvg

Grossaufmarsch am Mittwochabend im Rampart Frick. Die Einladung der Kontaktgruppe Asyl zu einem Infoabend zum geplanten Asylzentrum im ehemaligen A3-Werkhof in Frick stiess auf grosses Interesse.

Das Asylzentrum Frick wird durch die ORS Services AG geführt, die seit vielen Jahren Erfahrungen gesammelt hat. Zentrumsleiter Fehmi Lestrani sagte: «Wir erwarten bis zu 180 allein reisende junge Männer im Alter zwischen 18 und 30 Jahren aus Afghanistan, Iran, Irak und eventuell aus Syrien.»

Alle befinden sich in einem laufenden Asylverfahren. Die Flüchtlinge sind zum Teil traumatisiert und stehen unter hohen Spannungen. Die Männer kaufen selbst ein, kochen und halten das Zentrum sauber. Das Zentrum hat klare Hausregeln und wird rund um die Uhr betreut. Zu den Regeln gehören fixe Besuchszeiten. Besucher müssen sich anmelden.

Fragen zu Handys und Handykosten: Die Flüchtlinge bringen Handys mit. Diese brauchten sie auf ihrer Flucht, denn sie sind vernetzt. Im Zentrum gibt es gratis WLAN. Es habe sich gezeigt, dass dies besser ist, als Handys zu verbieten. Der Kanton trägt keine Telefonkosten.

Den Asylbewerbern stehen pro Tag zehn Franken und zusätzlich pro Monat nochmals 20 Franken für Kleider zur Verfügung. Zudem gibt es in einem sehr begrenzten Rahmen Billette für den öffentlichen Verkehr. Für medizinische Fragen sind die Hausärzte der Region verantwortlich. Wenn nötig, werden Übersetzer zugezogen. Die Sprachkenntnisse der Asylanten sind unterschiedlich, zum Teil können sie Englisch. Im Zentrum werden einfachere Deutschkurse angeboten.

Begegnungsraum gesucht

Wie in Laufenburg, wo es seit 2015 ein Asylzentrum gibt, möchten sich in Frick Freiwillige engagieren. Neben Geld, Kleidern, Schuhen und Lebensmitteln braucht es Leute, die Deutschkurse geben, Sportanlässe organisieren oder Gartenarbeiten anbieten. Auch weitere Ideen sind gefragt. Konkret gesucht werden ein grösserer Begegnungsraum, ein Garten sowie jemand, der sich um die Finanzen kümmert.

Vertreter der Gemeinde Frick, der Kirchen in Frick sowie des regionalen Sozialdienstes der Caritas waren vor Ort. Der Kanton liess sich entschuldigen. Dies findet Grossrätin Elisabeth Burgener-Brogli, die bei der Kontaktgruppe Asyl eine Aufgabe als Beraterin hat, völlig inakzeptabel: «Jemand vom Kanton als Auftraggeber hätte unbedingt hier sein müssen, um den zahlreichen Freiwilligen für ihr grosses Engagement zu danken.»